28. November 2015

Meilenstein zwischen Deutschen und Polen

„Wir vergeben und bitten um Vergebung“
50 Jahre deutsch-polnische Versöhnung

„Meilenstein zwischen Deutschen und Polen“– unter dieser Überschrift brachte der Bayerische Rundfunk am vorigen Sonntag einen Beitrag über „Versöhner und Brückenbauer“. Journalistin Marion Krüger-Hundrop aus Bamberg war für diesen Beitrag – und weitere in verschiedenen Zeitungen – in die Europastadt Görlitz-Zgorzelec gereist. Neben Bischof Wolfang Ipolt sprach sie mit Pfarrer Krystian Burczek und Franziskanerpater Lazarus Zukowski. In der St. Bonifatius-Kirche in Zgorzelec (Foto) traf sie die „Brückenbauer“ Dekan Maciej Wesolowski und Dr. Alfred Hoffmann. Dessen Sekretärin, Marta Landowski (links), übersetzte.

Der fast halbstündige Beitrag im Bayerischen Rundfunk, BR2,  ist als Podcast verfügbar und auf dieser Internetseite zu finden.

„Gegen Ende des Zweiten Vatikanischen Konzils, am 18. November 1965, brachen die polnischen Bischöfe mit einem Tabu: In einem Brief an ihre deutschen Amtsbrüder bedauerten sie das Leid der Kriegs-Vertriebenen des Zweiten Weltkriegs, baten zugleich darum, die Bedeutung der neuen Westgebiete für Polen zu verstehen. Der Brief endete mit den berühmten Worten: „Wir gewähren Vergebung und bitten um Vergebung“. Die deutschen Bischöfe antworteten zustimmend am 5. Dezember 1965. Sie ergriffen gleichsam die ausgestreckten Hände der polnischen Amtsbrüder. Der Briefwechsel zählt bis heute zu den Meilensteinen im Annäherungsprozess zwischen ehemals verfeindeten Nationen. Nicht nur auf der Ebene der beiden Bischofskonferenzen, sondern auch an der Basis lösten die Schreiben Reaktionen aus: Laien formulierten auf dem Katholikentag 1966 in Bamberg die sogenannte „Bamberger Erklärung“ zur Versöhnungsinitiative der Bischöfe. Marion Krüger-Hundrup hat Zeitzeugen befragt und sich in der deutsch-polnischen Europastadt Görlitz-Zgorzelec auf Spurensuche nach den Wirkungen des Briefwechsels gemacht. Der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick, Leiter der deutsch-polnischen Kontaktgruppe der beiden Bischofskonferenzen, würdigt die Bedeutung des Dokuments im historischen und gegenwärtigen Kontext.“ Einen der Zeitungsbeiträge, die mit dem Besuch in der Europastadt Görlitz-Zgorzelec entstanden ist, können Sie hier lesen.

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