31. August 2019

Wort von Bischof Ipolt zum 80. Jahrestag des Beginns des Zweiten Weltkriegs

In der Morgenfrühe des 01. September 1939 haben deutsche Soldaten unser Nachbarland Polen überfallen und damit einen verheerenden Krieg ausgelöst. Ich lebe heute in unmittelbarer Nachbarschaft zu Polen und bin dankbar dafür, dass die Wunden dieser Feindschaft verheilt sind. Dennoch werden wir morgen bei unserer Bistumswallfahrt in Neuzelle auch derer gedenken, die Opfer dieses Krieges geworden sind.

Inzwischen sind viele Freundschaften und Verbindungen zwischen Polen und Deutschland gewachsen, vor allem hier im Grenzgebiet gibt es einen lebendigen Austausch. Ich hoffe sehr, dass wir Deutschen gemeinsam mit Polen als Christen einen Beitrag leisten zum Aufbau eines Europa, das vom Menschenbild des Evangeliums geprägt ist.

Das Bistum Görlitz ist in diesem Jahr 25 Jahre alt. Es ist durch die Nachkriegswirren aus dem Bistum Breslau hervorgegangen – darum begrüßen wir am 01. September in Neuzelle Herrn Weihbischof Siemieniewski aus dem Erzbistum Breslau, der an unserer Wallfahrt teilnimmt und auch ein Grußwort sprechen wird. Auch das ist ein lebendiges Zeichen der Versöhnung mit unserem Nachbarland. Möge das Gedenken an den Ausbruch des 2. Weltkrieges uns alle wach machen für extremistische und gewaltbereite Kräfte, wie auch für den neuen Nationalismus, den es auch unter uns gibt. Wir sind als Katholiken hier im Osten Deutschlands eine Minderheit. Dennoch bin ich überzeugt, dass unsere Stimme Bedeutung hat – vor allem für Menschen, die nach einer neuen Orientierung suchen.

Ich entbiete zum morgigen Gedenktag unseren polnischen Nachbarn einen herzlichen Gruß und verbinde mich im Gebet mit unseren Mitchristen jenseits der Oder und Neiße. Besonders gedenke ich der vielen Opfer des Krieges insbesondere in Polen.

31.08.2019

+ Wolfgang Ipolt

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