16. März 2016

Sanierte Kathedrale zeigt sich der Presse

Sanierte Kathedrale zeigt sich der Presse

Die Sanierungsarbeiten an der Kathedrale St. Jakobus sind abgeschlossen. Aus diesem Anlass lud Prälat Hubertus Zomack, als Beauftragter von Bischof Wolfgang Ipolt für die Sanierung, für den 10. März zu einem Pressegespräch ein. An der Seite des Prälaten waren Architektin Doris Kohla, der Leiter der Bauabteilung, Ordinariatsrat Thomas Backhaus, sowie aus der Stadtverwaltung Görlitz der Leiter der Unteren Denkmalschutzbehörde Peter Mitsching, sowie Uwe Berndt vom Sachgebiet Stadterneuerung der Stadt Görlitz.

Ordinariatsrat Backhaus dankte zunächst den Pressevertretern, „dass Sie den Bau medial begleitet und an die Frau, an den Mann gebracht haben“. Vor und während der Bauarbeiten gab es Pressegespräche, an denen – beispielsweise die Fotografen der Sächsischen Zeitung – jeweils vom gleichen Standort aus, vom Dach des St. Otto-Stiftes, das sich gegenüber der Kathedrale befindet, fotografiert haben. Diese Bilder waren in dieser Zeitung nun aneinander geordnet  zu sehen.

 Über zehn Jahre hat es von den ersten Planungsschritten bis zur Fertigstellung gedauert, informiert die Architektin. Sie spricht von 25 verschiedenen Ziegeln, die verbaut worden, von viertel-, halben und ganzen Steinen, mit denen das Bauwerk in Modulbauweise errichtet, bzw. verblendet ist. Der teuerste Ziegel ist mit etwa 76 Euro ein Eckstein, da davon sehr wenige gebraucht und damit hergestellt wurden – mit fast dem gleichen Aufwand wie für Massenproduktionen. Das macht den Preis aus.  Bei 3.000 Quadratmetern Außenwandflächen, (wobei 100 Ziegel auf jeden Quadratmeter kommen), wurden 8.400 Quadratmeter Gerüst verbaut, „bei über 60 Grad Dachneigung wurde in das Dach hinein eingerüstet, aus arbeitsschutztechnischen Gründen“, sagt die Architektin.  2.600 Quadratmeter Dachflächen wurden neu gedeckt, die Ziegel wurden doppelt verlegt. Dabei kommen 40 Ziegel auf jeden Quadratmeter Dachfläche. „Zwischendurch ging die Dachdecker-Firma pleite. Das bedeutete zwei Monate Unterbrechung. Mit einer neuen Firma haben wir es in guter Qualität zu Ende gebracht“, sagt Architektin Kohla. 22 Unternehmen waren am Bau beteiligt, die Leistungen wurden öffentlich ausgeschrieben.  Dennoch: Die veranschlagten Kosten von 3,3 Millionen Euro wurden eingehalten – das ist eine Kernbotschaft des Tages. Und es klingt dabei bei den Verantwortlichen ein gutes Stück Stolz mit, zu recht, wie sich die Anwesenden übereinstimmend äußern.

Peter Mitsching sieht die Kathedrale als einen „Höhepunkt in der Stadtsilhouette von Görlitz. Ich bin begeistert, was hier geleistet wurde, hier im Haus, aber auch von den Handwerkern her. Die haben immer mitgedacht und mitgemacht. Wenn alle Baustellen so rund laufen würden, wäre ich glücklich“, sagt der Mann, der für die Stadtbildpflege in Görlitz verantwortlich ist. Uwe Berndt lobt die „konstruktive und gewinnbringende Zusammenarbeit“. Der Stadtumbau habe durch diese Sanierung „eine Aufwertung erfahren“. Immerhin wird die Kathedrale als Wahrzeichen der Südstadt wahrgenommen. Sie steht direkt hinter dem Bahnhof, wird von Reisenden, die mit der Bahn nach Görlitz kommen, bereits aus noch fahrenden Zügen her gesehen. Selbst an Abenden, denn: Im Zuge der Baumaßnahmen hatte man sich entschlossen, die ebenfalls sanierungswürdige und nicht mehr heutigen Standards entsprechende Außenbeleuchtung zu erneuern. Darüber hinaus wurde ein barrierefreier Zugang geschaffen. Mittels eines Aufzuges, wie an Bahnsteigen, können Rollstuhlfahrer oder Eltern mit Kinderwagen den Höhenunterschied von einem Meter und dreißig Zentimetern überwinden. Eine Schräge hätte eine inakzeptabel Länge erfordert.

Prälat Hubertus Zomack dankt allen Geldgebern und allen Spendern, zu denen er, als Dompropst, ebenfalls gehört. Im Zuge der Erneuerung des Glockenstuhls und dem Einbau zweier zusätzlicher Glocken – zu einem Sechser-Geläut – hat das Domkapitel eine Glocke gespendet. Zusammenfassend äußert er sich zur Sanierung: „Wir hatten nicht nur Glück, sondern auch Gottes Segen“. Der Dompropst informiert darüber, dass am Sonntag, dem 8. Mai, ein Fest anlässlich der Beendigung der Außensanierung der Kathedrale gefeiert wird. Um zehn Uhr beginnt der Festgottesdienst. Danach wird um die Kathedrale herum mit einem Imbiss  gefeiert. Zum Datum sagt Prälat Zomack: „Ich bin zwar von der Last der Verantwortung befreit, aber es ist kein Tag der Befreiung, den wir feiern, sondern ein Tag des Dankes“. Am Abend davor, am 7. Mai (an diesem Datum im Jahr 1945 erhielt die Jakobus-Kirche einen Volltreffer in den Hauptturm, der diesen von oben bis unten aufschlitzte), wird in der Kathedrale ein Konzert stattfinden.

Bevor die Fotografen und ein Kameramann des mdr-Sachsenspiegels (Sendung hier, ab Minute 20.14), auf das Dach des St.-Otto-Stiftes steigen, um von dort aus die Kathedrale in Bildern festzuhalten, erinnert Ordinariatsrat Backhaus  an Worte von Bischof Dr. Konrad Zdarsa: „Jetzt macht die Kathedrale in Görlitz dem Stephansdom in Wien Konkurrenz“, so Backhaus.

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