8. Januar 2019

Erzbischof Georg Zur gestorben – begonnen hat sein Leben in Görlitz

Erzbischof Georg Zur stand fast 30 Jahre lang im diplomatischen Dienst des Heiligen Stuhls, war unter anderem Päpstlicher Nuntius in Wien und Moskau. Jetzt ist der deutsche Erzbischof Georg Zur, der aus Görlitz stammt, mit 88 Jahren gestorben.

Der deutsche Vatikandiplomat und Erzbischof Georg Zur ist am Dienstag mit 88 Jahren in Rom gestorben. Das meldet die Vatikanzeitung „Osservatore Romano“ (Mittwochsausgabe). Der aus Görlitz stammende Geistliche stand fast 30 Jahre lang im diplomatischen Dienst des Heiligen Stuhls. Zuletzt war er von 2002 bis 2005 Nuntius in Österreich.

Georg Zur wurde am 15. Februar 1930 als Sohn eines Schneidermeisters in Görlitz geboren. Mit 19 Jahren ging er zum Studium an die römische Gregoriana-Universität. Nach dem Lizenziat in Theologie und Philosophie promovierte er in Kirchenrecht und empfing 1955 die Priesterweihe. Nach kurzer Kaplans-Zeit in der Diözese Bamberg begann er 1961 die Ausbildung an der Diplomaten-Akademie des Vatikan.

Quelle und weitere Informationen auf katholisch.de.

Einige Male – doch viel zu selten – besuchte Georg Zur seine Heimatstadt. Menschen, denen er begegnete, erinnern sich an sein freundliches und bescheidenes Auftreten, an seine Offenheit und  Liebenswürdigkeit. Im Sommer vergangenen Jahres konnte Bischof Wolfgang Ipolt Erzbischof Zur noch einmal in Rom besuchen.

R. i. p.

Aus Russland kam eine E.-Mail von Bischof Clemens Pickel, in der er am 9. Januar schreibt: 

Gestern ist unser ehemaliger Apostolischer Nuntius, Erzbischof Georg Zur, im Alter von 88 Jahren verstorben. Er vertrat den Heiligen Stuhl von Januar 2000 bis Oktober 2002 in Moskau. Mit Dankbarkeit erinnere ich mich an die Begegnungen mit ihm. Er war der bisher einizge Deutsche auf diesem Posten. Als ich ihn das erste Mal traf, begrüßte mich der aus Görlitz stammende Erzbischof auf den Eingangsstufen in die Moskauer Nuntiatur und begleitete mich sofort in einem Raum, in dem wir uns zu einem Gespräch setzten. Ich erinnere mich, wie lösend das auf mich wirkte, dass ich über Wichtiges in meiner Muttersprache reden konnte, in der Gewißheit verstanden zu werden.
Es war eine schwierige Zeit im ökumenischen Dialog, die er während seiner Amtsperiode bei uns erlebte. Schon in Afrika, Südamerika, Indien und Nepal, später in der Diplomatenschule des Vatikans, hatte sich Erzbischof Zur als kluger Diplomat, aber auch als Interessierter an der Seelsorge erwiesen. Seine letzte Dienststelle war dann ab 2002 die Nuntiatur in Wien, von wo aus er 2005 in den Ruhestand eintrat. Seitdem lebte er, der keine Verwandten mehr in dieser Welt hatte, im Gästehaus des Vatikans, dort, wo sich ein paar Jahre später auch Papst Franziskus einquartierte.
Wir im Bistum Sankt Clemens in Saratow sind Erzbischof Zur besonders dankbar dafür, dass er am 15. Oktober 2000 unsere Kathedrale geweiht hat (Das Foto ist über den nachstehenden Link: Kirche Südrussland, zu sehen). Es war seine erste Kirchweihe im Leben, bekannte er uns damals, während ich nach zwei Jahren als Bischof gar nicht genau sagen konnte, wie viele Kirchen ich schon geweiht hatte. So eine Zeit war das! Dank und Fürbitte mögen nun unser Gebet für unseren verstorbenen Bruder Georg erfüllen.

Mein Bild

Mensch seit 1960 (geb. 1961), aufgewachsen in der DDR, Priester seit 1988, in Russland seit 1990, Bischof seit 1998.
Homepage: Kirche in Südrussland

 

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