24. Dezember 2014

„In das nächt’ge Dunkeln fällt ein strahlend Funkeln“ – Heilige Familie fand Herberge im Görlitzer Kaufhaus – und Gott will in unseren Herzen Herberge finden

Mit dem nachstehenden polnischen Weihnachtslied, das aus der Mitte des 19. Jahrhundert stammt und inzwischen nicht nur dort und in Deutschland ein sehr beliebtes Lied ist, wünschen wir Ihnen ein gesegnetes Weihnachtsfest. Es begleite Sie der Frieden des Kindes aus dem Stall von Betlehem.

In dem Lied bringen die Hirten,  einfache Leute, die Kunde von der Geburt des Retters der Welt. Sie blieben wach, als andere den „Schlaf der Gerechten“ schliefen; sie brachen auf, als andere in ihren Hängematten liegenblieben; sie sprachen, sangen, tanzten die Freude über die Geburt dieses besonderen Kindes. Christen freuen sich seit über 2000 Jahren über diese Geburt, auch wenn dieses Ereignis von anderen als „Märchen“ und „Firlefanz“ abgetan wird.

In der Predigt während der Christmette in der Kathedrale St. Jakobus in Görlitz thematisiert Bischof Wolfgang Ipolt die Herbergsuche. Er sagt „Jemandem Herberge geben, das bedeutet aber auch, Menschen, die seelisch heimatlos sind, anzunehmen – sich ihnen zuzuwenden und ihnen die Tür des eigenen Herzens nicht zu verschließen. Jeder von uns kennt solche Menschen. In der ,Herberge unseres Herzens‘ Platz zu schaffen für sie – dazu lädt uns Weihnachten ein“. In seiner Predigt am ersten Weihnachtstag sieht Bischof Ipolt es als „ein Geheimnis und ein Rätsel“ an, „warum Menschen ihn nicht aufnehmen. Aber Gott hat dieses Rätsel selbst eingeplant – er hat uns mit der Freiheit beschenkt, die nun einmal dazu gehört, um Ja zu sagen zu dem, was Gott dieser Welt, unserer Welt schenken will.“

Eine Szene, die sich an einem Abend Mitte Dezember in der Görlitzer Innenstadt abspielte: Herrnhuter Sterne beleuchten die Dialogkrippe im Görlitzer Kaufhaus am Demianiplatz, das derzeit Baustelle ist. Kinder drücken sich an den Schaufenstern die Nasen platt. Eine Mutter erklärt ihrem Sohn: „Auf das Kind kommt es an“. „Aber das ist doch so klein, warum ist das Kind wichtig“, erwiderte dieser. „Etwas Größeres als dieses Kind gibt es nicht“, sagte die Mutter und: „Gott wurde Mensch, weil er uns liebt und damit Menschen zu Gott kommen können“. Eine ältere Dame schüttelt ihren Kopf und geht.

Das Schaufenster ist seit einigen Tagen wieder leer; die Krippenfiguren fanden an einem anderen Ort Herberge.

„Gdy się Chrystus rodzi i na świat przychodzi,
Ciemna noc w jasnościach promienistych brodzi.
Aniołowie się radują, Pod niebiosa wyśpiewują:
Gloria, Gloria, Gloria in excelsis Deo!

Als die Welt verloren, Christus ward geboren;
in das nächt’ge Dunkeln fällt ein strahlend Funkeln.
Und die Engel freudig singen unterm Himmel hört man’s klingen:
Gloria, Gloria, Gloria in excelsis Deo!

Mówią do pasterzy, którzy trzód swych strzegli,
Aby do Betlejem czym prędzej pobiegli,
Bo się narodził Zbawiciel, Wszego świata Odkupiciel.
Gloria, Gloria, Gloria in excelsis Deo!

Und die Engelscharen bei den Hirten waren,
brachten frohe Kunde von des Heilands Stunde:
„Bei den Herden nicht verweilet und nach Bethlehem hin eilet.“
Gloria, Gloria Gloria in excelsis Deo!“

 

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