20. Dezember 2018

Neue Gefängnisseelsorgerin wurde in der JVA Cottbus in dieses Amt als eingeführt

„Seid getrost, fürchtet euch nicht“

Schwester Marion Sproll wurde zum zweiten Mal in ihr Amt als Gefängnisseelsorgerin eingeführt – nach der Pfarrei jetzt in der Justizvollzugsanstalt.

Musiker aus dem Staatstheater Cottbus und dessen Umfeld begannen die Adventsfeier in der Justizvollzugsanstalt Cottbus-Dissenchen am Nachmittag des 13. Dezember mit einem Stück aus dem Weihnachtsoratorium. In dieser Feier, die unter dem Thema „Seid getrost, fürchtet euch nicht“ stand, wurde die Franziskanerin von Sießen, Schwester Marion Sproll, in das Amt als Gefängnisseelsorgerin eingeführt.
Der evangelische Gefängnisseelsorger Wolfgang Iskraut begrüßte und führte durch die Feier. Auf den Stühlen, die im Halbkreis um einen Altar mit Kreuz und vier roten Kerzen stehen, von denen zwei leuchten, sitzen etwa 100 Personen, die meisten von ihnen sind Männer, die Freiheitsstrafen verbüßen. Einige von ihnen sprechen Grußworte in mindestens sechs Sprachen. „Wir begrüßen Gott, ohne ihn keiner von uns wäre“, sagt Pfarrer Iskraut, bevor er Ordinariatsrat Kurzweil bittet, Schwester Marion in ihr Amt einzuführen und zu segnen.
Menschen in besonderen Lebenssituationen

Der Seelsorgeamtsleiter hat in der Hand eine „Bibel mit Bildern von biblischen Pflanzen“. Die hat er als Geschenk für Schwester Marion mitgebracht. Auf dem Titel ist das Foto einer Leinenpflanze aufgedruckt. Über die Bedeutung einiger Pflanzen spricht er – und dass die Amtseinführung in zwei Teilen stattfindet. Der erste Teil erfolgte vor einigen Wochen in der Pfarrei „Zum Guten Hirten“. Kurzweil erinnerte daran, dass Jesus seine Jünger zu Menschen in besonderen Lebenssituationen gesendet hat. Neben den Strafgefangenen sind das Angehörige und Angestellte im Justizvollzug.

Georg-Oliver Allolio, der Leiter der Justizvollzugsanstalt Dissenchen, hat die Geschichte vom Turmbau zu Babel ausgesucht. Er sagte dazu unter anderem: „Alle Menschen sind gleich. Wir haben denselben Ursprung und müssen uns auf Gemeinsamkeiten besinnen, die verbinden und bereichern“. (rs)

Dieser Beitrag ist der aktuellen Ausgabe der katholischen Kirchenzeitung TAG DES HERRN entnommen.

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