9. Januar 2016

Zeit zum Danken – Schwester Martina Theiner wird als Klinikseelsorgerin in Görlitz verabschiedet, Manuel Henning übernimmt diesen Dienst

Zeit zum Danken – Schwester Martina Theiner wird als Klinikseelsorgerin in Görlitz verabschiedet, Manuel Henning übernimmt diesen Dienst

Kurz vor Zehn am heutigen Vormittag ertönt aus der Kapelle des Klinikums in Görlitz der Ruf: „Wir brauchen einen Notarzt!“. Eine Ärztin und eine Krankenschwester sind schnell zur Stelle, kümmern sich um den Mann, der kurz vor der Heiligen Messe zur Verabschiedung von Schwester Martina Theiner, CS, ohnmächtig wurde. Fast 90 Menschen, die zum Gottesdienst gekommen sind – nicht alle finden in der kleinen Kapelle Platz – warten geduldig, bis der Gottesdienst etwa zehn Minuten später beginnt. Dem Mann, der für die Technik zuständig war und plötzlich zum Patienten wird, geht es besser. Seine Aufgabe übernimmt der evangelische Klinikseelsorger Albrecht Naumann. „In einer besonders großen Zahl sind Sie gekommen, um bei der Verabschiedung von Schwester Martina dabei zu sein und mit ihr für 13 Jahre treuen Dienst zu danken“, sagt Generalvikar Dr. Alfred Hoffmann in der Begrüßung und fügt hinzu: „Und wir dürfen uns freuen auf Manuel Henning“. Das ist der neue katholische Klinikseelsorger, der im vorigen Oktober im Seenland-Klinikum in Hoyerswerda das Amt von Diakon Bernhard Matko übernommen hat.

Die Lesung ist aus dem Buch Kohelet (3, 1-8): Alles hat seine Zeit, alles Vorhaben unter dem Himmel hat seine Stunde…Das Evangelium handelt vom dankbaren Samariter, dem Einzigen, den Jesus geheilt hat, der zurückgekommen ist um sich für seine Heilung zu bedanken. In seiner Predigt erinnert Generalvikar Dr. Hoffmann an zwei Aussprüche von Hildegard Burjan, einer gebürtigen Görlitzerin. In Wien hat sie die Gemeinschaft der „Caritas socialis“ gegründet. „Die Liebe Christi drängt uns“ (2 Kor 5,14) So lautet das Lebensmotto von Hildegard Burjan. „Hier im Klinikum hat Schwester Martina seit September 2002 mit ihrem Dienst gezeigt, wie die Liebe Christi sie drängt, sich den Menschen zur Verfügung zu stellen, für sie da zu sein. In einem Interview haben Sie, Schwester Martina, einen weiteren Leitspruch Hildegard Burjans genannt, den Sie sich zu Eigen gemacht haben: ,Frage nicht, ob du zuständig bist, sondern frage, was du tun kannst, und wie du für diesen Menschen da sein kannst.‘ Sie haben dies in ökumenischer Verbundenheit getan. Viele haben sich begeistern lassen und helfen ehrenamtlich hier in der Klinikseelsorge. Sie alle sind leuchtende Sterne der Liebe Gottes, Hoffnungszeichen, Ermutigung und Trost für Menschen, die mutlos, einsam, schwach und krank sind“, sagte der Generalvikar. Er dankte auch der Leitung des Klinikums, die die Krankenhausseelsorge wertschätzt und fördert. Ein schönes Zeichen dafür ist diese Kapelle, die wir feierlich am 17.12.2004 einweihen konnten. Diese Kapelle ist ein Ort des Gebets, der Stille, des Zur-Ruhe-Kommens, des Friedens, ein Ort der Klage ebenso wie der Hoffnung, der neu erwachenden Zuversicht, nicht zuletzt des Dankes“.

Am Ende des Gottesdienstes erhielt der neue Klinikseelsorger Manuel Henning seine Beauftragung und den besonderen Segen für seinen Dienst. Diözesankirchenmusikdirektor Thomas Seyda am Elektroklavier und Ellen Letzel (Fagott) begleitetenn den Gottesdienst musikalisch.

Im Anschluss daran gab es einen Empfang im Konferenz-Zentrum, den der Generalvikar moderierte. Das im Gottesdienst von ihm gelobte Klinikum wurde dort und beim Empfang von Dr. med. Eric. Hempel, dem Medizinischer Direktor vertreten. Er bedauerte in seinen Dankes-Worten an Schwester Martina Theiner ihren Abschied als „Verlust für das Städtische Klinikum Görlitz. Seit 13 Jahren gehören Sie einfach dazu. Mit Ihren persönlichen Eigenschaften, die für die Seelsorge in einem Krankenhaus unabdingbar sind, haben Sie ebenso wie mit Ihrem Wissen die Abläufe in unserem Klinikum erheblich mit gestaltet, ja regelrecht mit geprägt. Mit Einfühlungsvermögen, Herzenswärme und Geduld begleiteten Sie Patienten, Angehörige und auch Mitarbeiter. Sie hörten zu und machten Mut. Dieser Aufgabe haben Sie sich voll und ganz verschrieben. Ihr soziales und emotionales Engagement ist von unschätzbarem Wert. Gerade in einer Zeit, die so hektisch und eilig ist wie diese. Und auch mir sind Sie stets mit liebevollem Respekt begegnet“, so Dr. Hempel. Für ihn „ist es auch für mich persönlich ein Verlust ist, dass Sie gehen. Als Sie hier vor 13 Jahren begannen, war eine Seelsorge in einem städtischen Krankenhaus nicht unbedingt üblich. Sie nahmen sich viel Zeit, suchten den Kontakt zu den Mitarbeitern und öffneten mit Ihrer liebevollen Art viele Türen. Ganz nach dem Motto ,Seelische Not lässt sich nicht auf später verschieben‘ haben Sie immer versucht, zeitnah auf die Gesprächswünsche der Patienten einzugehen“, sagte der Direktor unter anderem.

Pfarrer Norbert Joklitschke von der Pfarrei Heiliger Wenzel in Görlitz schenkt Schwester Martina einen Bronzeleuchter mit einer Kerze. „Sie symbolisiert Seelsorge als Begleitung. Es wird Licht, es wird heller. Eine Kerze verbraucht sich, braucht sich auf, dadurch wird es heller und wärmer. Für die Kerze braucht es einen Träger, einen Leuchter. Es braucht jemanden, der das Licht trägt“, sagte Pfarrer Joklitschke unter anderem.

Weitere Danksagungen folgen an dieser Stelle.

Ein besonderes Geschenk erhielt Schwester Martina vom Generalvikar. Er hatte Alfred Joschko, ein engagiertes Mitglied der Pfarrei und Künstler, gebeten, ein Bild vom Klinikum zu malen. Schwester Martina wurde von Anwesenden gebeten das Geschenkpapier von diesem Bild zu entfernen. Heraus kam das Bild, das in der Bilder-Galerie zu sehen ist. Am Ende der Feier erhielt jeder Gast ein kleines Geschenk von Schwester Martina ausgehändigt. Darin ein Brief und ein Schokoladen-„Goldstück“ mit einem Bild von Hildegard Burjan, zur Erinnerung: „Frage nicht, ob du zuständig bist, sondern frage, was du tun kannst, und wie du für diesen Menschen da sein kannst“.

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