6. September 2020

DENNOCH! – zur Bistumswallfahrt nach Neuzelle

„Schon rein äußerlich sehen wir es: Unsere Bistumswallfahrt ist in diesem Jahr anders. In den Corona- Spielregeln sind die meisten von uns jetzt schon gut geübt und wir haben uns mehr oder weniger daran gewöhnt. Alle Versammlungen in Kirche und Gesellschaft, jeder Einkauf oder eine Bahnfahrt, ja unser Umgang miteinander sind davon seit einigen Monaten geprägt. Das hat unsere Welt kräftig verändert. Das Virus hat uns alle „durchgeschüttelt“ – oder soll ich sagen: betroffen, erschrocken, verängstigt, verärgert – oder was auch immer? Bei jedem von uns schwingt wohl mehr das eine oder andere mit. Umso wichtiger ist es, dass wir uns auch in einer solchen Zeit hier versammeln bei Unsrer lieben Frau von Neuzelle“, mit diesen Worten begann Bischof Wolfgang Ipolt am heutigen Sonntag die  Predigt bei der Bistumswallfahrt in Neuzelle.

Etwa 700 Gläubige waren in das Geistliche Zentrum der Diözese, nach Neuzelle, gekommen. Stände von Vereinen und Verbänden durfte es in diesem Jahr Corona-bedingt nicht geben. Das Wallfahrtshochamt fand im Freien statt, ebenso die Wallfahrtsstunde. Gestaltet wurde sie von den Zisterziensermönchen. Waren es bis vor kurzem sechs Mönche, so stellte sich der siebte, der unlängst nach Neuzelle gekommen ist, in der Wallfahrtsstunde vor. Pater Aloysius Maria Zierl moderierte die Stunde, Prior Pater Simeon Wester war für die Gesänge zuständig.

Zum zweiten Mal, erlebten die Wallfahrer während der Wallfahrtsstunde  die Verleihung des Preises „Salzkorn der Erde“.  Der Diözesanrat verleiht diesen Preis seit 2019 in einer besonderen Intention. „Er ehrt ehrenamtliches Engagement, das christlich motiviert ist, aber über unseren binnenkirchlichen ,Tellerrand‘ hinausreicht und in die Gesellschaft wirkt“, sagte der Diözesanratsvorsitzende, Hartmut Schirmer und zitiert das Matthäusevangelium: „„Ihr seid das Salz der Erde. Wenn das Salz seinen Geschmack verliert, womit kann man es wieder salzig machen? Es taugt zu nichts mehr; es wird weggeworfen und von den Leuten zertreten.“ (Mt, 5,13) Schirmer hob das besondere Engagement der Preisträgerin hervor und überreichte die Auszeichung an Beatrix Gräfin zu Lynar. Sie ist die Malterser-Oberin des Bistums und lebt  in Lübbenau – hier ist die Laudatio im Wortlaut.

Pater Isaak Maria Käfferlein sprach in der Predigt bei der Wallfahrtsandacht über Einheit. Er sagte unter anderem: „Die EINHEIT ist CHRISTUS. Ohne IHN gibt es keine Einheit! Pater Isaak nannte Beispiele, wo Einheit fehlt: „Zerissenheit in den Seelen der Menschen, in den Familien. In der Seelsorge bekommt man das oft mit oder in der Schule. Wir wundern uns, dass innerhalb unserer Gesellschaft die Gräben aufreißen, innerhalb der EU, innerhalb der Welt… Unsere Kirche und wir beschäftigen uns mit Grabenkämpfen in der Kirche. Rechts gegen links, oben gegen unten… Mann gegen Frau…“, sagte er unter anderem.

„Aber wie geht Einheit?“ – fragte Pater Isaak und gab mit Joh 17:9-17 Antwort: „Für sie bitte ich; nicht für die Welt bitte ich, sondern für alle, die du mir gegeben hast; denn sie gehören dir. Alles, was mein ist, ist dein, und was dein ist, ist mein; in ihnen bin ich verherrlicht. Ich bin nicht mehr in der Welt, aber sie sind in der Welt, und ich gehe zu dir. Heiliger Vater, bewahre sie in deinem Namen, den du mir gegeben hast, damit sie eins sind wie wir. Solange ich bei ihnen war, bewahrte ich sie in deinem Namen, den du mir gegeben hast. Und ich habe sie behütet und keiner von ihnen ging verloren, außer dem Sohn des Verderbens, damit sich die Schrift erfüllt. Aber jetzt gehe ich zu dir. Doch dies rede ich noch in der Welt, damit sie meine Freude in Fülle in sich haben. Ich habe ihnen dein Wort gegeben und die Welt hat sie gehasst, weil sie nicht von der Welt sind, wie auch ich nicht von der Welt bin. Ich bitte nicht, dass du sie aus der Welt nimmst, sondern dass du sie vor dem Bösen bewahrst. Sie sind nicht von der Welt, wie auch ich nicht von der Welt bin. Heilige sie in der Wahrheit; dein Wort ist Wahrheit.“

Nach dem Eucharistischen Segen gab Bischof Ipolt den Wallfahrern als Wunsch mit auf den Weg:  „Bleiben Sie gesund und hoffnungvoll – und stecken Sie damit andere an!“

Der Rundfunk Berlin Brandenburg, RBB,  berichtete am Abend, dank des bewährten Teams um Michael Lietz, über die Bistumswallfahrt. Der Beitrag ist hier einige Tage zu sehen.

Einige kurze Einblicke gewährt dieses Video, das auf dem neuen YouTube-Kanal des Bistums zu finden ist.

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