11. August 2014

mdr-Figaro sendet live aus dem Malteserkrankenhaus „St. Carolus“ in Görlitz


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Neun Stundenschläge schwingen sich vom Turm des Mateser-Krankenhauses „St. Carolus“ in Görlitz Rauschwalde an diesem Sonntagmorgen, dem 10. August. Vorbei am Schaukasten, in dem die Live-Übertragung des Sonntagsgottesdienstes durch mdr-Figaro angekündigt ist, führt der Weg zur Kapelle. Die Türen stehen offen, Klavierklänge und eine klare Solostimmen klingen den Ankommenden entgegen: „Herr, unser Herr, wie bist du zugegen…“. Die Stimme gehört Christiane Geschwandtner. Sie ist die Sekretärin des Ärztlichen Direktors und singt in einem evangelischen Kirchenchor. Diakon Bernd Schmuck, der Klinikseelsorger, begleitet am Elektro-Piano.

Es ist 9.14 Uhr, als bereits die Hälfte der Sitzplätze in der Kapelle besetzt sind. Derweil justiert im Übertragungswagen, der neben der Kapelle geparkt ist, ein Tontechniker nochmals die sechs Geräuschmikrophone, später die an Ambo, Altar und diejenigen, in die Kyrie-Texte und Fürbitten gesprochen werden sollen. 09.32.24 Uhr zeigt die Uhr im Ü-Wagen: Alles ist bereit. Über einen Monitor verfolgen die Rundfunkleute, was sich in der Kapelle tut. Es ist zu sehen: Stühle werden in die Kapelle gebracht, denn die Sitzplätze in den Bänken reichen nicht. 9:54 Uhr. Der sechsjährige Dominik und sein zwei Jahre jüngerer Bruder Sebastian betreten, gefolgt von ihren Eltern die Kapelle, nehmen neben der Eingangstür Platz.. Jeder der Kinder hat ein Plüschtier dabei.

9:56 Uhr: Prälat Bernd Richter, der Senderbeauftragte des Bistums, tritt an ein Mikrophon. Er setzt die über 60 Gottesdienstbesucher zunächst über die Leuchte neben dem Altar in Kenntnis: Zuerst leuchtet sie gelb. Das heißt Achtung. „Sobald das rote Licht aufleuchtet sind wir auf Sendung. Bitte achten Sie darauf, dass alle Mobiltelefone ausgeschaltet sind. Und sollte jemand unerwartet Hustenreiz verspüren, möge er bitte die Kapelle verlassen, denn die Mikrophone zeichnen alles auf, auch störende Geräusche“.

Die Uhr zeigt: 9:58 Uhr. Ab diesem Zeitpunkt ist es mucksmäuschenstill. Alle Augen sind auf die kleine Leuchte gerichtet. Sie leuchtet gelb. Vom Turm sind nun zehn Schläge zu hören. 10:02 Uhr: Die rote Leuchte flammt auf. Diakon Bernd Schmuck begrüßt, gemeinsam mit Schwester Fidelis von der Kongregation der Barmherzigen Schwestern vom Heiligen Karl Borromäus, die Hörer von MDR Figaro, die Patienten in den Krankenzimmern und hier in der Kapelle, die „versammelte Gottesdienstgemeinde, aus Görlitz, der östlichsten Stadt Deutschlands. Nun tritt Schwester Fidelis näher an das Mikrophon: „Vor über 88 Jahren haben sich Ordensschwestern unserer Kongregation vom heiligen Karl Borromäus in den Dienst an den Kranken und Armen hier in Görlitz rufen lassen. Aus dem Ja zu diesem Ruf entstand dieses Krankenhaus. Viele Male am Tag gehen wir Ordensschwestern von unserer Klausur im Krankenhaus den Weg in den Park zur Kapelle, um hier Gottesdienst zu feiern und in das Stundengebet der Kirche einzustimmen. Immer führt uns unser Weg an den brennenden Kerzen am Eingang der Kapelle und dem aufgeschlagenen Fürbitten-Buch vorbei. Heute steht vor unserem Altar eine leere Schale, die Sie, liebe Hörerinnen und Hörer, mit Ihrem Dank und Ihren Bitten füllen können. Wir wünschen Ihnen und uns allen einen gesegneten Gottesdienst.“

„Herr, unser Herr, wie bist du zugegen…“, die Gemeinde singt das Lied zur Eröffnung. Im Wechsel dazu die Solostimme. Danach begrüßt Kaplan Markus Kurzweil die Hörer und leitet zum Kyrie über: „Wenn wir jetzt miteinander Gottesdienst feiern, wollen wir         auch Gott begegnen – mit all dem, was wir mitbringen: mit unserem Dank und unseren Bitten, mit unserem Lob, aber auch mit unseren Sorgen – treten wir vor ihn hin und bitten um sein Erbarmen und rufen“. Die Orgel setzt ein. Daran sitzt Schwester Cäcilia. Weitere Ordensschwestern bilden, gemeinsam mit Sängerinnen des Chores „Avivando“ (deren Leiter Bernd Schmuck ist), die Schola für diesen Gottesdienst: „Kyrie eleison“ – Herr erbarme dich.

„Auf dich, Herr, dürfen wir felsenfest bauen und vertrauen, dass du uns nicht verlässt“, betet Kaplan Kurzweil.

Gloria, Lesung, Diakon Schmuck liest das Evangelium. Es handelt von Jesus, der über den See ging, vom fehlenden Vertrauen des Petrus.

Der Kaplan beginnt seine Predigt mit den Worten: „Wir alle kennen dieses wohl aus dem Russischen übersetzte Sprichwort – Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser!‘. Und jeder von uns kennt vermutlich auch Situationen des eigenen Lebens, in denen wir genau das erleben. Dahinter steht vermutlich der Wunsch, dass meine erstellten Lebenspläne auch tatsächlich aufgehen“… Die Predigt ist hier nachzulesen.

Die Fürbitten folgen: „Wir bitten dich für alle, die in Sorgen und Ängsten um das eigene Leben oder um das geliebte Leben anderer bangen müssen; für die an Leib und Geist Behinderten, für die Kranken hier im Krankenhaus und zu Hause, und für die Sterbenden: höre ihr stummes und lautes Rufen, stelle ihnen verständnisvolle Menschen zur Seite und schenke ihnen neue Kraft, Zuversicht und Ruhe“.

„Klavier -Gemeinde  Gotteslob 182,2 – Du sei bei uns, in unserer Mitte“, steht im Gottesdiensttext, der hier zum Regieplan wird. Die Sendezeit muss eingehalten werden. Bei Livesendungen kann nicht nachträglich geschnitten werden.

 „Gib allen Menschen, die in Streit, Feindschaft und Krieg miteinander leben, besonders den Menschen im Heiligen Land, in der Ukraine und in Syrien, die Bereitschaft zur Versöhnung und öffne ihnen ihre Herzen, damit sie Wege zum Frieden erkennen“.

Das Glaubensbekenntnis wird gesprochen, Gabenbereitung: (GL Nr. 188: „Nimm, o Gott, die Gaben, die wir bringen“ wird mit Klavier begleitet: 2 Minuten 40 Sekunden steht dafür im Plan) Sanctus – hier setzt wieder die Orgel ein. Es folgt das Hochgebet: „Jesus, unser Weg“, Agnus Dei (mit Orgelbegleitung).Während der Kommunion begleitet Diakon Schmuck die Solostimme. „Dank sei dir, Vater, für das ewige Leben“, (drei Strophen: 1 min 50 s).Das Schlussgebet ist vom Tag.

Nun wendet sich Schwester Jutta, die Oberin des Görlitzer Konvents der Borromäerinnen an die Hörer zu Hause und in den Krankenzimmern, die Schwestern und Brüder in der Kapelle: Wir haben miteinander Eucharistie gefeiert – Danksagung. Christus hat uns an seinen Tisch eingeladen und wir waren seine Gäste. Als Oberin unseres Konventes möchte ich Ihnen für Ihr Kommen und Ihr Zuhören in den Krankenzimmern und bei Ihnen zu Hause danken. Uns allen ruft Jesus Christus zu: „Habt Mut, habt Vertrauen, ich bin da für euch. Fürchtet euch also nicht, in welcher Lebenssituation ihr auch seid.“ Wir wünschen Ihnen, dass Sie diese Worte mit Ihrem Herzen hören können und diese Zusage für Sie in der kommenden Zeit erfahrbar wird und trägt. Im Gebet verbunden wünschen wir Ihnen einen gesegneten Sonntag und eine gute neue Woche“.

Kaplan Kurzweil erteilt den Segen. Schlusslied und Präludium, um 10:59 Uhr erlischt das rote Licht, Diakon Bernd Schmuck präludiert noch einige Minuten. In die letzten Klänge aus dem Elektro-Piano mengen sich wiederum die Stundenschläge vom Glockenturm. Jetzt sind es elf. Dominik, Sebastian und deren Eltern verlassen die Kirche. Die zwei jüngsten Gottesdienstbesucher waren so leise, dass ihr Dasein in den vorderen Bankreihen nicht bemerkt wurde.

Alles verlief fehlerfrei und reibungslos; die Rundfunkleute sind zufrieden. Der Satelliten-Spiegel auf dem Dach des Übertragungswagens wird eingefahren, Kabel zusammengerollt und zusammen mit weiterer Technik in Kisten verpackt. Nach einem Imbiss, zu dem die Ordensschwestern einladen, rollt der Ü-Wagen vom Hof.

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