24. Dezember 2018

Familie steht an Weihnachten im Mittelpunkt

Ein gesegnetes Christfest, in dem der Geburt des Sohnes Gottes vor über 2000 Jahren gedacht wird, der in eine Familie hinein geboren wurde, in ihr aufwuchs und – mit der Kraft des Heiligen Geistes – aus ihr heraus wirkte, zum Heil der Menschheit, wünschen wir allen Menschen guten Willens.

Passend dazu ist das nachfolgende Gebet, das Papst Beneditk XVI. beim Welttreffen der Familien im Jahr 2006 gesprochen hat.  Der Text darunter bezieht sich auf die Dialogkrippe, die beim Christkindelmarkt auf dem Görlitzer Untermarkt aufgestellt war, unter dem Titel: Familie.

Oh Gott, der Du uns in der Heiligen Familie ein vollkommenes Modell des Familienlebens geschenkt hast, das im Glauben und im Gehorsam Deinem Willen gegenüber gelebt wurde. Hilf uns, Vorbild des Glaubens und der Liebe zu Deinen Geboten zu sein. Hilf uns bei unserem Auftrag, den Glauben an unsere Kinder weiterzugeben. Öffne ihre Herzen, damit in ihnen der Same des Glaubens wachse, den sie in der Taufe empfangen haben. Stärke den Glauben unserer Jugendlichen, damit sie in der Kenntnis Jesu wachsen. Stärke die Liebe und die Treue in allen Ehen, besonders in jenen, die Momente des Leidens und Schwierigkeiten durchmachen. Vereint mit Josef und Maria, bitten wir Dich durch Jesus Christus, Deinen Sohn unsern Herrn. Amen.

Bischof Wolfgang Ipolt hat in der  Predigt der Christmette in der Görlitz Kathedrale „ein Plädoyer gehalten für gute Braäuche, die dem Weihnachtsgeheimnis Leib und Seele verleihen“. Er nannte darin eine Familien-Tradition: „Einen zweiten Brauch vollziehen besonders unsere Schwestern und Bruüder aus Polen am Heiligen Abend. Bevor sie das gemeinsame Mahl in der Familie beginnen, brechen sie eine Oblate – sie teilen sie mit allen Anwesenden im Raum, und wünschen sich dabei Frieden und ein gutes Fest. Das Teilen dieses symbolischen Brotes ist ein Zeichen, dass Vergebung und neues Vertrauen wachsen mögen durch dieses Fest und durch die Geburt des Erlösers“, sagte der Bischof unter anderem.

Wenn Vertrauen in der Familie fehlt, weil es von einigen Familien-Mitgliedern beschädigt oder gar zerstört wurde, müsse alles getan werden, damit Familie wieder heil wird, indem Vertrauen zurückgewonnen wird. Bischof Ipolt sagte in seiner Predigt am Weihnachtstag unter anderem: „An Weihnachten danken wir zuerst Gott für sein Vertrauen und seine Treue uns gegenüber. Er gibt seinen Sohn in diese Welt und traut dem Menschen zu, dass er dieses große Zeichen seiner Liebe versteht und annimmt. So zeigt Gott seine Treue zur Welt und zum Menschen, deren Schöpfer er ist. Enttäuschen wir unseren Gott nicht! Beantworten wir sein Kommen in diese Welt mit unserem Vertrauen und unserer Treue zu ihm.“

Wir alle sind Familie

Warum steht am Beginn der christlichen Heilsgeschichte eine Krippe mit Mutter, Vater und Kind? Weil in dieser zentralen Botschaft der Mensch im Mittelpunkt steht. Nicht die Menschheit, sondern der einzelne, konkrete Mensch. Verletztlich und hilflos kommt er zur Welt, bedarf des Schutzes, der Fürsorge und, sehr wichtig, der Liebe.

Dieses Kind in der Krippe heißt Jesus von Nazareth und wurde in Betlehem in einer ärmlichen, unwürdigen Umgebung geboren.

Doch es stehen Menschen an seiner Seite, die Jesus behüten. Mutter Maria, Vater Josef, später die Weisen aus dem Morgenland, die „Heiligen Drei Könige“.

In dieser Krippe stehen weitere Menschen. Erwachsene mit größeren Kindern. Papst Johannes Paul II. mit einem Baby.

Die Notwendigkeit der Zuwendung und Fürsorge endet nie – nicht mit dem Schuleintritt, nicht mit dem Schulabschluss, mit dem 18. Geburtstag oder dem Erfolg im Beruf.

Familie heißt: Füreinander da sein, bedingungslos. Auch wenn sich die Vorzeichen verkehren und die Alten es sind, die Fürsorge von den Jungen brauchen.

Familie ist auch mehr als nur Großeltern, Eltern, Kinder, Enkel.

Familie kann groß und weit sein, wenn wir mehr Menschen in unsere Zuwendung und Fürsorge einbeziehen.

Ein Unsichtbarer steht über dieser Krippe. All die Menschen, die hier zu sehen sind, sind Kinder Gottes. Dieser Vater will, dass Menschen auf der Erde sich als eine große Familie verstehen. Das geht nicht ohne Zank und Streit. Aber die Liebe und die Loyalität müssen oberhand behalten. Darum geht es in dieser Krippe. Darum geht es an Weihnachten.

Dass es Dialogkrippen auf dem Christkindelmarkt gibt, dafür sorgt seit einigen Jahren Gabriele Kretschmer, Referentin im Seelsorgeamt des Bistums und Stadträtin der CDU-Fraktion. Der vorgenannte Text stand neben dieser Krippe – Sterne führten zu ihr hin.

 

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