15. September 2017

Bischöfe und Generalvikare der Metropolie Berlin tagen in Görlitz

Die Konferenz der Bischöfe und Generalvikare der Metropolie (Kirchenprovinz) Berlin mit seinen Suffraganbistümern Görlitz und Dresden-Meißen, fand am heutigen Tag im St. Otto-Stift in Görlitz statt. Vor Beginn der Tagung beteten der Berliner Erzbischof Dr. Heiner Koch und sein Weihbischof Matthias Heinrich, die Bischöfe aus Dresden und Görlitz Heinrich Timmerevers und Wolfgang Ipolt, sowie die Generalvikare Pater Manfred Kollig (SSCC), Andreas Kutschke und Dr. Alfred Hoffmann in der Kathedrale St. Jakobus das Stundengebet der Kirche, die Terz.

Erzbischof Dr. Heiner Koch, der die Konferenz leitet, sagte am Ende der Tagung unter anderem: „Wir haben zunächst über die Situation, Vorhaben und Planungen in den Diözesen gesprochen. Es ging um die Strukturen der Orts-Seelsorge und die Konsequenzen, die sich daraus ergeben, auch für die Weiterentwicklung des Personals. Um den Abbau von Personal gehe es dabei in keiner Weise, sondern, wenn es zur Gründung neuer Pfarreien kommt, was dabei alles zu beachten ist, wie wir hier im Osten die besten Lösungen finden können.  Das wird allerdings das Schwerpunktthema bei unserer nächsten Zusammenkunft sein“, so der Erzbischof.

Neuzelle war das zweites Thema: „Bischof Ipolt hat darüber berichtet, wie freudig die Mönche aufgenommen wurden –  und die Chance missionarischer Kraft, zur Vitalisierung christlichen Lebens an diesem Ort, der durch die Wiederbesiedelung durch Zisterzienser bereits jetzt schon ausgeht und weiterhin ausgehen soll. Er sprach aber auch davon, was noch geplant werden muss, in Fragen der Räumlichkeiten und der finanziellen Ausstattung beispielsweise. Das unterstützen wir sehr – und mit großer Freude“. Der Erzbischof ließ erkennen, dass er bei den offiziellen Feierlichkeiten im nächsten Jahr gern dabei sein möchte.

Das dritte Thema war die Situation der Priesteramtskandidaten. Es ging darum, die Ausbildung und Qualifizierung und diese zukunftsfähig zu machen. Und um das Miteinander der Ausbildungen von Diakonen, Priestern, Gemeinde- und Pastoralreferenten und Priesteramtskandidaten. „Neben der wissenschaftlichen Ausbildung geht es dabei vorrangig um die spirituelle Ausbildung, Formung und Ausrichtung.  Es ist uns ein großes Anliegen, nicht nur fachlich gut ausgebildetes Personal zu haben, sondern vor allem geistlich gut geschultes. Die geistliche Verwurzelung ist unheimlich wichtig“, sagte Erzbischof Koch.

Das zu Ende gehende Gedenkjahr der Reformation war ein weiteres Thema der Tagung und wie es nach diesem Jahr weitergeht. Die Zusammenarbeit auch mit den orthodoxen Kirchen werde man „ganz stark wieder in den Blick nehmen müssen“. Das Reformations-Gedenkjahr werde man gemeinsam mit den evangelischen Kirchen gemeinsam abschließen. „Wir sind dankbar für die Einladungen und das Miteinander – und wir sind dankbar dafür, dass bei uns hier die Ökumene solide getragen wurde und wird. Die Frage, die Martin Luther gestellt hat: Wie finde ich einen gnädigen Gott?  – sei „in unsere Situation weiter zu übersetzen und um die Frage zu erweitern: Wie helfen wir Menschen, Gott überhaupt zu finden? Und wie kommen wir Menschen näher, die Gott überhaupt nicht suchen“, sagte der Erzbischof. Dies „ist die große Aufgabe und Herausforderung, die über das Reformationsjahr jetzt bleibt, besonders in unserer Diasporasituation“.

Die Situation in den Grenzregionen, in die viele polnische Katholiken übersiedeln, war ein weiteres Thema. „Das ist für unsere Gemeinden neben den Chancen, die sich dadurch auftun, auch eine pastorale Herausforderung ist. Wie können wir ihnen, ihrer Geschichten und religiösen Traditionen gerecht werden, aber gleichermaßen verhindern, dass sich Parallelgemeinden bilden. Wir wollen Gemeinden, in denen sich Deutsche und Polen gleichermaßen zu Hause fühlen, es keine Abgrenzungen gibt“, sagte Koch, der insgesamt von einem „intensiven und offenen Austausch“ sprach: „Wir sind ja kein Beschlussgremium. Es ist wichtig, dass wir uns in vielen Dingen abstimmen, allein der räumlichen Nähe wegen und der vergleichsweise geringen Zahl der Katholiken innerhalb der Gesellschaft. Und das Essen und die Gastfreundschaft waren hervorragend, das muss man einfach mal sagen. Wir kommen gern mal wieder in diese schöne Stadt“ fügt der Erzbischof an.

Wolfgang Ipolt – der Gastgeber-Bischof – fasst seine Eindrücke so zusammen: „Eine Metropolie besteht aus drei Diözesen und es ist  gut, wenn die Mitbrüder auch mal Bodenkontakt in einem anderen als ihrem Bistum haben. Darum ist es gut, wenn wir uns nicht immer nur an einem Ort treffen. So bekommt man stärker das Gefühl für die Wirklichkeit des Bistums, in dem man sich gerade befindet. Man kann den anderen etwas näherbringen, wenn man etwas sieht, beispielweise eine Kirche oder andere Räume, eine Stadt. Das ist ein Gewinn für alle.  Wir wollen immer wieder, auch innerhalb der Bistümer, in einer anderen Stadt zu Gast sein.  Es bringt sich jeder mit seinen Gaben und mit seinen Grenzen ein“.

 

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