2. Juni 2020

18 Firmungen in Görlitz – Corona-bedingt aufgeteilt auf zwei Gottesdienste

„Wir feiern heute Firmung unter besonderen Umständen. Das ist schon äußerlich hier im Kirchenraum sichtbar – wir müssen einen Abstand einhalten, um andere Menschen nicht zu gefährden. Es kann nicht alles so sein, wie es vielleicht sonst üblich ist. Und das ist ja nicht nur hier in der Kirche so – es ist auch draußen im Leben der Menschen so. Unser Leben hat sich vollkommen verändert – einfach weil die ganze Welt berührt ist von einer ansteckenden Krankheit und wir aufgerufen sind, verantwortungsvoll miteinander umzugehen und füreinander achtsam zu sorgen“, mit diesen Worten begann Bischof Wolfgang Ipolt am Pfingstsonntag seine Predigt im ersten der beiden Gottesdienste in der Pfarrkirche Heilig Kreuz in Görlitz.

26 Jugendliche und vier Erwachsene haben sich seit Monaten auf das Sakrament der Firmung vorbereitet, doch nicht alle haben sich jetzt firmen lassen. „Zehn Teilnehmer warten mit dem Empfang des Firmsakramentes noch bis nächstes Jahr, damit ihr Verwandten bei diesem wichtigen Fest dabei sein können“, sagte Pfarrer Norbert Joklitschke. Die Verwandten stammen aus Polen und können derzeit nicht nach Deutschland einreisen.

Corona-bedingt wurden zwei Firmgottesdienste gefeiert. Für neun Firmlinge lag  im morgendlichen Gottesdienst je ein Wattebausch bereit, elf  im späteren Gottesdienst. Sie gehörten, neben Sprüh-Flaschen mit Desinfektionsmitteln, Ordnern, die nur diejenigen in die Kirche – unter Wahrung des geforderten Abstands – einließen, zu den Sicherheitsmaßnahmen, damit sich möglichst niemand mit dem Virus infiziert – wenngleich die Gefahr hierzulande, da es kaum Fälle gibt, als eher gering einzuschätzen sind. Dennoch: Das Virus ist unsichtbar. Bischof Ipolt sagte in seiner Predigt, die er zwei Mal hielt an diesem Tag: „Der Heilige Geist, den ihr heute empfangt, ist ebenso unsichtbar. Wir wissen nur im Glauben, dass er durch dieses Sakrament übertragen wird. Das versichert uns die Kirche. Keiner wird das euch äußerlich ansehen, dass ihr gefirmt seid. Oder doch?“ Wenn bestimmte „Symptome, Anzeichen, die für einen Christen sprechen, sichtbar werden, dann kann man doch etwas sehen von den Früchten des Heiligen Geistes, von seinen Wirkungen“, sagt der Bischof und nennt einige von ihnen: „das Engagement in der Kirche, die Übernahme eines Dienstes, wenn jemand regelmäßig betet, zum Gottesdienst geht, wenn jemand sich für den Nächsten einsetzt und nicht egoistisch nur an sich denkt, wenn jemand sich selbst beherrschen kann und nicht immer seinen Launen nachgibt und vieles andere mehr. In diesem Fall (der Firmung und des Empfangs des Heiligen Geistes) sprechen diese Symptome aber nicht für eine Krankheit, sondern für einen wachen und gesunden Christen“, sagte der Bischof unter anderem.

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