2. Dezember 2015

Politik und Kirche: Gemeinsame Verantwortung für humanen Umgang mit Flüchtlingen

Die brandenburgische Landesregierung und die Leitungen des Erzbistums Berlin und des Bistums Görlitz sind heute in Potsdam zu ihrem turnusmäßigen Treffen zusammengekommen. Bei der Begegnung unter Leitung von Ministerpräsident Dietmar Woidke, Erzbischof Heiner Koch und Bischof Wolfgang Ipolt wurde die gemeinsame Verantwortung für einen humanen Umgang mit Flüchtlingen hervorgehoben. Ein weiterer Schwerpunkt war der demografische Wandel, der sozial verträglich gestaltet werden soll.

Im Anschluss an die Gespräche sagte Ministerpräsident Woidke: „Ich danke der Katholischen Kirche und ihren Pfarrgemeinden für das große Engagement bei der Integration von Flüchtlingen in die Gesellschaft und für die klare Haltung gegenüber ausländerfeindlichen Haltungen. Viele Kirchengemeinden machen sich verdient um die so wichtigen Begegnungen zwischen Flüchtlingen und der einheimischen Bevölkerung.“

Die Bischöfe unterzeichneten anlässlich der Kabinettsitzung den Aufruf für das „Bündnis für Brandenburg“, das am 26. November in Potsdam gegründet worden war. Sie gehören zu den Gründungsunterstützern, konnten aber aus terminlichen Gründen nicht an der Veranstaltung teilnehmen.

Erzbischof Koch hob für beide Bistümer das gute Miteinander im Land Brandenburg hervor: „Gern lassen wir uns als Kirche mit unseren vielfältigen Einrichtungen in Bildung, Caritas, Pfarrgemeinden und Verbänden in die Pflicht nehmen zum Wohle der Menschen, die schon da sind, und zur Integration derer, die zu uns kommen.“

Im Hinblick auf den demographischen Wandel stehen Landesregierung und Katholische Kirche nach übereinstimmender Einschätzung vor ähnlichen Herausforderungen. Das gilt etwa für die Aufrechterhaltung der notwendigen Infrastruktur in ländlichen Gegenden. Auch Kirchengemeinden werden dort kleiner und benötigen Hilfe und Unterstützung.

Woidke und die Bischöfe betonten, Land und Kirche suchten nach zukunftsfähigen Lösungen für berlinferne Regionen des Landes wie der Lausitz. Die Region hat sich in den vergangenen 25 Jahren erfolgreich einem tiefgreifenden Strukturwandel unterzogen. Darauf aufbauend gilt es, die Lausitz weiter strategisch auszurichten.

Woidke hatte zu dem Treffen eingeladen. Für die Katholiken im Land Brandenburg sind das Erzbistum Berlin, das Bistum Görlitz und das Bistum Magdeburg zuständig. Der Norden und Westen gehören zum Erzbistum Berlin, die Lausitz ist Teil des Bistums Görlitz, und zwei Pfarreien im Westen des Landes gehören zum Bistum Magdeburg. Die Katholische Kirche in Brandenburg hatte Ende 2013 knapp 80.000 Mitglieder. Das entspricht einem Bevölkerungsanteil von etwa 3,3 Prozent.

Stefan Förner Pressesprecher Erzbistum Berlin

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