10. November 2016

Mönche von Stift Heiligenkreuz entscheiden sich für Neuzelle

199 Jahre nach der 1817 vollzogenen Säkularisation des Klosters Neuzelle in Brandenburg in Deutschland haben die Mönche von Stift Heiligenkreuz in ihrer Kapitelsitzung am 10. November 2016 entschieden, die Einladung von Bischof Wolfgang Ipolt aus Görlitz anzunehmen und eine Wiederbesiedelung des Klosters Neuzelle zu wagen.
Von einem „Zeichen des Aufbruchs für unser Bistum Görlitz und die ganze Region“ sprach Bischof Wolfgang Ipolt in einer ersten Reaktion. „Ich freue mich, dass Neuzelle nach 199 Jahren wieder Heimat für eine geistliche Gemeinschaft von Zisterziensern sein wird.“ Mit der Wiederbesiedelung des Klosters erhofft sich Bischof Ipolt ein „geistliches Zentrum“, das „für viele Menschen eine Kraftquelle und ein Ort des Auftankens“ sein wird. „Ein Kloster ist ein Ort, an dem Gott gesucht und erfahren werden kann. Das ist ein echtes und großes Bedürfnis in unserer Zeit!“
Der Heiligenkreuzer Abt Maximilian Heim sagte: „Unter den vielen Nachfragen, ob Stift Heiligenkreuz nicht eine Neugründung an unterschiedlichsten Orten machen könnte, haben wir uns aus mehreren Gründen für Neuzelle entschieden: Es ist ein Ort, an dem die fast 750-jährige zisterziensische Architektur und Kultivierung des Landes noch heute sichtbar ist. Die Kernzelle dieser reichen Geschichte ist die Stiftskirche, in der – trotz gesellschaftlicher und politischer Umbrüche – das Gotteslob nie verstummte. Aus dieser Kraft der Gottesbegegnung haben Mönche in der Vergangenheit in der ganzen Region segensreich gewirkt. Wenn nach einer 200-jährigen Unterbrechung hier eine Wiederbesiedelung in Angriff genommen wird, ist das ein Hoffnungszeichen für viele suchende Menschen an einem Ort, der als Grenzregion Ost und West, Nord und Süd miteinander verbindet. Der Kontakt zu den polnischen Nachbarn und die alten schlesischen Wurzeln können zeigen, dass der christliche Glaube verbindet und nicht trennt. Es ist also die rechte Zeit, ein Kairos zum 750-Jahr-Jubiläum von Neuzelle, diese Wiederbesiedelung zu wagen. Dazu braucht es noch viele vorbereitende Gespräche und weitere Klärungen. Wir bitten alle um ihr Wohlwollen, ihre Unterstützung und – soweit sie gläubig sind – um ihr Gebet.“

Ab heute laufen die Vorbereitungen für den Neuanfang des klösterlichen Lebens in Neuzelle. Dieser Weg soll mit der feierlichen kirchenrechtlichen Errichtung eines Priorates Neuzelle 2018 abgeschlossen sein. Acht Mönche sollen das Klosterleben in Neuzelle aufnehmen. Sie werden dort das Chorgebet und die Liturgie feiern, in der Pfarr- und Wallfahrtsseelsorge wirken, geistliche Angebote ermöglichen und Gäste empfangen. Das Kloster Neuzelle (Nova Cella) ist eine in der Niederlausitz gelegene Abtei des Ordens der Zisterzienser. Sie wurde im 13. Jahrhundert vom Haus Wettin gegründet und 1817 durch die Regierung Preußens säkularisiert. Seit 1996 wird das Stift Neuzelle mit dem dazugehörigen Gut als öffentlich-rechtliche Stiftung des Landes Brandenburg geführt.
Stift Heiligenkreuz im Wienerwald wurde 1133 als Zisterzienserstift gegründet und besteht seitdem ohne Unterbrechung. Mit derzeit 98 Mönchen hat Heiligenkreuz die Höchstzahl an Mönchen seit über 300 Jahren.

Die Nachricht aus Heiligenkreuz hat im Bistum Görlitz große Freude ausgelöst. Nachdem Bischof Ipolt die Mitarbeiter des Bischöflichen Ordinariates vor dem Angelus-Gebet über die frohe Botschaft informiert hat, wurde das „Te Deum“ angestimmt. Die Mönche haben es etwa zeitgleich in Heiligenkreuz gesungen.

Foto – mit freundlicher Genehmigung: www.stift-heiligenkreuz.org

Die Nachricht aus Heiligenkreuz in einigen Medien:

Lausitzer Rundschau

ORF.at – Radio Niederösterreich

Märkische Oderzeitung

Sächsische Zeitung in Görlitz

katholisch.de

Berlin.de

SVZ.de

domradio.de

Radio Berlin-Brandenburg rbb

ard

Auf diesen Filmbeitrag macht Ernst Steppan aus der Pfarrei Luckau aufmerksam.

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