11. März 2019

Bischof lässt sieben Erwachsene aus dem Bistum zur Taufe zu

Zu Beginn der Fastenzeit werden in Deutschland und vielen weiteren Ländern Menschen, die Christen werden wollen, zugelassen zur Taufe und weiteren Sakramenten. „Bitten wir Gott, dass die Fastenzeit, die Zeit vor Ihrer Taufe ganz tief in Ihrem Leben verankert wird“, sagte Bischof Wolfgang Ipolt zu Beginn der Feier der Zulassung zur Erwachsenentaufe am Sonntag, den 10. März in der Kathedrale St. Jakobus in Görlitz. Er ist froh und dankbar, dass sich auch in diesem Jahr wieder Menschen aus dem Gebiet des Bistums taufen lassen.

Der Bischof stellte in seiner Predigt Fragen, die der den Taufbewerbern als Aufgabe für die nächsten Wochen mit auf den Weg gab, die aber nicht nur den Taufbewerbern gelten: „Was sucht ihr – in der Kirche? Was erwarten Sie, was erhoffen Sie sich? – Der Glaube ist nichts Selbstverständliches, aber er ist ein Reichtum, ein Lebens-Schatz“, sagte der Bischof und gibt den Rat, mit den folgenden Aussagen auf die Taufe zuzugehen: „Meine Seele dürstet nach Dir. Gott, Du mein Gott, ich suche Dich.“

Seelsorgeamtsleiter Markus Kurzweil bat, als Diözesanbeauftragter, nach der Predigt die Bitte um die zur Zulassung für sieben Erwachsene: „Verehrter Herr Bischof, die hier anwesenden Katechumenen haben den Wunsch geäußert, die Sakramente des Christwerdens empfangen zu dürfen.“

Drei Pfarrer aus dem Bistum riefen die Kandidaten aus ihren Pfarreien auf.  Die Katechumenen treten nach vorn. Pfarrer Peter Paul Gregor aus der Pfarrei Heilige Familie in Hoyerswerda bittet um die Zulassung zu den Sakramenten des Christwerdens für zwei Taufbewerberinnen. Pfarrer Norbert Joklitschke aus der Pfarrei Heiliger Wenzel in Görlitz bittet um die Zulassung zu den Sakramenten des Christwerdens für drei Bewerberinnen und einen Bewerber.  Pfarrer Daniel Laske aus der Pfarrei St. Benno in Spremberg bittet um die Zulassung zu den Sakramenten des Christwerdens für einen Taufbewerber.

Nachdem die Taufbewerber vorgestellt wurden, geben Vertreter aus den Pfarreien oder der Heimatpfarrer Zeugnis für diese Katechumenen. 

Eine Taufbewerberin sagt über sich, „das Gefühl, dass jemand über sie wacht, habe sie schon, seit sie denken kann. Aber sie habe nicht gelernt, wer da wacht.“ Mit einer Palliativmedizinerin hat sie vor mehreren Jahren einmal lange über den Tod und das Sterben gesprochen. Die Ärztin hat ihr „mit ihrer Offenheit für sie als geborene Nicht-Christin beeindruckt, indem sie sagte: Jesus Christus kann aus jeder Tür zu uns kommen, die Wege, die er zu uns findet, sind völlig verschieden“.

Vor zehn Jahren war diese Taufbewerberin dann mit einer (nicht gläubigen) Freundin 14 Tage auf dem Jakobsweg pilgern und „kam dort in die Situation, ihr erklären zu müssen, was Jesu Botschaft ist. Sie hörte sich plötzlich sagen, dass Jesus die ‚Versicherung‘ bedeutet, geliebt zu werden, ohne sich ständig beweisen und um Liebe ringen zu müssen. Das hat sie selber gleich mit überzeugt. In Santiago di Compostela angekommen, sah sie im Gottesdienst für die Pilger, wie sich die Priester mit ihrem ganzen Gewicht an Seile hängen, um ein riesiges Weihrauchgefäß in Bewegung zu bringen und durch die gesamte Kathedrale schwingen zu lassen. Das war ein Ritual, das sie mit allen Sinnen erfasst hat und fast zum Weinen brachte“, gab die Gemeindevertreterin Zeugnis für eine Taufbewerberin, das mit dem Satz endete: „Die Entscheidung zur Taufe ist für sie eigentlich längst überfällig.“

 Im Anschluss an die Zeugnisse sagte der Bischof: „Ich danke Ihnen für Ihre Zeugnisse und Ihre Begleitung. Jetzt frage ich alle hier versammelten Pfarrer der Katechumenen:  Haben die Ihnen anvertrauten Taufbewerber die Frohe Botschaft kennen gelernt und zu einem Leben aus dem Glauben gefunden?  Leben sie im Geist der Nächstenliebe und haben sie im Gottesdienst und im Gebet die Gemeinschaft mit Gott und der Kirche gesucht?  Wenn Sie das bestätigen können, so antworten Sie bitte mit den Worten:   Wir bezeugen es.“ 

Nachdem die drei Pfarrer dies bestätigt haben, sagte der Bischof: „Ich spreche ihnen hiermit im Namen der Kirche die Zulassung zu den Sakramenten der Taufe, der Firmung und der Eucharistie aus.  Sie sind nun erwählt, am kommenden Osterfest in die Gemeinschaft der Kirche aufgenommen zu werden.“ 

Danach traten die Taufbewerber mit ihren Paten vor den Bischof, der die künftigen Christen segnete und ihnen als Geschenk ein Weihwasserbecken und eine leere Flasche schenkte. Am Ende der Feier füllten die Taufbewerber in der Hedwigkapelle Weihwasser in die Flaschen.  

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