5. August 2020

Freiheitlicher Entwickler in Kirche und Gesellschaft geehrt

Freiheitlicher Entwickler in Sachsen

Bäcker-Ober-Meister Roland Ermer aus Bernsdorf, Pfarrei Wittichenau, wurde mit der Sächsischen Verfassungsmedaille des Freistaates Sachsen geehrt. Engagiert ist er in Kirche und Gesellschaft.

Dort, wo Bäckermeister Roland Ermer auftritt, fällt er auf: durch klare Worte, wenn nötig durch das Beharren auf Positionen, die er aus seiner christlichen Überzeugung für richtig hält, aber auch durch seine fröhliche Art. Bei der vorigen Bundestagswahl hat er sein Mandat um zwei Stimmen verfehlt. Doch nicht überall dort, wo Ermer seine Finger im Spiel hat, ist das nach außen erkennbar. „Roland hat die Backwaren für das Kolpingwochenende komplett spendiert“, sagt Carmen Thomschke, die Vorsitzende der Kolpingsfamilie Bernsdorf nach der Partnerschaftsgründung vor kurzem mit der Kolpingsfamilie Hennef aus dem Erzbistum Köln. Dank und Anerkennung für Roland Ermer wurde am 18. Juli in Dresden sichtbar und fassbar, als der Präsident des Sächsischen Landtags ihn mit der Sächsischen Verfassungsmedaille ehrte. Diese Auszeichnung wird seit 1997 jährlich an Bürger verliehen, die sich besonders um die freiheitliche demokratische Entwicklung des Freistaates Sachsen verdient gemacht haben. Die Medaille wurde zur Erinnerung an die Friedliche Revolution vom Oktober 1989 gestiftet.

Er hält nicht die Hände auf, sondern gibt

In der Laudatio heißt es unter anderem: „Roland Ermer schaut nicht zu, sondern packt zu. Er zögert nicht, sondern entscheidet. Er hält nicht die Hände auf, sondern gibt, wo er kann. Bereits als junger Erwachsener engagierte er sich auf lokaler Ebene in Politik und Gesellschaft. Sie, lieber Herr Ermer, sind das Sprachrohr all derer, die früh aufstehen und mit ihrer Hände Arbeit Geld verdienen. Ihr tägliches Brot ist es, die Handwerkstraditionen zu pflegen und das handwerkliche Wissen zu bewahren.“

Der Beitrag stammt aus dem TAG DES HERRN – Nummer 31 | 2. August 2020 – Görlitz-Seite 12

Die vollständige Laudatio steht hier:

Laudatio auf Herrn Roland Ermer

Meine sehr verehrten Damen und Herren,

im scheinbar Einfachen liegt die höchste Kunst verborgen. Um ein gutes Brötchen zu backen, benötigt man lediglich drei Zutaten: Mehl, Hefe und Wasser, dazu noch etwas Salz. Doch erst das handwerkliche Geschick verwandelt diese Dinge beim Mischen, Kneten, Formen und Backen in knusprige, duftende, goldgelbe Gebäckstücke. Das Backen ist eine jahrhundertelange Tradition, weitergegeben von Meister zu Meister. Es ist Einfachheit in ihrer höchsten Stufe der Vollendung.

„Aus einfachen Dingen etwas Kostbares schaffen“, mit diesem Credo könnte man auch die Verdienste Roland Ermers für den Freistaat Sachsen und seine Verfassung betiteln. Die Wiege des Bäckermeisters aus der Oberlausitz steht in Bernsdorf. In diesem Ort wuchs er auf, lernte das Bäckerhandwerk und übernahm bereits in jungen Jahren den Betrieb seines Vaters. Seiner Heimat ist er bis heute fest verbunden geblieben.

Kaum ein Berufsstand hat sein Ohr näher an den Menschen, weiß besser, was ihnen auf dem Herzen liegt. Beim Einkauf in der Bäckerei gehen nicht nur Brötchen, Kuchen und Gebäck über die Ladentheke, sondern eben auch offene und ehrliche Gespräche.

Diese Bodenständigkeit ist zu spüren, wenn man sich mit Roland Ermer unterhält. Sein Umfeld erlebt ihn als ehrlichen und authentischen Menschen. Seinen Ehrgeiz und den Einsatz für das Handwerk bezeichnet er selbst als „konstruktives Durchsetzungsvermögen“. Trotz zahlreicher Verpflichtungen, Leitungsaufgaben und Gremienarbeit sieht er sich den Interessen der Menschen im Land verpflichtet. Sie will er vertreten und damit die Werte unserer Verfassung vorbildhaft leben und ausfüllen.

Roland Ermer schaut nicht zu, sondern packt zu. Er zögert nicht, sondern entscheidet. Er hält nicht die Hände auf, sondern gibt, wo er kann.

Bereits als junger Erwachsener engagierte er sich auf lokaler Ebene in Politik und Gesellschaft. Als Meister übernahm er zeitig die Bäckerei seines Vaters. Im Jahr 1988 wählten ihn die Bäcker im Alt-Kreis Hoyerswerda zum deutschlandweit jüngsten Obermeister. Heute vertritt er die Bäckerinnung Sachsen, die den schönen Beinamen „Saxonia“ trägt, als oberster Repräsentant.

Seit dem Jahr 2011, also seit fast zehn Jahren, amtiert Roland Ermer als Präsident des sächsischen Handwerkstags. In dieser Spitzenfunktion kümmert er sich um die Belange des gesamten Handwerks im Freistaat.

Sie, lieber Herr Ermer, sind das Sprachrohr all derer, die früh aufstehen und mit Ihrer Hände Arbeit Geld verdienen. Ihr tägliches Brot ist es, die Handwerkstraditionen zu pflegen und das handwerkliche Wissen zu bewahren. Im Namen vieler Unternehmer, Meister und Gesellen setzen Sie sich für vernünftige wirtschaftliche Bedingungen ein. Die Nachwuchsgewinnung und -förderung gehört ebenfalls zu einem wichtigen Anliegen Ihrer Arbeit. Indem Sie Ihre Stimme erheben, erweisen Sie der Gesellschaft und den Verfassungswerten einen hohen Dienst. Sachsen ist ein Land des Handwerks. Solange das Handwerk auf goldenem Boden steht, geht es auch unserem Freistaat gut. Das gilt in dieser bewegten Zeit mehr denn je.

Es ließen sich noch weitere Ämter anführen, die Sie ehrenamtlich begleiten. Unablässig nutzen Sie jegliche Gelegenheiten, um das sächsische Handwerk in der Öffentlichkeit zu vertreten. Sie engagieren sich als Arbeitgeber-Vertreter bei der Innungskrankenkasse, im Aufsichtsrat der Einkaufsgenossenschaft, als stellvertretender Kreishandwerksmeister im Landkreis Bautzen sowie als Mitglied im MDR-Rundfunkrat. Neben all den Aufgaben kommt Ihre Heimat nicht zu kurz, denn auch die ansässige Kirchgemeinde ist sich Ihrer Unterstützung gewiss.

Meine verehrten Damen und Herren, seit 30 Jahren erleben wir das Glück eines freien, demokratischen Landes. Viele von uns haben dieses Glück als Chance ergriffen und genutzt, um das Fundament eines starken Gemeinwesens zu bauen. Auf den sozialen Zusammenhalt kann unsere freie und demokratische Gesellschaft nicht verzichten. Zu denen, die sich in besonderer Weise für die Werte unserer Verfassung verdient gemacht haben, gehört Roland Ermer.

Es ist mir aus diesem Grund eine große Freude, Ihnen für die hingebungsvolle Pflege unserer Verfassungswerte, die Sächsische Verfassungsmedaille zu verleihen. Herzlichen Dank!

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