10. April 2009

Katholiken gedenken des Todes Jesu Christi am Kreuz

2009-04-10_karfreitag

      Wenn ihr den Menschensohn erhöht habt,
dann werdet ihr erkennen, dass ich es bin.
Ihr werdet erkennen, dass ich nichts im eigenen Namen tue,
sondern nur das sage, was mich der Vater gelehrt hat.
Und er, der mich gesandt hat, ist bei mir.
Er hat mich nicht allein gelassen,
weil ich immer das tue, was ihm gefällt.
(Joh 8, 28-29)
        Görlitz (pbg.) Die katholischen Christen in der Diözese Görlitz haben am Karfreitag in Feiern des Leidens und Todes Christi gedacht. Wie hier (Foto oben) in der St. Johannes-Kirche im Görlitzer Stadtteil Weinhübel sind die Christen zur Karfreitagsliturgie zusammengekommen. Am Karfreitag und Karsamstag, dem Tag der Grabesruhe, finden traditionell keine Eucharistiefeiern statt. Die Karfreitagsliturgie besteht aus dem Wortgottesdienst, der Kreuzverehrung und der Kommunionfeier. Der Gottesdienst beginnt in der Regel um 15 Uhr, zur überlieferten Todesstunde Jesu. Die liturgische Farbe, also die Farbe der Messgewänder, ist rot. Rot steht hier als Zeichen für das im Leiden und Sterben Jesu vergossene Blut. Der Wortgottesdienst des Karfreitags bildet den alten und eigentlichen Kern der „Feier vom Leiden und Sterben Christi“. Er beginnt nach schweigendem Einzug mit einem stillen Gebet aller, währenddessen sich die zelebrierenden Priester als Zeichen äußerster Demut auf den Boden hinstrecken, die übrigen Mitfeiernden niederknien. Auf das Eröffnungsgebet folgen biblische Lesungen aus Jesaja 52,14–53,12 und Hebr 4,14–16; 5,7–9. Höhepunkt der Wortfeier ist die Verkündigung des Leidensevangeliums Christi nach dem Evangelisten Johannes, die in der Regel mit verteilten Rollen erfolgt (Joh 18,1−19,42). Es ist die längste Schriftlesung in der katholischen Liturgie. Der Wortgottesdienst endet mit den Großen Fürbitten. Die Kreuzverehrung bildet den zweiten Teil der Feier. Ein Kreuz mit oder ohne Darstellung des Gekreuzigten wird den Mitfeiernden hoch erhoben gezeigt und der Priester lädt alle mit einem gesungenen Ruf zur Kreuzverehrung ein. Dieser traditionelle Gebetsruf lautet „Seht das Kreuz, an dem der Herr gehangen, das Heil der Welt. Kommt, lasset uns anbeten!“ Dabei wird entweder ein verhülltes Kreuz in den Altarraum gebracht, dort in drei Schritten enthüllt und gezeigt. Oder ein unverhülltes Kreuz wird in Prozession vom Kircheneingang zum Altarraum getragen und während der Prozession dreimal die Kreuzerhöhung mit dem Aufruf zur Kreuzverehrung vorgenommen. Danach treten alle Mitfeiernden prozessionsweise zum Kreuz und verehren es durch die klassischen Zeichen der Kniebeuge und des Kusses. Die folgende schlichte Kommunionfeier wird eingeleitet mit dem Vaterunser und abgeschlossen durch ein Schlussgebet nach dem Kommunionempfang. Da am Karfreitag keine Eucharistiefeier stattfindet, werden für die Kommunion genügend Hostien aus der Messe vom Letzten Abendmahl am Gründonnerstag aufbewahrt. In katholischen Kirchen schweigen nach alter Tradtion die Orgel und die Kirchenglocken nach dem Gloria der Messe vom letzten Abendmahl am Gründonnerstag. An die Stelle der Glocken und Schellen treten Ratschen oder Klappern. Am Karfreitag und Karsamstag brennt das Ewige Licht nicht, und die Liturgie wird an einem von jeglichem Schmuck entblößten Altar gefeiert. Die einzigen Kerzen brennen beim provisorischen Aufbewahrungsort des Allerheiligsten.          

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