10. März 2015

„Wichtige Gedanken, die in die österliche Bußzeit hineinpassen“ – Generalvikar Georg Kestel aus dem Erzbistum Bamberg spricht bei Ausstellungseröffnung im Heiligen Grab Görlitz

„Seele atmet Himmel aus“ –

„Ich freue mich, anlässlich der Ausstellungseröffnung heute zu ihnen sprechen zu dürfen. Herzlich danke ich der Evangelischen Kulturstiftung hier in Görlitz für die Einladung und die freundliche Begrüßung. Gemeinsam laden wir Sie ein zu Betrachtungen und Begegnungen mit den Bildern und Texten von Sylvia Wolff“, mit diesen Worten beginnt der Generalvikar des Erzbistums Bamberg, Prälat Georg Kestel, seine Rede im Kustoshaus des Heiligen Grabes in Görlitz. In dessen Räumen, auf zwei Etagen, stellt die Künstlerin Sylvia Wolff Bilder aus, darunter ein Kreuzweg. Unter jedem Bild steht ein kurzer meditativer Text zum Bild.

Weit über 60 Gäste sind zur Ausstellungseröffnung am frühen Nachmittag des 8. März gekommen, drängen sich in den Räumen, einige stehen vor der Tür. Dr. Angela Ladewig spielt einige Musikstücke auf der Querflöte, untermalt die Feier musikalisch.  „Uns ist es wichtig, hier am Heiligen Grab, geistliche Themen mit aufzunehmen“, sagt Margrit Kempgen von der Evangelischen Kulturstiftung. Der „Titel verblüfft auf den ersten Blick etwas, denn Seele atmet Himmel nicht ein – nein aus“. Wie wichtig ausatmen ist, habe sie durch ihren kranken Mann gelernt: „Ausatmen gibt ihm mehr Kraft, als einatmen. Ausatmen schafft Raum, zum Einströmenlassen dessen, was mit Leben erfüllt. Nicht umsonst ist Gott auf Bildern der sakralen Kunst mit Atem versehen. Atem, der Leben schafft, der Leben gibt“, sagt Frau Kempgen. Sie begrüßt die Anwesenden, vor allem „die Ehrengäste“: Prälat Peter C. Birkner, den ehemaligen Generalvikar und Dompropst des Bistums Görlitz, Domkapitular Pfarrer Krystian Burczek und den Generalvikar des Erzbistums Bamberg, Monsignore Georg Kestel, „der einen weiten Weg auf sich genommen hat, um hier zu sein“. Sylvia Wolff hat ihn ausgewählt und gebeten, die Rede zur Eröffnung zu halten.

Generalvikar Kestel spricht darin über die Begegnungen im Zeichen der Kunst, über das Bild als Rahmen, nennt Titel und Orte früherer Ausstellungen von Sylvia Wolff, beispielsweise in Schmochtitz 2012 zum Thema: „In den Himmel fallen“. Kestel spricht über die Seele, zitiert den Katechismus und den Literaten Botho Strauß, der „lakonisch und bitter“ schreibt: „Alles was einmal der Seele gehörte, wird inzwischen auf Gene und Botenstoffe verteilt“. Die vollständige Rede ist hier nachzulesen.

Prälat Birkner wird sich die Ausstellung in Ruhe anschauen. Sein erster Eindruck ist: „Eine wichtige Brücke besteht bei den Bildern hinsichtlich des Hingewendetsein zum Wesentlichen des Menschen und der Schöpfung, zu den Kernpunkten unseres Daseins. Die Rede zur Eröffnung hat wichtige Gedanken hervorgehoben, die in die österliche Bußzeit hineinpassen, die einen guten Gleichkang gefunden haben mit dem Ort, an dem die Ausstellung zu sehen ist“.

 Die Ausstellung ist bis Ende Mai zu sehen: www.heiligesgrab-goerlitz.de

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