19. August 2021

5. Ökumenischer Pilgerweg für Klimagerechtigkeit – Bischof Ipolt läuft in Forst eine symbolische Strecke mit

Am 14. August begann der 5. Ökumenische Pilgerweg für Klimagerechtigkeit vom polnischen Zielona Góra über 1.450 Kilometer in 77 Etappen von Polen durch Deutschland, die Niederlande und England ins schottische Glasgow. Dort findet ab 1. November 2021 die Weltklimakonferenz statt.

Auf diesem Weg kommen die Klimapilger auch durch das Bistum Görlitz.

Am gestrigen 18. August überquerten die Pilger die Grenze in Forst. Die 20 Pilger, zwei waren aus Polen, alle anderen aus verschiedenen Regionen Deutschlands, waren das letzte Stück dieser Tagesetappe mit dem Zug gefahren – über die Grenze von Polen nach Deutschland. Bischof Wolfgang Ipolt und Generalsuperintendentin Theresa Rinecker begrüßten, gemeinsamen mit dem polnischen Bischof Waldemar Pytel (Breslau) die Pilgergruppe am Bahnhof in Forst. Gemeinsames pilgerten sie zur evangelischen Stadtkirche Sankt Nikolai. Dort hatte der zuständige evangelische Pfarrer Jachmann bereits alles vorbereitet, was nötig war für den ökumenischen Gottesdienst, der um 18.00 Uhr begann. Den ökumenischen Gottesdienst, der von den Christen vor Ort kaum wahrgenommen wurde, gestaltete ein Gospelchor.

Bischof Wolfgang Ipolt sagte:  „Die Pilgergruppe macht mit einer hohen Investition an Zeit aufmerksam auf den Klimawandel und damit verbunden die weltweite Verantwortung, die wir Menschen haben.
Die geistliche Begleitung an den verschiedenen Orten durch Gebete und Gottesdienste und andere Impulse, sind ein gutes ökumenisches Zeichen in diesem wichtigen Anliegen.
Unsere Welt ist Schöpfung und kein Zufallsprodukt – das bezeugen die Klimapilger mit ihrem Weg.
Ich denke, dass dies auch die Menschen an den Orten, an denen die Pilger Station machen, an ihre Verantwortung für die Schöpfung erinnert wird.“
In Cottbus wie auch in Drebkau wird die Pilgergruppe in katholischen Pfarrhäusern übernachten.

Das Projektbüro des 5. Ökumenischen Pilgerweges für Klimagerechtigkeit teilt mit:

Die Klimapilgernden sind am 14. August mit dem Segen der polnischen Bischofskonferenz, der Evangelischen Kirche in Polen und des Bischofs der Evangelischen Kirche in Brandenburg von Zielona Góra aufgebrochen. Die 30 Dauerpilgernden aus Polen und der ganzen Bundesrepublik haben sich mit dem Ziel Glasgow nach 1.450 Kilometern in 77 Tagen viel vorgenommen. Das würdigten auch die hochrangigen Vertreterinnen und Vertreter aus den Kirchen und der Politik beim Aussendungsgottesdienst. Dr. Christian Stäble, Bischof der Evangelischen Kirche in Brandenburg, wies dabei auf den Namen des Startorts hin: Zielona Góra heiße in deutscher Sprache ‚Grüner Berg‘. „Der jüngste Weltklimabericht hat uns erneut vor Augen geführt, dass uns für entschlossene Maßnahmen zur Eindämmung des Klimawandels nicht mehr viel Zeit bleibt“, mahnte die Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg, Dr. Manja Schüle in ihrem Grußwort, das beim Gottesdienst verlesen wurde.

Der Umweltbischof der evangelischen Kirche Polens, Waldemar Pytel, und der Umweltbischof der katholischen Kirche in Polen, Tadeusz Litynski, haben im Rahmen des Auftakts des Klimapilgerwegs einen gemeinsamen ökumenischen Aufruf an Papst Franziskus auf den Weg gebracht. Sie verleihen darin ihrem Anliegen Ausdruck, bei der Weltklimakonferenz im schottischen Glasgow die Bewahrung der Schöpfung sehr ernst zu nehmen. Der Aufruf wurde von den Klimapilgernden unterschrieben.

Ganz praktisch wurde es beim Auftakt des Klimapilgerwegs bei den Worten des katholischen Projektleiters des Klimapilgerweges, Thomas Kamp-Deister, Referent für Schöpfungsbewahrung beim Bistum Münster. Er erklärte, dass nach der Pandemie nur scheinbar wieder Normalität eintreten könne, da diese scheinbare Normalität keine Rückkehr in das unbeschwerte Leben bedeuten könne. Denn diese Normalität sei gekennzeichnet durch einen exzessiven Ressourcenverbrauch, ein dramatisches, wenngleich stilles, millionenfaches Aussterben unserer Mitgeschöpfe, der Pflanzen und Tiere, und eine beschleunigte Erhitzung der Welt infolge der Klimakrise. „Die Welt brennt und geht an anderen Orten in den Wasserbomben unter! Fachleute aus aller Welt sind sich einig, dass die nächsten zehn Jahre über die mittelfristige Zukunft der Menschheit auf dem Planeten Erde entscheiden können!“, übergab er mit deutlichen Worten den Klimapilgerstab zum Abschluss des Aussendungsgottesdienstes an die jüngste Klimapilgerin beim Start, Christine Koopmann aus Münster. Die 26-Jährige habe ihre ganze Zukunft noch vor sich.

Der Klimapilgerstab soll als Staffelstab die Pilgerreise die gesamten 1.450 Kilometer begleiten und am Ziel in Glasgow von den Menschen, die mitgewandert sind, Zeugnis ablegen für ihren überwältigenden Einsatz für mehr Klimaschutz und mehr Klimagerechtigkeit. Auf dem Weg soll der Pilgerstab die Gespräche und die Begeisterung, die in den 77 Tagen in Polen, Deutschland, Niederlande, England und Schottland geweckt werden, als Zeichen der Kraft des Klimapilgerns stärken.

Der 5. Ökumenische Pilgerweg für Klimagerechtigkeit, der vom 14. August 2021 vom polnischen Zielona Góra bis zum 29. Oktober 2021 ins schottische Glasgow zur dortigen Weltklimakonferenz führt, wird von Evangelischen Landeskirchen, katholischen Bistümern und kirchlichen Hilfswerken getragen. Ausgerichtet wird der 5. Ökumenische Pilgerweg für Klimagerechtigkeit vom Institut für Kirche und Gesellschaft der Evangelischen Kirche von Westfalen.

Projektbüro 5. Ökumenischer Pilgerweg für Klimagerechtigkeit
Institut für Kirche und Gesellschaft der Evangelischen Kirche von Westfalen
Auf dem Tummelplatz 8 | 58239 Schwerte

Tel.          +49 (0)251 136 4058

Mobil      +49 (0)176 9634 9749
E-Mail     karola.wiedemann@klimapilgern.de
Internet  www.klimapilgern.de

Foto: Kaplan Mateusz Hajder

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