Innensanierung der Kathedrale St. Jakobus 2020/2021 – Teil 5

Die Engel in Sankt Jakobus sind wieder da

„Die Engel sind wieder zurück“, zeigt sich sichtlich erfreut Doris Kohla, die Architektin für die Innensanierung der Kathedrale Sankt Jakobus. Seit über 70 Jahren, keiner kann genau sagen wie lange, waren die Engel, zwei große und zwei kleine Engel, vom Hochaltar verschwunden. Bei der äußeren Instandsetzung der Bischofskirche wurden diese auf dem Dachboden, völlig eingestaubt, die hier wohl mehrere Jahrzehnte im Dornröschenschlaf verharrten, wieder aufgefunden. Danach kamen sie zunächst in die Archivräume des Bistums. Bei der Planung der Restaurierung des Hochaltares wurden die Engel und die verloren gegangenen Kreuzblumen erfasst und für die Reinigung, Ergänzung und Instandsetzung mit vorgesehen. In den letzten Wochen wurden die geborgenen Skulpturen und Schmuckteile zum Wiedereinbau vorbereitet.

Zeitgleich mit der Ankunft der Engel aus der Restaurierungswerkstatt wurden die Sandsteinteile für den Ausbau der Marien- und Taufkapelle der Kathedrale ausgewählt. Der Sandsteinbruch Alt-Warthau/Wartowice südlich von Bunzlau/Bolesławiec ist bekannt für schlesischen Sandstein mit hoher Festigkeit und guter Qualität.

Ein Kleinod aus der Entstehungszeit der Kirche ist die auf den Ziegelstein gemalte Weihnachtsgeschichte, eingefasst von König David und dem Propheten Jesaja. Sie befindet sich unterhalb der Orgelempore, oberhalb des Hauptzugangs. Durch das Restauratorenteam erfolgte hier eine Reinigung, Festigung und teilweise Retusche der Malflächen. Insgesamt ist es erfreulich, dass mit dem abschnittsweisen Rückbau der Gerüste die Raumschalen mit rekonstruierten Wand- und Gewölbeflächen und der Neugestaltung immer mehr Einblicke zulassen.

 

Text und Fotos wurden zur Verfügung gestellt von Ordinariatsrat Thomas Backhaus, dem ehemaligen Leiter der Bauabteilung im Bischöflichen Ordinariat Görlitz.