6. Mai 2020

Ein ungewöhnlicher Ort zum Danke sagen – Abschied und Neubeginn unter erschwerten Bedingungen

Es ist ein „ungewöhnlicher Ort zum Danke sagen. Corona lässt auch hier Gewohntes nicht zu“, sagte Generalvikar Dr. Alfred Hoffmann am vorigen Donnerstag um 12 Uhr. Das Mittagsgebet wurde aus den Räumen nach draußen verlegt, damit alle Mitarbeiter bei der Verabschiedung von Frau Barbara Riese – auf Abstand – dabei sein konnten. Ihr erster Tag im kirchlichen Dienst war der 15. August 1983 – am Hochfest der Aufnahme Mariens in den Himmel begann sie im  Priesterseminar Bernardinum in ihrem Heimatort Neuzelle als Sekretärin und Buchhalterin. Das Priesterseminar wurde 1993 geschlossen und für wenige Jahre, von 1993-96, als Bischöfliches Bildungshaus weitergeführt. Frau Riese blieb bis zur Auflösung des Hauses – und folgte danach dem Ruf nach Görlitz. „Sie haben mutig den Schritt gewagt und sind in den Dienst des Bischöflichen Ordinariats hier in Görlitz eingetreten. Das war eine gute Entscheidung!“, sagte der Generalvikar. Er hob die „flexible Einsatzbereitschaft“ hervor, die Frau Riese vielfach unter Beweis stellte, indem sie in mehreren Abteilungen arbeitete und überall hervorragende Arbeit leistete. Seit Anfang vorigen Jahres hätte Frau Riese bereits ihren Ruhestand genießen können; zwei Mal hat sie auf Wunsch des Arbeitgebers diesen Termin verschoben. Nun ist ihre Nachfolgerin eingearbeitet, zum Abschied von Frau Riese konnte sie jedoch noch nicht anwesend sein, denn die Familie von Nathalie Piotrowska lebt östlich der Neiße, sie war dort – und in dieser Zeit wurde die Grenze geschlossen.

 

Als am 5. Mai zur gleichen Zeit und an gleicher Stelle Thomas Jäschke begrüßt wurde, der die IT-Abteilung übernommen hat, war Frau Piotrowska dabei. Die Grenze zwischen Polen und Deutschland ist für Berufspendler in der Europastadt wieder geöffnet worden. Die Blumen zur Begrüßung hatte die Nachfolgerin von Frau Riese aus den Händen des Generalvikars bereits am Tag ihres geplanten Dienstbeginns erhalten. Und Frau Riese? Sie wird ihre Wohnung in Görlitz behalten, kann nun wann immer sie möchte, in ihre Heimat Neuzelle fahren. Doch an den Freundschaften, die in 23 Jahren in Görlitz entstanden sind, möchte sie festhalten: Görlitz ist ihr zur zweiten Heimat geworden.

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