1. November 2014

„Mit Herz & Seele“: Bischof Clemens Pickel gewährt in seinem Buch Einblicke in das Leben der Menschen in Russland – Drei Exemplare des Buches werden hier verlost – Ihr Mittun ist dabei gefragt

Der Ukraine-Konflikt hat den Blick wieder mehr nach dem Osten gerichtet. Von dort kommen die „ermutigenden Gedanken eines deutschen Bischofs in Russland“:  Clemens Pickel, Bischof in Saratow (Russland), der zum Abschluss der Renovabis Pfingsaktion 2011 in Görlitz war (Fotos), gibt in seinem Buch: „Mit Herz & Seele“  tiefe Einblicke in das Leben der Menschen, die in unendlich anmutenden Weiten leben. Wir öffnen hier einige „kleine Fenster“ aus diesem Buch und verlosen drei Exemplare.  Damit verbunden möchten wir Sie ermutigen, sich mit Texten oder Bildern zu Wort zu melden, sich einzumischen und damit helfen, an einer menschlicheren Welt zu bauen.  (Weiteres dazu steht am Ende dieses Beitrages.)

„Christina ist elf Jahre alt. Mit ihren Eltern muss fliehen. Einer der vielen nachsowjetischen Bürgerkriege hatte ihr Land heimgesucht. Heute leben sie in einem kleinen Haus. Keiner weiß, wem es so richtig gehört. Christina hat einen neuen Vater. Er trinkt, wie fast alle in der vergessenen Siedlung fünfzig Kilometer landeinwärts“… Clemens Pickel erzählt in dem soeben erschienenen Buch: „Mit Herz & Seele“ von seinen Erlebnissen in einem Land, das seit fast 20 Jahren seine neue Heimat ist. Clemens Pickel ist katholischer Bischof in Südrussland, dessen Bistum vom Schwarzen- bis zum Kaspischen Meer reicht, von der Wolga durchflossen wird und viermal so groß ist wie Deutschland.

„Jetzt sitzt Christina in der Schule. Wie gewöhnlich hat sie heute Morgen nichts gegessen, weil es zu Hause nichts gibt. In Christinas Siedlung leben fast achtzig solcher Familien. Brot wird heute gebraucht. Wenn Brunnen gegraben würden, könnten die Leute am Rande der Steppe etwas anbauen und ernten“, analysiert der Bischof die Misere, die kein Einzelfall ist, sondern flächendeckender Notstand: „Die Kirche war Jahrzehnte lang als Opium für das Volk deklariert. Darum nehmen sie den ihrer Meinung nach realistischen Ausweg in den Alkohol“. Hungrige Mägen und verkümmerte Seelen trifft Pickel überall an: „In russischen Dörfern heißt der liebe Gott Wodka“, sagt er und hilft mit seinen für diese Riesenfläche wenigen Mitarbeitern. Bernadette Rausch aus Görlitz war eine von ihnen. Eineinhalb Jahre half die Gemeindereferentin in der Diözese Saratow. „Trotz ärmlicher Verhältnisse habe ich die Menschen dankbar und zufrieden erlebt, anders als in Deutschland. Bischof Pickel, der sehr bescheiden lebt, der kaum eigenen Besitz hat, ist ein Mensch, der mittendrin ist und viele Strapazen auf sich nimmt“. Dazu zählen die Strecken, die er auf mitunter löchrigen Straßen zurücklegt – jeweils etwa 1000 Kilometer in jede Richtung, von Saratow aus.

1961 in Colditz bei Leipzig geboren, lebt er seit 1990 als Seelsorger in Russland, 1991 als Pfarrer von Marx an der Wolga. 1998 wird er, mit 36 Jahren, der jüngste Bischof der Welt. In seinem Buch stellt er Episoden aus seinem Leben in Südrussland vor: Menschenschicksale, voller Entbehrungen und Sorgen, aber auch vom Glück, das nicht von Reichtum abhängig ist. In Deutschland hat er viele Freunde, die ihm helfen, zu helfen. In Görlitz leben einige von ihnen. „Bischof Pickel ist ein „aufgeschlossener Mensch, zu dem man sofort guten Kontakt hat – es ist beeindruckend, wie präsent er sofort als Mitmensch ist“, sagt Theresia Grallert. Über ihre Tochter Katharina Handrick hat sie Pickel kennengelernt. Die Krankenschwester hat ein Jahr lang mit ihm im Benno-Krankenhaus in Bautzen zusammengearbeitet. Das war nach Pickels Studium. „Ich bin der Clemens“, mit diesen Worten hat er sich vorgestellt, hat sich die Ärmel hochgekrempelt und angepackt. Mit seiner Art erschließt er sich die Menschen“, sagt Katharina Handrick, die im E-Mail-Kontakt mit dem Bischof steht, wie viele andere auch. Sie verfolgt seinen Blog im Internet: kath.ru.blogspot.de, hört seine Rundfunkansprachen, beispielsweise Morgenandachten beim mdr. Möglichst jedes Jahr besucht Pickel Deutschland. Hin und wieder auch Görlitz. Katharina Handrick stellt dabei immer wieder fest: „Clemens ist unverändert ein bescheidener Mann geblieben“. Generalvikar Dr. Alfred Hoffmann kennt Clemens Pickel von seiner Priesterausbildung. Pfingsten 2012 besuchte er Görlitz und die beiden redeten miteinander. Hoffmann sagt: „Bischof Clemens ist sehr engagiert.  Auch von Gläubigen im Bistum Görlitz erhält er, für seinen Dienst in Russland, vielfach Unterstützung“. Die braucht er auch, um zu helfen. Sprechen Pessimisten von einem Fass ohne Boden, das man nicht erst anfangen sollte zu füllen, schüttet Pickel bereits den ersten Eimer in dieses Fass: Christina und andere Kinder erhalten Essen, Nachhilfeunterricht, medizinische Betreuung und den Glauben an Hoffnung. „Wenn die Gesellschaft oder gar die eigene Familie versagen, dann ist es ein großes Geschenk, wenn man die Kirche als Zuhause erleben darf“. Clemens Pickel sagt über seine Zeit in Russland: „Als ein Fachmann in den Fragen des Glaubens, der anderen helfen wollte, froh, zufrieden, ja glücklich zu werden, bekam ich mehr, als ich je geben konnte“.

Was macht menschlichen Reichtum aus? – Was macht Menschen glücklich? Und was können wir Reichen tun, um Nöte zu lindern, Mitmenschen glücklicher, die Welt menschlicher zu machen?

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Per Post: Bischöfliches Ordinariat Görlitz, Pressestelle, Carl-von-Ossietzky-Str. 41/43, 02826 Görlitz

oder per E-Mail: presse@bistum-goerlitz.de

Kennwort: Herz & Seele

Unter allen Einsendern verlosen wir drei Bücher „Mit Herz & Seele“. Einsendeschluss ist der 15. Dezember 2014. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Einige Einsendungen sollen veröffentlicht werden. Wenn Sie dies nicht (oder nicht unter ihrem Namen und Wohnort) wünschen, schreiben Sie es bitte dazu.

Auszüge aus dem Buch: Bischof Clemens Pickel: „Mit Herz & Seele“ hier

ISBN 978-3-7462-4026-8, St. Benno-Verlag Leipzig, 2014 9,95 Euro

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