18. Dezember 2019

„Kirche auf dem Weg“ – Adventsimpuls von Bischof Ipolt bei domradio.de

Den Adventsimpuls für domradio.de in Köln stellte Bischof Wolfgang Ipolt unter das Leit-Thema:

„Kirche auf dem Weg“

Bei domradio.de ist der Impuls ab heute, 18. Dezember 2019, zu hören

und hier nachzulesen:

In diesem Jahr denke ich besonders zurück an den Advent vor 30 Jahren – es war das Jahr 1989. Seit dem Oktober stürzte das kommunistische System in den Ländern Osteuropas wie ein Kartenhaus zusammen. Die Grenzen öffneten sich. Zuvor waren gerade bei uns in der früheren DDR die Menschen in die Kirchen gegangen, hatten Kerzen entzündet und so ihre Hoffnung auf Erneuerung ausgedrückt. Im Advent 1989 waren die Menschen hierzulande und anderswo in Osteuropa wirklich voller Erwartungen und Hoffnungen und sie waren voller Freude über die gewonnene Freiheit aber ganz sicher auch über ihren Mut, der sie in Bewegung gesetzt hatte.

Im Rückblick würde ich darum sagen: Die Demonstrationswege von damals in den verschiedenen Städten Ostdeutschlands und Europas waren adventliche Wege: da war die Erwartung, dass sich etwas ändern kann, dass Neues werden muss. Sicher – viele, die damals eine Kerze in der Hand hielten, waren keine Christen und sind es auch heute nicht. Immerhin aber haben Sie dieses Zeichen der Hoffnung – eine Kerze – angenommen und auf Gewalt verzichtet.

Weihnachten ist der Tag, an dem sich für die Welt grundsätzlich etwas verändert hat: Gott selbst ist Mensch geworden. Er ändert die Welt durch seine grenzenlose Liebe. Das ist ein ähnliches Wunder wie das des Falls der Berliner Mauer vor 30 Jahren. Damals haben viele von einem „Wunder“ gesprochen – es war eine Überraschung oder wir dürfen als Christen auch sagen: eine Fügung der Vorsehung.

Es sind nur noch wenige Tage bis zum Fest. Ich wünsche Ihnen, dass Sie die kostbare Überraschung Gottes mit allen Christen auf der Erde feiern können. Ich glaube: Es kann sich auch in diesem Jahr wirklich etwas ändern – wenn wir nur dem Licht trauen das uns immer an Christus erinnert. Es braucht dazu nur ein wenig Bereitschaft und Offenheit im eigenen Herzen.

Eine gesegnete letzte Woche des Advent wünscht Ihnen

Ihr Bischof Wolfgang Ipolt.

 

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