6. Mai 2018

Guter Hirt: Sorgt – sucht – kämpft – 70 Erstkommunionen in der Kathedrale

Guter Hirt: Sorgt – sucht – kämpft

Bei der Erstkommunion von 70 deutschen und polnischen Kindern reichten in der Kathedrale St. Jakobus in Görlitz die Sitzplätze nicht aus.

Zwei Erstkommunionfeiern am Sonntag, dem 22. April, füllten jeweils die Görlitzer Kathedrale St. Jakobus bis auf die letzten Plätze. Grund war, dass die Pfarrkirche Heilig Kreuz saniert wird, und die Feiern deshalb dort nicht stattfinden konnten. Alle 70 Erstkommunionkinder plus Verwandte und Freunde in einem Gottesdienst zusammenzufassen, hätte jeden Görlitzer Kirchenraum überfordert. Außerdem waren die Kinder in zwei Katechesengruppen bei St. Jakobus und zwei Katechesengruppen bei Heilig Kreuz  unterrichtet worden. So war schnell Einigkeit erzielt, dass eine Feier um 10 Uhr und die zweite um
12.30 Uhr begann. „Mir ist kein Streit in der Frage der Uhrzeit zu Ohren gekommen“, sagt Pfarrer
Norbert Joklitschke, der der ersten Feier vorstand, Franziskanerpater Lazarus Zukowski leitete die zweite Feier.

Alle 70 Erstkommunionkinder, von denen die Mehrheit der Familien aus Polen in die Pfarrei Heiliger Wenzel zugezogen sind, gehen in Görlitzer Schulen. Alle sprechen deutsch, einige noch nicht so gut. Dies war besonders bei den Vorbereitungen zu merken. Bei den Feiern war davon nichts mehr zu spüren, dort  dominierte die Freude. Der Jugendchor, geleitet von Domkantor Thomas Seyda, trug musikalisch das Seine zur Freude bei. Gleich am Anfang seiner Predigt lud Pfarrer Joklitschke die Erstkommunionkinder für den
Sonntag danach mit den Worten ein: „Beim Dank-Gottesdienst werdet ihr ein schönes Bild von uns bekommen: Jesus der gute Hirt. Und ihr sollt dadurch wissen: Jesus sorgt – sucht – kämpft für euch“. Um Hirten ging es auch weiterhin in der Predigt, so um Hirtenstab und Hirtenflöte. „Hirten nutzen aber auch Pfeifen. Die Tiere wissen, wie ihr Hirte pfeift. Teresa von Avila, eine große Heilige, hat einmal beschrieben, dass der gute Hirte Jesus ganz zart nach uns pfeift. Tief in der Seele ruft uns Jesus mit seinem Pfeifen heran. Er lässt uns mit einem so zarten Pfeifen seine Stimme hören, dass wir es kaum selber merken.“

Eine Woche später, am vorigen Sonntag, kamen alle Erstkommunionkinder mit ihren Angehörigen in die Kirche, um miteinander zu danken. Heiligenbilder, Rosenkränze und Bücher wurden gesegnet und das angekündigte Bild vom Guten Hirten samt Erstkommunion-Urkunde übergeben. Es war zwar wieder sehr eng in der Kathedrale. Mancher wünscht sich aber, dass es jeden Sonntag so wäre.

Dieser Beitrag stammt aus der katholischen Kirchenzeitung TAG DES HERRN, Ausgabe Görlitz, vom 6. Mai.

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