18. April 2014

Hinter dem Kreuz gehen und beim Kreuz aushalten

„Fällt’s euch zu schwer? Ich geh voran, ich steh euch an der Seite, ich kämpfe selbst, ich brech die Bahn, bin alles in dem Streite. Ein böser Knecht, der still mag stehn, sieht er voran den Feldherrn gehn“. Die erste Strophe des Liedes „Mir nach, spricht Christus, unser Held“ wird beim ökumenischen Kreuzweg am Karfreitag noch in der Krypta der Peterskirche gesungen. Von dort ziehen hunderte Menschen dem Kreuz hinterher. Der Weg führt durch die Görlitzer Altstadt, hin zum Heiligen Grab. Unter denen, die dem Kreuz folgen sind Bischof Wolfgang Ipolt, Generalsuperintendent Martin Herche, der Propst der SELK, Gert Kelter, Superintendent Dr. Thomas Koppehl, der Pfarrer der Pfarrei Heiliger Wenzel, Norbert Joklitschke … Zur vierten Station „Tränenbrot stärkt die Wanderer“ hält der Zug beim „Jesus-Bäcker“, gegenüber des Nikolaiturms, Ecke Lunitz. Von dort reicht Bäckermeister Michael Tschirch Körbe mit Salzbrötchen an Jugendliche, die sie verteilen. „Wir empfangen jetzt ein kleines Stück Brot. Es ist salzig. Wir denken an die Worte des Psalmbeters: Gott, du speist dein Volk mit Tränenbrot und tränkst sie mit einem großen Krug voll Tränen“, spricht Pfarrer Dr. Hans-Wilhelm Pietz dazu. Bischof Ipolt erhält einen Korb mit Broten, weitere sind bereits im Auto. Er nimmt sie mit in die Kathedrale, zur Karfreitagsliturgie. Während er sich dorthin auf den Weg begibt, zieht die Prozession weiter. Am Heiligen Grab endet die Feier mit dem Segen. Wenige Minuten später schließt sich um 15 Uhr – zur Neunten Stunde, der Todesstunde Jesu – eine Andacht an. Zur selben Zeit beginnt in der Kathedrale St. Jakobus die Karfreitagsliturgie. In der Predigt spricht Bischof Ipolt von „Menschen, die nicht wegliefen und das qualvolle Leiden und Sterben mit ausgehalten und begleitet haben. Der Karfreitag lädt uns ein, ebenso zu handeln“, sagt der Bischof. Er denkt bei dieser Szene am Kreuz „unwillkürlich an die aktuelle Diskussion in unserem Land und in anderen europäischen Ländern über die aktive Sterbehilfe“. Der Bischof sagt: „Hier sind wir Christen zu einer klaren Position herausgefordert…“

Die vollständige Predigt lesen Sie hier, die vom Gründonnerstag steht hier.

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