1. Mai 2015

Bischof Ipolt: Deutsche Vertriebene sollen Flüchtlingen helfen

Zum 70. Jahrestag des Kriegsendes hat  Bischof Wolfgang Ipolt besonders die Heimatvertriebenen zur Flüchtlingshilfe gemahnt. In einem Interview der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) erinnerte er am vorigen Mittwoch daran, dass nach 1945 Millionen Deutsche aus dem Osten in West- und Mitteldeutschland aufgenommen wurden. „Gerade diejenigen, die das selbst erlebt haben – beziehungsweise ihre Kinder und Enkel – sollten heute ein wenig von dieser Gastfreundschaft zurückgeben“, betonte der Bischof. „Das wäre aus meiner Sicht eine ideale Form der Erinnerung.“ Er fügt an: „Heute ist es ja deutlich weniger dramatisch als damals – auch was die Zahl der Flüchtlinge angeht. Das sollten wir uns bewusst machen.“

Zudem seien Christen aufgerufen, „die Fremden wie unsere Schwestern und Brüder aufzunehmen“. Heute seien wieder Millionen Menschen auf der Flucht oder würden aus ihrer Heimat gewaltsam vertrieben. „Das führt uns doch ganz deutlich vor Augen, dass das Thema nicht nur eins von gestern und vorgestern ist“, sagt Bischof Ipolt. Er nannte sich selbst einen „Bischof mit Migrationshintergrund“. Seine Eltern waren Vertriebene aus dem Sudetenland und kamen 1946 nach Thüringen.

Im Mittelpunkt des Gedenkens „sollten die Themen Verzeihen und Versöhnen stehen“, sagte Bischof Ipolt. Er erinnerte an den Briefwechsel zwischen der Deutschen und der Polnischen Bischofskonferenz vor 50 Jahren. „Das war ein wichtiger Meilenstein, bei dem die Kirche beispielhaft vorangegangen ist“. Er erinnerte an den Satz: „Wir vergeben und bitten um Vergebung“. Diese Bitte habe einen Versöhnungsprozess eingeleitet, „der sehr viel Gutes bewirkt hat“.

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