4. August 2014

Bischof segnet Ministranten mit geschenkter Reliquie der Heiligen Hedwig vor Abfahrt nach Rom


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Glockenläuten vom neuen Sechsergeläut im Turm der Kathedrale St. Jakobus in Görlitz ist im Kirchenraum an diesem Sonntag besonders laut und deutlich zu hören. Sechs Fenster im Altarraum sind ausgebaut, werden restauriert, die Öffnungen sind mit Planen verhangen. Das ist nicht das einzig Besondere an diesem Tag. „Eine Gruppe von Ministranten wird unmittelbar nach dem Gottesdienst nach Rom aufbrechen“, sagt Bischof Ipolt zu Beginn des Gottesdienstes und begrüßt „ganz besonders Herrn Riedel und seine Gattin von der Eichendorfgilde in Frankfurt am Main, die dem Bistum Görlitz ein besonderes Geschenk mitgebracht haben, eine Reliquie der Heiligen Hedwig“. Die Reliquie wird, so ist es vereinbart, weiterhin in Frankfurt Main seinen Platz haben: „Wir verleihen sie, so lang sie dort verehrt wird“, sagt der Bischof.

In den ersten Bankreihen sind etwa 50 Jugendliche. Kaplan Michael Noack, der die Ministranten nach Rom begleitet, stimmt sie in seiner Predigt auf das Motto der internationalen Ministranten-Wallfahrt „Frei! Darum ist es erlaubt Gutes zu tun“ ein. „Frei – wir können heute ohne Probleme nach Rom fahren“. Einige Ältere nicken, denn sie durften aus der DDR nicht raus. Kaplan Noack verrät, den Film: „Bruce Allmächtig“ eingepackt zu haben „das ist dann Bildungsfernsehen“. Der Kaplan geht auf die Szene ein, als Bruce Gott trifft und ihn bezüglich eines Mädchens fragt: „Was kann ich tun, dass sie mich liebt? Gott sagt zu Bruce: Das würde ich auch gern wissen. Ich habe den Menschen mit freiem Willen erschaffen‘. Wir sollten uns Heilige ansehen, sie haben sich in ihrer Freiheit entschieden, mit Gott zu leben, zu lieben“.

Am Ende des Gottesdienstes betritt Michael-Max Riedel den Altarraum, eine Ministrantin holt eine kleine Monstranz, stellt sich neben den Vorsitzenden der Eichendorffgilde Frankfurt am Main. Er spricht von seinem Vater, Clemens Riedel, dem langjährigen Präsidenten des „Heimatwerks Schlesischer Katholiken“, der später zur Eichendorffgilde wurde. Hinsichtlich „seiner Erkenntnis mit Bezug auf seine Gottbezogenheit sagte er immer wieder: Unser Herrgott tut nichts anderes als fügen! So fügt es sich auch heute, hier und jetzt, dass eine Reliquie der Heiligen Hedwig, unserer gemeinsamen schlesischen Landespatronin wie Botin des Friedens, die bis in die heutige Zeit hinein Völker verbindend wirkt, in diese Stadt Görlitz zurückkehrt, wo sie von Breslau aus, im Zuge der Vertreibung nach dem Zweiten Weltkrieg, auf dem Weg gen Westen, schon einmal in dieser Stadt Station machte“. Sichtlich erfreut nimmt Bischof Ipolt das Geschenk und eine Urkunde darüber (hier der Entwurf) entgegen, um die Reliquie nach diesem Gottesdienst gleich wieder herzugeben, denn: „Bis in die Gegenwart hinein wird bei Vertriebenengottesdiensten und Schlesischen Maiandachten diese Reliquie auf dem Altar im Dom in Frankfurt ausgestellt“, sagt Michael-Max Riedel.

Den Schluss-Segen spendet der Bischof mit der Reliquienmonstranz, nachdem er die Fahne segnete, welche die Ministranten nach Rom begleitet. Danach erteilt er jedem Wallfahrer einzeln den Segen, mit der Reliquie der Heiligen Hedwig.

Mit Rollkoffern, Rucksäcken, Jutebeuteln bepackt geht es danach zum Bus. Dort zählt Kaplan Noack seine „Schäfchen“, kontrolliert Ausweise. Einer fehlt, er wird geholt. Neben dem Bus aus Görlitz startet von Cottbus aus ein weiterer. 96 Ministranten aus dem Bistum sind über die Diözesanjugendseelsorge angemeldet, einige weitere fliegen nach Rom. Neun Wallfahrer sind seit Tagen mit dem Diözesanjugendseelsorger, Pfarrer Marco Dutzschke unterwegs. Sie pilgert von Assisi nach Rom. Ausgestattet sind sie mit dem Pilgerpaket (Liedheft, Pilgertuch und einem T-Shirt. Jedes Bistum hat seine eigene Farbe). Höhepunkt ist eine Audienz bei Papst Franziskus am 5. August auf dem Petersplatz, mit einer gemeinsamen Vesper und einem moderierten Gespräch der Ministranten aus ganz Deutschland mit dem Papst. 1485 Kilometer sind es von Görltiz aus in die Ewige Stadt. Für die Ministranten ist die Fahrzeit nicht mehr geschätzte 14 Stunden lang, denn sie sind bereits gut unterwegs.

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