25. November 2022

Advent – Bereit für die Ankunft Gottes?

Advent – Die Ankunft Gottes

Im Advent bereiten wir uns auf Weihnachten vor.  Die Geburt unseres Gottes und Erlösers Jesus Christus in Bethlehem. Der Advent ist eine kleine Fastenzeit, die uns auf diese Ankunft vorbereiten soll. Mit dem Advent beginnt auch das neue Kirchenjahr.

Es gibt aber eine dreifache Ankunft Gottes auf die wir uns vorbereiten sollen: 

  1. Die Ankunft Gottes in der Zeit, also die Geburt Jesu Christi.
  2. Die Ankunft Jesu Christi als Pantokrator am Ende der Zeiten.
  3. Die Ankunft Gottes in meinem persönlichen Leben.

Tipps für den Advent:

  1. Adventskalender mal anders … >>> TIPPS aus Lübbenau<<<

  2. Mit einem Album durch das >>> Kirchenjahr <<<

 

Advent – Warum, Woher, Wie, Was? Ein Guide zur vorweihnachtlichen Vorbereitungszeit!

 

Download: „Jesse-Baum“ zum Advent (Bastelanleitung)

 

 

>>>Weitere Videos zum Advent, den O-Antiphonen und Weihnachten<<<

 

Gemeinsame Adventsaktion von katholischen Bistümern, Hilfswerken, Orden und Verbänden

Pressemitteilung der DBK mit weiteren Informationen zur Aktion #weltretten

Advent

Im Advent bereitet sich die Christenheit traditionell auf das Fest der Geburt Jesu von Nazareth, auf Weihnachten, vor. Ein weiterer Aspekt der in den Texten des Advents zum Ausdruck kommt, ist die Erwartung Christi am Ende der Zeiten. Die Adventszeit in der heutigen Form geht zurück auf das 7. Jahrhundert. Man bezeichnete sie als Tempus ante natale Domini („Zeit vor der Geburt des Herrn“) oder tempus adventūs Domini („Zeit der Ankunft des Herrn“). Mit dem ersten Adventssonntag beginnt das neue Kirchenjahr.

Die Christen der ersten Jahrhunderte feierten den Advent ursprünglich als Fastenzeit in den Tagen zwischen dem 11. November und dem ursprünglichen Weihnachtstermin, dem Fest der Erscheinung des Herrn am 6. Januar. Nachdem sich in der Westkirche immer mehr der 25. Dezember als Weihnachttermin durchsetzte, legte Gregor der Große im 6. Jhd. die Zahl der Adventssonntage auf vier fest. Seit 1917 wird das Adventsfasten vom katholischen Kirchenrecht nicht mehr verlangt.

Es gibt vielerlei Anregungen die Adventszeit auszugestalten: Der Besuch der Frühschichten in den Gemeinden unserer Seelsorgeeinheit, das Aufgreifen des ökumenischen Hausgebetes oder das persönliche Verweilen vor dem Adventskranz.

Für zahlreiche Christen gehört auch der Empfang des Bußsakramentes oder der Besuch des Bußgottesdienstes zur persönlichen Vorbereitung auf das Geburtsfest Jesu. „Bereitet dem Herrn den Weg“ ist die Überschrift, die Jahr für Jahr über den Adventswochen steht. 

Bild: Christiane Raabe In: Pfarrbriefservice.de

Brauchtum im Advent

Im Laufe der Entwicklung des Christentums haben sich eine Vielzahl von Bräuchen in dieser zentralen Zeit des Kirchenjahres entwickelt, von denen einige hier genannt werden sollen:

Adventskranz

Der Adventskranz symolisiert mit seinen vier Kerzen das Licht, das mit Christus in die Welt gekommen ist. Bereits 1839 ließ der evangelische Theologe Johann Hinrich Wichern (1808–1881) im Betsaal des „Rauhen Hauses“ in Hamburg einen ersten hölzernen Leuchter mit 23 Kerzen aufhängen – 19 kleine rote Kerzen für die Werktage bis Weihnachten, vier dicke weiße Kerzen für die Sonntage.

Ursprünglich im evangelsichen bereich beheimatet hat der Adventskranz sehr bald auch in die katholische Kirche Eingang gefunden. Mitunter findet man auch Adventskränze mit Kerzen in den traditionellen liturgischen Farben der Adventssonntage: drei violette Kerzen für den ersten, zweiten und vierten Adventssonntag, sowie eine rosa Kerze für den dritten Adventssonntag (Gaudete).

Adventskalender

Auf der Basis verschiedener im 19. Jahrhundert entstandener Bräuche des Abzählens der Tage bis zum Weihnachtsfest, vor allem im evangelischen Bereich, entwickelten sich zunächst in Deutschland seit Beginn des 20. Jahrhunderts, insbesondere für Kinder, Adventskalender verschiedenster Gestalt, seit 1920 mit zu öffnenden Türen. Der klassische Adventskalender hat heute 24 Türen, von denen vom 1. bis zum 24. Dezember jeweils eine geöffnet wird.

Rorate-Messen

Mit Rorate werden im Kirchenjahr frühmorgendliche Heilige Messen im Schein von Kerzenlicht bezeichnet. Von seinem Ursprung her ist der „Rorate-Gottesdienst“ eine Messe, die zu Ehren der Gottesmutter Maria gefeiert wird.

Jede Messfeier kann mit einem Eröffnungsvers eingeleitet werden. Die Messe zu Ehren Marias im Advent, aber auch die Messe vom vierten Adventssonntag, beginnt mit den Worten „Rorate caeli desuper et nubes pluant justum!“. Dieser Ruf hat diesem Gottesdienst seinen Namen gegeben. Die Verse sind aus dem Buch des Propheten Jesaja entnommen: „Tauet, ihr Himmel, von oben! Ihr Wolken, regnet herab den Gerechten! Tu dich auf, o Erde, und sprosse den Heiland hervor!“ (vgl. Jes 45,8) Tau, Regen, das bringt den Menschen Leben und Wachstum. Und dieses neue Leben und Heil kommt von oben, wird uns von Gott geschenkt!

Maria hat der Welt das ewige Licht geboren, Jesus Christus. Dieses Licht möchte in jeder „Rorate-Messe“ neu in die Herzen aller Feiernden hineinleuchten und die Finsternis der Welt hell machen. Daran erinnern die Kerzenflammen in der „Rorate-Messe“. Sie wecken in den Gläubigen die Sehnsucht nach der Einheit mit dem einen großen Licht der Welt, Jesus Christus.

Heiligenfeste im Advent

In den Advent fallen einige Feste und Heiligen-Gedenktage. Die wichtigsten seien hier genannt:

Hl. Barbara (4. Dezember)

Am Fest der heiligen Barbara werden vielerorts Barbarazweige geschnitten, die dann zu Weihnachten blühen sollen. Dieser Brauch geht auf die im 3. Jhd. als Märtyrerin gestorbene Hl. Barbara zurück, die von ihrem heidnischen Vater in einen Turm gesperrt und später enthauptet wurde, weil sie ihrem christlichen Glauben nicht abschwor. Der Legende nach soll sich ein Kirchzweig in ihrem Gewand verfangen haben, den sie im Turm ins Wasser stellte und der dort zum Erblühen kam.

Hl. Nikolaus (6. Dezember)

Der Hl. Nikolaus ist wohl einer der popolärsten Heilgengestalten. Vielerorts stellen Kinder übernacht ihre Stiefel oder Teller heraus, um sie am folgenden Morgen gefüllt mit allerlei Süßem vorzufinden. Zurück geht dieser Brauch auf Nikolaus von Myra, der der Übelieferung nach im 3. Jhd. in der gleichnamigen kleinasiatischen Hafenstadt zunächst als Kaufmannsohn und dann als Bischof gewirkt haben soll. Seine in zahlreichen Legenden belegte Fürsorge für die Armen ist auch für uns Anstoß besonders im Advent ein Auge für die Bedürftigen unserer Tage zu haben.

Mariä Empfängnis (8. Dezember)

Das Marienfest steht in enger Beziehung zum Fest Mariä Geburt am 8. September, neun Monate später. Die vollständige (und kirchlich korekte) Bezeichnung des Festes lautet: Hochfest der ohne Erbsünde empfangenen Jungfrau und Gottesmutter Maria. Es stellt Maria als zukünftige Gottesmutter in den Mittelpunkt der Betrachtung. Ihre erwartungsfrohe Haltung soll auch uns in der Vorbreitung auf das Fest der Geburt Jesu ein Vorblid sein.

Hl. Luzia (13. Dezember)

In Schweden und anderen nordischen Ländern ist das Luciafest am 13. Dezember ein fester Bestandteil des vorweihnachtlichen Brauchtums. Es ist geprägt vom Tragen weißer Gewänder und häuslichen Elementen wie traditionellem Gebäck und Gesang. Die vor allem in den skandinavischen Ländern verehrte `Lichtheilige´ und Märtyrerin passt sehr gut in unsere Adventszeit. Im frühen Christentum soll sie, um die Hände frei zu haben, der Überlieferung nach nachts mit einem Lichtkranz auf dem Kopf Bedürfigen Lebensmittel gebracht haben .. ein Anstoß auch für uns heute, die Armen nicht zu vergessen.

Quelle: Dr. Robert Koczy

 

 

Advent, Zeit der Sehnsucht

Bild: Michael Wittenbruch In: Pfarrbriefservice.de

“Wie der Hirsch verlangt nach dem Wasser der Quelle, so verlangt, o Gott, meine Seele nach dir” (Ps 42,2).

Der Advent ist die Zeit der Sehnsucht. Der Zyklus des Kirchenjahres, der mit dem Advent beginnt, lädt uns ein, den großen Gang der Heilsgeschichte nachzuvollziehen, das Schicksal des Menschengeschlechtes in unserem eigenen Leben wiederzuleben, noch einmal Zeugen zu sein der Erbarmungen des Herrn. Advent ist die Zeit der Sehnsucht, des Harrens auf die Erlösung, auf das Erscheinen des Herrn, auf Weihnachten. Und nur nach dem Maße unserer Sehnsucht wird uns die Gnade des Herrn, die Freude von Weihnachten zuteil.

Wir sind zur Sehnsucht berufen! Zu jener Sehnsucht nach dem Herrn, von der die Patriarchen und Propheten beseelt waren. Und die ihre Erfüllung findet an Weihnachten. Aber nach Weihnachten ist die Sehnsucht nicht abgeschafft. Sie bleibt bestehen. Sehnsucht ist die Existenzform wie des Gerechten des Alten Bundes, so auch noch viel mehr die des Christen. Aber durch das erste Weihnachten, als die Fülle der Zeit gekommen, hat diese Sehnsucht eine neue Qualität und Intensität empfangen. Die Sehnsucht des Alten Bundes war ausgespannt zwischen Verheißung und Erfüllung, Finsternis und Licht (cf. Eph 5,8), zwischen Hören und Sehen: im Alten Bund hörten die Israeliten von dem Wort Gottes, das an die Propheten ergangen war. Im Neuen Bund ist das Wort Gottes Fleisch geworden und sichtbar unter uns erschienen (cf. 1 Joh 1). Deshalb ist die Sehnsucht des Christen ausgespannt zwischen Anfang (der Erfüllung) und Vollendung (der Erfüllung), zwischen Licht und Licht, zwischen Sehen und Sehen: zwischen dem Licht, das in unserem Herzen aufgestrahlt ist (2 Kor. 4,6), und dem unzugänglichen Licht, in dem Gott wohnt (1 Tim 6,16); zwischen dem Sehen wie im Spiegel und in Rätseln (1 Kor 13,12) und dem Sehen von Angesicht zu Angesicht. Jetzt schon sehen wir den Herrn: sich verbergend in der entstellten Gestalt des Geringsten seiner Brüder (Mt 25,40); sich gleichzeitig verbergend und offenbarend hinter dem Schleier der Liturgie und Seiner Kirche; sich verbergend und hingebend unter den Gestalten von Bort und Wein. So sehen wir den Herrn, und unsere Sehnsucht ist nicht bloß ahnende Sehnsucht aus der Verheißung, sondern sehende Sehnsucht aus der Erfüllung. Aber was wir von ihm sehen, ist noch nicht ER selbst. “Geliebte, jetzt sind wir Kinder Gottes. Und was wir einmal sein werden, ist noch nicht offenbar. Wir wissen aber, wenn es sich offenbart, dass wir ihm gleich sein werden; denn wir werden ihn sehen, wie er ist” (1 Joh 3,2). Dieses Sehen steht uns noch bevor, und darauf hin spannt sich unsere Sehnsucht.

Das also ist unsere Sehnsucht: sehnendes Sehen und sehendes Sehnen. Trinken und Dürsten, Dürsten und Trinken. “Wer von mir trinkt, den dürstet noch mehr” (Sir 24,21). Wehe dem, den nicht dürstet! Wehe dem, den nicht nach dem Ewigen, nach der Schau des Ewigen dürstet, weil er im Vergänglichen sein Genügen findet. Wen nicht dürstet, der wird verdursten. Er kann nicht empfangen jenes “Wasser, das ins ewige Leben sprudelt” (Joh 4, 14).

Advent: Zeit der Sehnsucht; Zeit, wie Daniel ein “vir desideriorum”, ein Mann der Sehnsüchte (Dan. 10, 11) zu werden!

“Es dürstet nach Gott meine Seele, nach dem lebendigen Gott; wann darf ich kommen und schauen das Angesicht Gottes?” (Ps. 42, 3).

 

Quelle: P. Engelbert Recktenwald

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