22. Mai 2021

Zisterzienserpater Alberich Maria Fritsche in Neuzelle zum Priester geweiht

Pater Alberich Maria Fritsche OCist, einer der Zisterziensermönche von Neuzelle, wurde heute, am Samstag, den 22. Mai um 10:00 Uhr, durch Bischof Wolfgang Ipolt zum Priester geweiht. Neben vielen seiner Mitbrüder, beispielsweise aus Stift Heiligenkreuz im Wienerwald und aus dem Zisterzienserkloster Bochum-Stiepel, aus Sankt Marienstern…, Gläubigen aus dem Bistum Görlitz und darüber hinaus, waren viele Journalisten von Presse, Funk und Fernsehen gekommen, um über dieses Ereignis zu berichten. Pater Alberich sieht es als ein Geschenk an, dass er in Neuzelle, in seinem Heimatbistum, geweiht wurde. Die Diakonenweihe fand im vorigen Jahr, im Stift Heiligenkreuz statt, zu dem das Priorat Neuzelle gehört (coronabedingt durften nicht einmal seine Eltern nach Österreich reisen, um bei der Diakonenweihe ihres Sohnes dabei zu sein.)

Bischof Wolfgang Ipolt hatte seine Predigt unter die Überschrift gestellt: „Priesterlicher Dienst und die Sprache der Hände“. Unter anderem sagte er: „Bei der Feier des Weihesakramentes und in unserem priesterlichen Dienst überhaupt spielen unsere Hände eine wichtige Rolle – so wie im normalen Leben natürlich auch. (Wir vermissen doch alle jetzt während der Pandemie den Händedruck lieber Menschen oder die herzliche Umarmung). Ich möchte mit Ihnen darum auf einige Gesten unserer Hände schauen…“ Die Predigt ist, neben weiteren Ansprachen des Bischofs, im Predigten-Archiv auf dieser Bistums-Homepage im Wortlaut veröffentlicht. Die Predigt ist darüber hinaus bei der Aufzeichung der  Priesterweihe hier zu sehen und hören.

Einen Tag nach der Priesterweihe feierte Pater Alberich Maria Fritsche in Neuzelle Primiz. Die Feier ist hier zu sehen.

Pater Alberich wurde am 2. März 1992 als Dominik Fritsche in Lauchhammer, Brandenburg, geboren. Nach dem Abitur folgten Praktika und ein Auslandsjahr in der Ukraine, wo er in einem Heim für Jugendliche mithalf. Bei einer Fahrradtour mit Bekannten lernte er das Stift Heiligenkreuz kennen und folgte dem Ruf Gottes in das Kloster. Pater Alberich Maria legte nach einem Jahr Kandidatur, einem Jahr Noviziat und drei Jahren zeitlicher Profess am 20. August 2015 die ewige Profess ab und wurde am 10. Oktober 2020 zum Diakon geweiht. Am 30. April 2021 schloss Pater Alberich Maria sein Philosophie- und Theologiestudium an der päpstlichen Hochschule Benedikt XVI. in Heiligenkreuz mit dem Magister Theologiae ab.

„In Zeiten des Priestermangels und Kirchenkritik ist das ein wunderbares Zeichen der Lebendigkeit der Kirche in der Diaspora“, schreiben die Mönche von Neuzelle. Für sie ist es zudem ein besonderes Ereignis, das sie als einen weiteren Schritt in Richtung des Klosterneubaus sehen. „Wir freuen uns sehr, dass mit Pater Alberich Maria einer unserer Mitbrüder die Priesterweihe empfängt, um in Zukunft die Sakramente zu spenden und im Einsatz für die Menschen tätig zu sein. Dass Pater Alberich Maria aus Senftenberg stammt und damit ein richtiges Lausitzer Gewächs ist, freut uns umso mehr. Es ist für uns sehr ergreifend, dass Gott unsere Neugründung in Neuzelle wachsen und gedeihen lässt. Zusammen mit der großen Unterstützung der Bevölkerung gibt uns das viel Mut für unseren Klosterneubau“, sagt Pater Simeon Wester OCist, der Prior (Obere) des Klosters.

Die Priesterweihe wurde von Radio Horeb und EWTN live übertragen. rbb-Brandenburg brachte am Abend einen Fernsehbeitrag. Bereits im Vorfeld hatten Tageszeitungen wie die Lausitzer Rundschau, die Märkische Oderzeitung und weitere Medien über diese besondere Priesterweihe berichtet: rbb24,

Die Priesterweihe von Pater Alberich Maria Fritsche ist  die erste Priesterweihe seit 1981 und die erste Priesterweihe eines Zisterziensermönches in Neuzelle  seit 1810, also seit über 200 Jahren.

Ein weiterer Schritt in Richtung Klosterneubau der Mönche.

Klosterneubau „Maria Mutter Friedenshort“ nimmt Fahrt auf

Der Klosterneubau auf einem ehemaligen Stasi-Gelände in der Nähe von Treppeln geht Schritt für Schritt voran. „Wir sind überwältigt von der großartigen Unterstützung so vieler. Wir durften jetzt schon einige Arbeitseinsätze mit vielen Helfern auf dem Klostergrund veranstalten. Zwar musste alles Corona-konform ablaufen, aber dennoch

waren es ausschließlich freudige Gesichter, in die man an einem solchen Arbeitseinsatz blickte. Alle sind begeistert, dass sie an so einem wunderbarem Projekt teilhaben dürfen. Wir erhalten Zuschriften, Ermutigungen und Spenden aus dem ganzen deutschen Sprachraum und weit darüber hinaus. Das macht uns zutiefst dankbar und sehr zuversichtlich, wenn wir nun mit dem Fundraising für den Klosterneubau noch in diesem Jahr beginnen“, sagt Pater Kilian, der Subprior (2. Oberer) und Ökonom des Klosters. Natürlich ist ein Projekt dieser Größe mit viel Arbeit verbunden: Aktuell laufen die Vorbereitungen für den Abriss der ruinösen Gebäude. Dabei ist den Mönchen der Naturschutz ein Herzensanliegen, das sie auch in Abstimmung mit einem Biologen gebührend berücksichtigen.

„Unser erstes Anliegen ist die Beseitigung der Altlasten. Wir glauben, dass wir damit der Natur und den Menschen einen Dienst erweisen. Gott hat uns die Schöpfung zur Bewahrung und nicht zur Zerstörung gegeben. Deshalb werden wir jetzt sorgfältig planen, um dann ein wunderbares Domizil für Mönche, Gäste und die Natur zu schaffen. Darauf freue ich mich!“, so Pater Kilian. Demnächst stehen die Vermessung und weitere Planungen an, um dann in die Abriss- und Baugenehmigungsphase einzutreten.

Über die Mönche in Neuzelle – Zisterzienserpriorat Neuzelle

Am 2. September 2018 besiedelte die Abtei Heiligenkreuz in Wienerwald, die seit Jahren viele Berufungen anzieht, das ehemalige Kloster Neuzelle wieder mit Mönchen. Nach 200 Jahren Unterbrechung sind damit wieder Mönche am Ort Neuzelle. Das ehemalige Zisterzienserstift Neuzelle, das seit der Auflösung 1817 im Besitz des Staates ist, bietet aber weder die Möglichkeit der Gründung eines richtigen Klosters mit Gästebetrieb, Stille, der Möglichkeit für Auszeiten, noch ist der Platz für eine wachsende Mönchsgemeinschaft vorhanden. Da aber schnell die Verwurzelung vor Ort und die Notwendigkeit einer Klostergründung in Brandenburg vor den Toren Berlins ersichtlich wurde, suchten die Mönche nach einer Lösung. „Diese haben wir nicht nur in einem Kompromiss gefunden, sondern in der geeignetsten und spannendsten Lösung: Einem Klosterneubau in der Nähe von Treppeln, Neuzelle“, so Pater Kilian. Das neue Kloster soll den Namen „Maria Mutter Friedenshort“ tragen (eine Anspielung auf das Neuzeller Wallfahrtslied, das mit diesen Worten beginnt), und damit die bleibende Verbindung des neuen Klosters mit Neuzelle verdeutlichen. Zusammen mit vielen Beteiligten freuen sich die Mönche auf den Klosterneubau!

Kontakt zum:

Zisterzienserpriorat Neuzelle e.V.

Stiftsplatz 5
15898 Neuzelle

Pater Kilian Müller OCist, Ökonom und Pressebeauftragter Stiftsplatz 5
15898 Neuzelle

p.kilian@zisterzienserkloster-neuzelle.de +49 170 1457649

Zurück