8. Dezember 2019

Bischof Ipolt nimmt am Nikolaustag die Wittichenauer Pfarrkirche wieder in Dienst und zelebriert in der Nikolauskapelle in Kotten

Mit einer deutsch-sorbischen Andacht wurde am Abend des Gedenktages des Heiligen Nikolaus von Myra, am 6. Dezember, die Wittichenauer Pfarrkirche wieder in Dienst genommen.

An der Eingangstür der Kirche ist die Ziffer „6“ angebracht. Die Weihwasserbecken in der Pfarrkirche sind noch ohne Weihwasser, als um 17.00 Uhr von der Orgel ein Präludium während des Einzugs erklingt, danach das Lied: „Macht hoch die Tür“. Auf das Öffnen der Türen hat die Gemeinde gewartet. Viele Monate hat sie in der Kreuzkirche Gottesdienste gefeiert, denn die Pfarrkirche war Baustelle. Grundhaft wurde sie saniert, unter anderem die Beleuchtung. Die sorgt nun  selbst bei kleinen Schriften für gute Erkennbarkeit, so in den Büchern mit dem dem sorbischen Lied: „Cyrkej swjata Chrstusowa“.

Nach der liturgischen Eröffnung durch Bischof Wolfgang Ipolt, der die Andacht leitet, begrüßt Pfarrer Dr. Wolfgang Křesák die Gottesdienstbesucher. Er erinnert daran, was in und an der Pfarrkirche bereits erneuert wurde, ist besonders der Pfarrgemeinde dankbar für alle Spenden und ehrenamtlichen Leistungen, die im Laufe der Jahre erbracht wurden. Pfarrer Křesák erinnert an den Glockenguß in Lauchhammer, die Dachsanierung mit Weltkugel, Wetterfahne und Kreuz, an die Erneuerung der Fenster – dem einzigen Marienzyklus im expressionistischen Stil – des Dresdner Kunstmalers Hubert Rüther. Ein Höhepunkt war die Segnung des sanierten und restaurierten Rosenkranzaltars. „Heute ist wieder ein Höhepunkt in unserer Pfarrkirche und wir freuen uns, dass es sich unser Bischof nicht hat nehmen lassen, dabei zu sein“, sagt der Pfarrer.

Das Taufgedächtnis wird  mit der Segnung des neuen Taufortes fortgesetzt. Der Bischof füllt die Weihwasserkessel mit gesegnetem Wasser aus dem Taufbrunnen und zieht zum „Asperges“ – durch den Mittelgang der Kirche zum Haupteingang. Nun werden auch die Weihwasserbecken an den Eingängen wieder gefüllt.

Neu in der Kirche ist der Ort der Verkündigung – der Ambo. Er ist aus Lausitzer Granit. Gespendet wurde er von den Verkündern der Osterbotschaft in jedem Jahr, den Kreuzreitern und Osterreitern. Nachdem der Bischof den neuen Ambo gesegnet hat, ist es ein Frau, die die ersten Worte aus der Heiligen Schrift, die Lesung aus dem Römerbrief (10,9-18), liest. Das Evangelium verkündet Pfarrer Gabriel Nawka in sorbischer Sprache und stellt danach das Evangeliar auf der Vorderseite des Ambo auf und aus. Es soll die Woche über das Evangelium des Sonntags zeigen und zum Nachlesen einladen, wünscht Bischof Ipolt in seiner Predigt. Und er hat einen zweiten Wunsch: „Das geöffnete Gotteshaus sollte möglichst niemals leer sein. Es ist nicht nur ein Ort der Gottesverehrung während der Gottesdienste, sondern auch, wenn wir allein verweilen vor und mit dem Herrn, der hier immer anwesend ist. Es ist ein Ausdruck unseres Glaubens, dass Gott uns etwas wert ist“, sagte der Bischof.

„Lobet den Herrn der Welt“ singt der Kirchenchor nach der Predigt. Und vor der Aussetzung des Allerheiligsten begleitet die Orgel: „Gottheit tief verborgen“. Beim „Te Deum“ lassen zwei Ministranten, wie an Gründonnerstag und in der Osternacht, die Altarglocken während dieses Lob-Liedes dauerhaft erklingen.

Nach dem Marienlied: „Ave Maria klare“ ist die Feier in der Pfarrkirche „Mariä Himmelfahrt“ zu Ende. Einige Menschen bleiben noch: um genauer anzusehen, wie sich das nun wieder helle Gotteshaus verändert hat – und Journalisten, um Fragen beantwortet zu bekommen.  Dass die Arbeiten noch längst nicht abgeschlossen sind, erfuhren sie bereits während der Schlussworte von Pfarrer Křesák: Zu den noch nicht abgeschlosssenen Arbeiten gehören Sakristei, Andachtskapelle, Restaurierung des gotischen Flügelaltares, der in der neuen Andachtskapelle seinen Platz finden soll, Orgelsanierung und Bestuhlung… Es gibt noch reichlich zu tun – und auch die Podeste unter Kirchenbänken knarren noch.

Für Bischof Ipolt ist es noch nicht die letzte liturgische Feier dieses Nikolaustages:

 

In Kotten, einem Dorf, das zur Pfarrei Wittichenau gehört, wird der Bischof bereits erwartet – zur Eucharistiefeier in der Sankt-Nikolaus-Kapelle. Zum ersten Mal feiert er dort – dazu am Gedenktag dieses Heiligen – die Eucharistie. Pfarrer Gabriel Nawka konzelebriert, hat ihn zur Kapelle, die zwischen Wohnhäusern schnell übersehen werden kann, geführt. Bischof Nikolaus habe überraschend geholfen, ohne großes Aufsehen, sagt der Bischof in der Predigt: „Kleine Zeichen der Nächstenliebe, der Nähe stehen uns Christen gut zu Gesicht. Bischof Nikolaus hat auch nicht alle Not der Welt geheilt“, sagte der Bischof, der sich davon beeindruckt zeigt, wie ein Mensch wie Nikolaus solche Kreise ziehen kann, über Grenzen und Jahrhunderte hinweg.

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