5. Juni 2023

Jugendwallfahrt: Dem Nächsten die Liebe Gottes zeigen

Jugendwallfahrt: dem Nächsten die Liebe Gottes zeigen

 

Rund 100 Jugendliche machten sich am 3. Juni zu Fuß auf den Weg nach Neuzelle. Das Thema der jährlichen Jugendwallfahrt war das Jahresmotto des Bistums Görlitz „Wer ist mein Nächster?“. Dabei wurden die Jugendlichen von den beiden frühchristlichen Märtyrerinnen Perpetua und Felicitas begleitet, deren Leben und Vorbild betrachtet wurde.

Niemand verlange von uns heute, dass wir alle Märtyrer werden und so weit gehen wie Perpetua und Felicitas, betonte Bischof Wolfgang Ipolt in seiner Predigt bei der abschließenden Heiligen Messe am 4. Juni in der Wallfahrtskirche Neuzelle. „Aber jeder von euch hat viele Möglichkeiten, aus Liebe zu Gott dem Nächsten etwas davon zu zeigen – was in unseren Kräften steht.“

„Aber jeder von euch hat viele Möglichkeiten, aus Liebe zu Gott dem Nächsten etwas davon zu zeigen – was in unseren Kräften steht.“

Da sie weder Jungfrauen waren noch spektakuläre Wunder vollbrachten, passen Perpetua und Felicitas gar nicht in das „typische Bild“ römischer Märtyrerinnen, wie das Begleitheft zur Wallfahrt informierte. Stattdessen gehört ihre Leidensgeschichte zu den ältesten historisch gesicherten Werken der christlichen Literatur. „Ich glaube, diese beiden Frauen waren von der hingebenden Liebe dieses Gottes äußerst berührt und überzeugt“, sagte Bischof Ipolt in seiner Predigt. „Sie sind ja nach langem Suchen zum Glauben gekommen und als Erwachsene getauft worden – obwohl sie sicher ahnten, was das für Folgen hat. Man darf sicher sagen: Ihre Liebe zu Gott, ihre Entscheidung für ihn, war ein großes Beispiel und ein Zeugnis für viele andere Mitchristen.“

Auftakt zur Wallfahrt war am Samstagmittag in Eisenhüttenstadt. Nach 8 km Fußmarsch standen in Neuzelle eine Andacht, der Aufbau der Zelte für die Übernachtung und ein Volleyballturnier auf dem Programm. Das geistliche Abendprogramm bildete die von den Zisterziensermönchen gestaltete Jugendvigil mit Lobpreis, Kerzenprozession, Impuls und eucharistischer Anbetung.

„Es ist schon etwas Einmaliges, da ist es schön, dazuzugehören“, sagte Teilnehmer Nils (17). Der Fußweg mit den Impulsen unterwegs war für ihn der Höhepunkt der Wallfahrt: „Und ich freue mich auf das Hochamt zum Abschluss.“ Elsa (14), Charlotte (15) und Konstanze (13) sind jedes Jahr dabei, weil es „immer schön ist und Spaß macht“. Sie freuten sich besonders auf die Jugendvigil – und aufs Grillen am Lagerfeuer danach! Emmanuel (15) „will Gott näher kommen, und die Gemeinschaft ist auch schön“.

Das diesjährige Wallfahrtsopfer der Jugendlichen kommt dem katechetischen Zentrum in Saporischschia (Ukraine) zugute. Das Zentrum arbeitet mit geflüchteten Kindern und Jugendlichen und bemüht sich um die Aufarbeitung von traumatischen Erfahrungen. Mit dem Wallfahrtsopfer wird die Anschaffung von Materialien unterstützt.

Text: Markus Michael Riccabona

 

Der Jugendbildungsreferent Christoph Biesenbach blickt begeistert auf die Wallfahrt zurück:

„Ein herzlicher Dank gilt allen Helfern, die zum Gelingen der Jugendwallfahrt beigetragen haben. Durch die Unterstützung zahlreicher Jugendlicher in der Vorbereitung und vor Ort konnte eine tolle Atmosphäre geschaffen werden. Gerade die Jugendvigil am Samstagabend dürfte dabei vielen Jugendlichen in Erinnerung bleiben. Um diese erneut zu erleben, müssen die Jugendlichen nicht bis zur nächsten Jugendwallfahrt warten, sondern können sich schon am 02.09. (Beginn 19:00 Uhr), am Vorabend der Bistumswallfahrt, erneut auf den Weg nach Neuzelle machen. Auch beim Hochamt herrschte eine andächtige Atmosphäre. Es war zu spüren: Den Jugendlichen ist ihr Glaube wichtig. Gerade die letzten Minuten vor der Messe zeigten dies. Kein Getuschel und Gemurmel, wie es sonst üblich ist. Es herrschte eher eine beeindruckende und erwartungsfrohe Spannung. Letztlich sind es in erster Linie die Teilnehmer, die zum Gelingen einer Veranstaltung beitragen. Und für die machen wir es wirklich gerne und freuen uns jetzt schon auf die Wallfahrt im nächsten Jahr und in der Zwischenzeit auf unsere Kurse, die auf dem Weg dahin liegen. Wir würden uns freuen, viele Gesichter, die bei der Jugendwallfahrt waren, im Don-Bosco-Haus wiedersehen zu können.“

 

Predigt von Bischof Wolfgang Ipolt am 04. Juni 2023 bei der Jugendwallfahrt in Neuzelle.

 

Fotos: Bistum Görlitz (Raphael Erbe)

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