12. Januar 2009

Über Brücken gehen

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      Görlitz (pbg). Am 10. Januar fand in Görlitz der traditionelle Neujahrsempfang des Bischofs von Görlitz, Dr. Konrad Zdarsa, statt. Erstmals wurde der Empfang in den renovierten Räumen des St.-Otto-Stifts veranstaltet.     Rund 80 Gäste aus Politik, Wirtschaft, Verwaltung und katholischer und evangelischer Kirche konnte Bischof Konrad Zdarsa am 10. Januar begrüßen. Der Dekan des benachbarten Dekanates Zgorzelec, Maciej Wesolowski, sprach erstmals ein Grußwort auf dem Neujahrsempfang. Der langjährige Pfarrer von Reichenau (Bogatynia) folgte Anfang 2008 auf Jan Mycek im Amt des Dekans. Wesolowski sagte in seiner auf deutsch vorgetragenen Ansprache, er wolle die Traditionen seiner Vorgänger weiterführen, sei aber für neue Vorschläge und Projekte offen. Bernd Lange (CDU), Landrat des neuen Landkreises Görlitz, dankte der katholischen Kirche für ihre Arbeit im Bereich des Landkreises. Er sagte, „Ich brauche sie bei der Zusammenführung der Menschen im neuen Landkreis“. Lange sagte außerdem, Vertrauen sei wichtiger als das Beharren auf Rechtspositionen. Dies gelte vor allem für die Stadt Görlitz. Lange wies damit offensichtlich auf die immer wiederkehrende Ablehnung von Stadtratsbeschlüssen durch Oberbürgermeister Joachim Paulick (parteilos) hin. Dieser erinnerte an das „Superwahljahr 2009“. Neben Bundes- und Landtagswahlen, steht in Görlitz auch die Wahl zum Stadtrat an. Paulick bat darum, Amtsträger und katholische Laien sollten Menschen dazu zu bewegen, dass sie wählen gingen. Dies sei ein Recht, dass man sich vor 20 Jahren erkämpft habe. 2009-01-12_neujahrsempfang02Bischof Konrad Zdarsa sagte in seiner Rede im Hinblick auf das Zusammenwachsen der deutsch-polnischen Grenzregion, es genüge nicht nur Brücken zu bauen. Entscheidender sei vielmehr, über Brücken zu gehen und dem anderen zu begegnen. Zdarsa sagte: „Wir müssen bekennen, dass wir uns zwar um Kontakte bemühen und gelegentlich begegnen, dass wir seit langem bestehende Gemeinsamkeiten pflegen, aber von einer ausgeglichenen Normalität noch lange nicht gesprochen werden kann.“ Zugleich kündigte der Bischof an, es werde in Zukunft zusätzliche Möglichkeiten der Begegnung für Jugendliche des Bistums mit Jugendlichen der polnischen Nachbar-Diözesen geben.  

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