25. März 2016

Hingabe in Freud und Leid – die drei österlichen Tage haben begonnen

Mit der Feier des Letzten Abendmahls am heutigen Gründonnerstag haben die drei österlichen Tage von Leiden, Tod und Auferstehung des Herrn begonnen. Bischof Wolfgang Ipolt feierte in der Kathedrale den Gründonnerstag, indem er zwölf Frauen und Männern aus der Pfarrei Heiliger Wenzel in Görlitz die Füße wusch.

In seiner Predigt ging Bischof Wolfgang auf den Beginn des heutigen Hochgebetes ein: „Darum kommen wir vor dein Angesicht und feiern in Gemeinschaft mit der ganzen Kirche den Tag, an dem unser Herr Jesus Christus sich für uns hingegeben hat.“ Das Wort Hingabe kann sowohl negativ als auch positiv ausgelegt werden: Hingabe verbunden mit Auslieferung, Kapitulation oder Hingabe im Sinn von Leidenschaft, Freude. „Wer mit Leidenschaft etwas tut, der ist ganz dabei, den kann nichts ablenken oder abbringen, weil er sich ganz und ohne Vorbehalt dieser oder jener Sache widmet. Und da spüren wir: Hingabe in diesem guten Sinn hat etwas mit Liebe zu tun, mit Liebe zu einer Sache, zum Beruf, zu einem Menschen, für den man sich verantwortlich weiß.“ so Bischof Wolfgang. Die Liturgiefeier zum Gründonnerstag führt uns „Hingabe“ im positiven Sinn vor: „Jesus hat sich für uns alle hingegeben – er war nicht auf sein Leben bedacht, sondern mehr auf das unsere, damit wir es in Fülle finden. Diese seine Art zu lieben deutet der Herr den Seinen im Abendmahlssaal schon im Voraus, indem er ihnen die Füße wäscht und indem er das neue Paschamahl einsetzt.“ Zudem bekräftigt Bischof Wolfgang, dass die liturgische Fußwaschung keine Erinnerung oder Nachahmung von einem Ereignis ist. Vielmehr halten uns die Frauen und Männer aus dem Gottesvolk eine sichtbare Predigt. „Sie erinnern uns daran, dass Jesus mit seinem Tun nicht Zuschauer, sondern Nachfolger gewinnen wollte. ‚Begreift ihr, was ich an euch getan habe?‘ – so fragt er an diesem Abend auch uns und die ganze Kirche.“

Am Ende der Gründonnerstagsliturgie wurde der eucharistische Leib Christi im Seitenaltar der Kathedrale zur Verehrung ausgesetzt. Im Anschluss an die Feier lud die Gemeinde Heiliger Wenzel zu einer Agape ein.

Die Predigt von Bischof Wolfgang Ipolt im Wortlaut.

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