26. April 2021

Nach drei vergeblichen Anläufen: Kinderhaus in Wittichenau ist gesegnet

Drei Anläufe wurden unternommen, die neue Kindertageseinrichtung in Wittichenau, die seit dem 1. März vorigen Jahres geöffnet ist, einzuweihen. Jedes geplante Mal hatte Corona einen Strich durch die Planung gemacht. Ein großes Fest sollte es werden, mit einem Tag der offenen Türen, mit Ministerpräsident Michael Kretschmer und weiteren Personen, die dazu beigetragen haben, dass das „Katholische Kinderhaus St. Marien“, das den Namen der Mutter Jesu trägt, auf einem großen Grundstück, inmitten der Stadt Wittichenau, entstehen konnte.

Das Kinderhaus Jakubetzstift am anderen Ende der Stadt, platzte aus allen Nähten und so wurde beschlossen, neu zu bauen. Bauherr und Eigentümer ist die Stadt Wittichenau. 2018 wurde der Grundstein gelegt, ein Jahr später war Richtfest und im vorigen März Eröffnung. Auf insgesamt 2000 Quadratmetern finden Krippen-, Kindergarten- und Hortkinder in dem zweistöckigen lichtdurchfluteten Gebäude optimale Bedingungen vor.

Zwölf katholische Kindergärten (klingt besser als die Abkürzung Kita) gibt es im Bistum Görlitz.  Für Bischof Wolfgang Ipolt ist die Arbeit, die darin geleistet wird, überaus bedeutungsvoll. „Pädagogik, das heißt: ein Kind führen, auf gute Weise“, sagt er und verweist darauf, dass Erziehung als erstes durch Beispiele, durch Vorbild und Vorleben geschieht.  Kinder schauen auf das Verhalten der Erwachsenen. „In diesem Haus, das den Namen der Gottesmutter trägt, braucht es einen Stil, der von der Ausstrahlung Jesu Christi abfärbt“, sagte er unter anderem.

Pfarrer Wolfgang Kresak erinnerte daran, dass in diesem Jahr ein Jubiläum ansteht: 125 Jahre katholische Arbeit mit Kindern in Wittichenau. 1896 hatte Pfarrer Robert Krause mit den Barmherzigen Schwestern vom heiligen Karl Borromäus eine Kinderverwahranstalt für 30 Kinder eröffnet, mit zwei Ordensschwestern. Die Einrichtung wurde – wie ein Wunder – von den Nationalsozialisten nicht geschlossen und sie hat die DDR-Zeit überdauert, obwohl Kindereinrichtungen in der Verantwortung der Kirchen nicht gern gesehen waren.

Bevor der Bischof die Einrichtung segnete und mit zwei Ministranten, Pfarrer Kresak, unter Führung durch deren Leiterin Thérèse Hörauf, durch das Haus gingen und der Bischof mit Weihwasser die Räume besprengte, präsentierte eine kleine Abordnung von Kindern den 38 geladenen Gästen ein kurzes Kultur-Programm. Während diese auf Abstand im Freien stehenden, getesteten und mit Mund-Nasen-Schutz versehenen Geladenen dem Lied und den Orff-schen Instrumenten lauschen konnten, mussten die Eltern dieser Kinder hinter dem Zaun bleiben, mit der Hoffnung, dass das angekündigte große Fest irgendwann nach Corona nachgeholt wird.

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