28. Dezember 2022

Jahresrückblick von Bischof Wolfgang Ipolt – Silvester in Görlitz

Jahresrückblick von Bischof Wolfgang Ipolt – Silvester in Görlitz

Zu Silvester finden folgende Gottesdienste in Görlitz statt:

31. Dezember / Heiliger Silvester
16 Uhr: Jahresschlussmesse: Pfarrkirche Hl. Kreuz
17 Uhr: Jahresschlussandacht mit Lucernarium und sakramentalem Segen. Mit Bischof Wolfgang Ipolt: Kathedrale St. Jakobus

01. Januar 2023 / Hochfest der Gottesmutter Maria

10 Uhr: Heilige Messe

Bild: Christian Schmitt In: Pfarrbriefservice.de

Jahresrückblick von Bischof Wolfgang Ipolt

Aus einem Interview mit Simona Block / DPA

Wie ist die Situation im Bistum nach fast drei Jahren Pandemie und neuen Krisen wie Ukraine-Krieg und Energiekosten?

 

Die Pandemie mit ihren Einschränkungen hat die Sehnsucht nach Gemeinschaft deutlich geweckt. Viele Gruppen (Chöre, Ministranten…) können sich wieder treffen. Das ist für das Leben der Gemeinden gut und wichtig. Allerdings sind auch deutlich Abbrüche zu bemerken. Manche Katholiken haben sich den Gottesdienstbesuch während der Corona-Zeit „abgewöhnt“. Das fällt bei unseren kleinen Diasporagemeinden schon auf. 

Die derzeitigen Krisen beschäftigen die Menschen durchaus. Insbesondere die erhöhten Energiekosten sind für viele eine Belastung. Wir haben uns vorgenommen, die Kirchen nicht oder nur sehr wenig zu heizen. Ob das viele von der Mitfeier der Sonntagsmesse abhalten wird, lässt sich noch nicht sagen. Insbesondere an den Weihnachtstagen wird deutlich werden, wer das Fest wirklich in der Kirche mitfeiern wird. 

 

Was bedeutet das für die Einrichtungen und die finanzielle Lage, wo kommt die Arbeit an ihre Grenzen?

 

Zunächst sind alle Kirchengemeinden und Einrichtungen der Caritas zum Sparen und zu Einschränkungen aufgerufen. Das mag für manche ungewohnt sein. Aber wir spüren jetzt, wie ein Krieg in einem Land bei der Vernetzung Europas jetzt alle betrifft. Hier kommt es jetzt auf Solidarität an. Diese äußert sich ja nicht nur in Spenden, sondern auch in der Bereitschaft im eigenen Lebensstil Verzicht einzuüben. Wir haben keinen Grund zum Klagen, nur weil vielleicht bestimmte Gewohnheiten jetzt ausgesetzt werden. Demonstrationen gegen bestimmte Einschränkungen halte ich persönlich deshalb für wenig hilfreich.

 

Welche Herausforderungen gibt es neben der Mitgliederentwicklung und den Finanzen, Stichwort Fachkräftemangel?

 

Natürlich fehlen uns auch – wie in der Wirtschaft – Menschen, die im Auftrag der Kirche arbeiten wollen. Es mangelt in unserem Bistum z. B. an Frauen und Männern die als pastorale Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Glaubensverkündigung wirken wollen. Aber auch bei der Caritas und ihren Pflegediensten fehlen Fachkräfte. Das ist wohl die größte Herausforderung. Gerade in unserem Gebiet, in dem nur etwa 4 % der Einwohner der katholischen Kirche angehören, ist es zunehmend schwerer, Menschen zu gewinnen, die sich mit dem Auftrag der Kirche identifizieren. Dennoch erleben wir auch, wie Menschen, die keiner Kirche angehören, insbesondere bei der Caritas arbeiten und so in Kontakt mit uns kommen.

 

Was sind die Erwartungen mit Blick auf 2023 und Folgende?

 

Ich erwarte und erhoffe vor allem ein Ende des Krieges in der Ukraine.  Hier muss eine politische Lösung gefunden werden. Ich denke, dass dies alle Menschen ersehnen und wünschen. In unseren Gottesdiensten beten wir regelmäßig darum. 

Für unser Bistum erhoffe ich mir – nachdem die meisten Einschränkungen der Pandemie nun gefallen sind – einen neuen Aufbruch im Leben der Gemeinden. Vieles ist jetzt wieder möglich; manches dürfen wir auch neu beginnen. Insbesondere wünsche ich mir, dass die sozialen Medien in den Gemeinden noch mehr für die Verkündigung des Glaubens genutzt werden. Da ist noch Luft nach oben!

 

Das Thema Missbrauch bleibt ja, wie ist da der aktuelle Stand?

 

In unserem Bistum ist das kein allzu großes Thema, da wir seit dem 2. Weltkrieg nur ganz wenige Fälle hatten, die aber bearbeitet worden sind. Ich habe einen guten und kompetenten Beraterstab für die Fragen von sexueller Gewalt. Die Aufarbeitungskommission wollen wir interdiözesan errichten innerhalb der Berliner Metropolie (Bistümer Berlin, Dresden-Meißen und Görlitz) und gemeinsam mit dem Militärbischofsamt in Berlin. Augenblicklich müssen noch einige Fragen geklärt werden, bis die Konstituierung der Kommission stattfinden kann. Ähnliches gilt für den Betroffenenbeirat, mit dem sich die Bischöfe im Oktober erstmalig getroffen haben. 

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