7. Juni 2022

Fester Platz für die Reliquie Hildegard Burjans

Am Pfingstsonntag wurde der Seligen eine Kapelle in der Görlitzer Kathedrale St. Jakobus geweiht.

Von Ines Eifler

Als die Sozialpolitikerin und Ordensgründerin Hildegard Burjan vor zehn Jahren im Wiener Stephansdom seliggesprochen wurde, bekam das Bistum Görlitz eine ihrer Reliquien geschenkt. Am Pfingstsonntag wurde ihr nun eine Kapelle in der St.-Jakobus-Kathedrale geweiht, wo die Reliquie verehrt werden kann.

Über die besondere Beziehung der gebürtigen Görlitzerin zu Christus und den Menschen sprach Susanne Krendelsberger aus Wien, die Generalleiterin der von Hildegard Burjan gegründeten Schwesterngemeinschaft Caritas Socialis. „Sie hatte eine große Sehnsucht nach Gott“, sagte sie während der Pfingstvesper. „Sie vertraute in all ihrem Tun auf die Führung durch den Heiligen Geist und sie folgte ihrem Leitspruch ‚Die Liebe Christi drängt uns‘.“

Unerwartete Genesung führte zum christlichen Glauben

Als Tochter einer jüdisch-liberalen Familie war Hildegard Lea Freund 1883 in Görlitz zur Welt gekommen, hatte Literatur und Philosophie in Zürich sowie Sozialwissenschaften in Berlin studiert. Dort erkrankte sie kurz nach ihrer Promotion zum Dr. phil. an einer lebensbedrohlichen Nierenkolik und wurde im St.-Hedwigs-Krankenhaus von Borromäerinnen gepflegt. Nach monatelanger Krankheit erfuhr Hildegard Burjan entgegen aller Voraussagen eine unerwartete Genesung, die am Ostersonntag 1909 einsetzte und sie von der Wahrheit der christlichen Religion überzeugte.

Wenige Monate später ließ sie sich taufen und zog mit ihrem Mann nach Wien, wo sie trotz großer ärztlicher Bedenken eine Tochter zur Welt brachte und schließlich nach dem „Verband der christlichen Heimarbeiterinnen“ und dem Verein „Soziale Hilfe“ 1919 die religiöse Schwesterngemeinschaft „Caritas Socialis“ gründete und leitete. Bis heute widmen sich die Schwestern karitativen Aufgaben und setzen sich gegen die Ausbeutung von Frauen ein.

Hildegard Burjans Orden in Görlitz

Auch in Görlitz ist der Orden vertreten. Die beiden Caritas-Socialis-Schwestern Martina Theiner und Maria Zemmer leben im Geburtshaus Hildegard Burjans in der Görlitzer Elisabethstraße und gestalteten am Sonntag die Pfingstvesper mit. Schwester Maria las aus dem zweiten Korintherbrief, aus dem Hildegard Burjans Leitspruch stammt. Schwester Martina las aus einem Brief der Seligen, in dem sie beschrieb, wie der Heilige Geist „alles Verwundete heilen“, „alles Widerstrebende ausgleichen“ und „alles Dürre mit dem Tau seiner Gnade“ benetzen könne, wenn man nur die Sehnsucht nach Gott vertiefe und sein Herz leer mache von allem Kleinlichen und Hemmenden.

In diesem Sinne lud Bischof Wolfgang Ipolt zu einer Prozession in die Nordwestkapelle der Kathedrale ein und setzte die Reliquie – ein winziges Knochenstück – im Beisein der Gemeinde in einen gläsernen Schrein in der Wand ein. „Die selige Hildegard Burjan soll immer bei uns sein, wenn wir Gottesdienst feiern“, sagte er. „Ihre Fürsprache soll uns helfen, einander und Gott näher zu sein.“

Fotos: Ines Eifler

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