9. Dezember 2015

Mittel und nicht Ziele – Jahresbericht 2014 veröffentlicht

In einem Pressegespräch wurde am Mittwoch den 09. Dezember der erste Jahresbericht des Bistums Görlitz veröffentlicht. Mit diesem Jahresbericht legt das Bistum Görlitz erstmals detailliert seine Vermögensverhältnisse offen. „Wir wollen gleichzeitig deutlich machen, dass dies im Kontext des Selbstverständnisses der Kirche eingebettet ist: d.h. Kirche existiert nicht für sich selbst, führt kein Eigenleben, sondern ist Teil der Gesellschaft im Dienst für die gesamte Gesellschaft.“ – gab Generalvikar Dr. Alfred Hoffmann vor Vertretern der regionalen und überregionalen Presse bekannt. Grundsätzlich ist jeder Haushaltsplan des Bistums öffentlich zugänglich, aber dass das Vermögen des Bistums in dieser ausführlichen Form veröffentlicht wird, geschieht zum ersten Mal. Damit soll das vielfältige Engagement und die Dienste der katholischen Kirche im Bistum Görlitz zum Ausdruck kommen. Um eine erhöhte Transparenz über die finanziellen Ressourcen zu gewährleisten, erhält die Broschüre alle wesentlichen Angaben zur Finanzlage des Bistums, des Bischöflichen Stuhls und des Domkapitels. Zum großen Teil ergeben sich die finanziellen Mittel aus einer Solidaritätsgabe der Bistümer aus den alten Bundesländern, „die für uns aber kein Selbstzweck sind“ – betont Generalvikar Dr. Hoffmann eindringlich. „Sie dienen der Erfüllung unserer kirchlichen Aufgaben, die immer auch Dienst an der Gesellschaft sind.“ Auf 48 Seiten kann in das Engagement des Bistums Einsicht genommen werden, das ohne den über 2000 Ehrenamtlichen nicht möglich wäre.

Das Eigentum und das Geld sind Mittel, um den Zielen der katholischen Kirche im Bistum Görlitz gerecht zu werden. Deshalb müssen gerade diese finanziellen Ressourcen in einer nachhaltigen Verantwortung geführt werden. Dazu wird seit 2007 das Rechnungswesen des Bistums Görlitz nach der kaufmännischen Buchführung geführt und der Jahresabschluss durch eine externe Wirtschaftsprüfungsgesellschaft bearbeitet und geprüft – erklärt Ordinariatsrätin Regina Pätzold, die zugleich Ökonomin des Bistums Görlitz ist. Ökonomin Regina Pätzold: „Wir sind uns der Verantwortung, die wir für die uns anvertrauten Mittel haben, durchaus bewusst. Es ist unsere Aufgabe, so verstehe ich auch meine Aufgabe als Ökonomin des Bistums, dafür Sorge zu tragen, dass kirchliches Leben in unserer Region langfristig auf soliden finanziellen Füßen steht.“ Dabei bestreitet das Bistum seine Ausgaben im Wesentlichen aus Kirchensteuereinnahmen, die im Jahr 2014 4,6 Million  Euro ausmachten. Für jede Kirchensteuereinnahme ist das Bistum sehr dankbar, doch darf die ausgeprägte Diasporasituation des Bistums nicht unterschätzt werden: „Nur etwa 3 bis 4 Prozent der Bevölkerung gehören der katholischen Kirche an. Außerdem ist die Kirchensteuer an die Lohn- und Einkommensteuer gekoppelt. Folge dessen zahlen nur diejenigen Kirchensteuern, die auch zur Lohn- oder Einkommensteuer herangezogen waren. Im Umkehrschluss sind beispielsweise Kinder, Jugendliche, Studenten, Geringverdienende – auch wenn sie der katholischen Kirche angehören – keine Kirchensteuerzahler“ – erklärt Ökonomin Pätzold. Damit können nur etwa ein Drittel des Haushaltes aus Kirchensteuermitteln abgedeckt werden. Der Großteil der laufenden Haushaltsausgaben können deshalb nur dank der großen Solidarität der westlichen Bistümer finanziert werden. Im Jahr 2014 waren das etwa 4,1 Million Euro. Zudem machen die Staatsleistungen des Freistaates Sachsen und des Landes Brandenburg mit rund 500.000 Euro den Haushalt des Bistums aus.

Der vollständige Jahresbericht 2014 ist hier einzulesen. Der  Beitrag der Sächsischen Zeitung in Görlitz steht hier.

Weitere Informationen bei: katholisch.de und domradio.de.

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