7. März 2018

Bibel muss sein – das Bibelwerk Ost tagte in Görlitz

Während der Tagung des Bibelwerkes Ost in Görlitz, von links: Ordinariatsrat Markus Kurzweil (Görlitz), Hans-Konrad Harmansa (Magdeburg), Ulrich Kmiecik (Berlin), Bischof Wolfgang Ipolt, P. Wilfried Dettling SJ (Dresden-Meißen), Daniel Pomm (Erfurt).

 

Einmal im Jahr treffen sich die Vertreter der Regionalgruppe Ost des Katholischen Bibelwerks in einer der zugehörigen Diözesen zum Austausch und zu gegenseitiger Information. So auch in diesem Jahr in Görlitz vom 28. Februar zum 1. März.

Das Katholische Bibelwerk ist ein gemeinnütziger Verein, der im Auftrag der Deutschen Bischofskonferenz dafür Sorge trägt, dass die Heilige Schrift immer besser in unseren Gemeinden bekannt und verstanden wird. Dies geschieht durch verschiedene Zeitschriften, die quartalsweise erscheinen, sowie durch ein vielfältiges Angebot an zusätzlichen Materialien, die sich kostenlos auf der Homepage des Bibelwerks (www.bibelwerk.de) nutzen lassen. Dorf finden sich auch die Lesungen der Sonntage, die besonders aufbereitet wurden, damit Lektoren sich optimal auf ihren Dienst vorbereiten können. Der Sitz des Vereins ist in Stuttgart, von wo aus auch die Zeitschriften versendet werden. Damit aber auch vor Ort, in den Bistümern und Pfarreien, das Material ankommt und sinnvoll verwendet werden kann, gibt es in jeder Diözese einen vom Bischof bestellten Bibelwerksverantwortlichen. Diese Verantwortlichen halten einerseits Kontakt mit der Zentrale in Stuttgart und informieren über den Bedarf an Materialien und über die biblischen Themen, über die in den einzelnen Bistümern gerade intensiv nachgedacht wird. Andererseits stehen sie auch mit den in der Bibelpastoral Verantwortlichen vor Ort in Kontakt, veranstalten Bibelseminare oder bilden Lektoren aus. Damit aber „das Rad nicht in jedem Bistum neu erfunden werden muss“ ist es nötig, sich regelmäßig zu treffen und über die je eigene Arbeit auszutauschen. Dies geschieht einmal im Jahr als Vollversammlung aller Verantwortlichen im Herbst und einmal in den unterschiedlichen Regionalgruppen. Für die Diözesen im MDR- und RBB-Gebiet ist es die Regionalgruppe Ost, die sich jedes Jahr im ersten Quartal trifft.

2018 ging es dafür in die Neißestadt Görlitz mit ihrer fast tausendjährigen Geschichte. Eine Geschichte, die auch für die Vertreter des Bibelwerks interessant ist, gibt es hier doch ein heiliges Grab, welches in seiner Gestaltung sehr dem Original ähnelt und im Rahmen des Kulturprogrammes besichtigt werden konnte. Spannend war dabei, dass gerade zur Zeit der Konferenz das eigentliche Heilige Grab in Jerusalem aus politischen Gründen geschlossen war und so spaßeshalber überlegt werden konnte, Görlitz als würdigen Vertreter zu bewerben. Nach diesem kulturellen Ausflug in die Geschichte der Stadt Görlitz und ihre Parallelen zur Heiligen Stadt in Jerusalem begann dann die eigentliche Arbeit mit dem Bericht aus den Diözesen. Dabei konnten die Teilnehmer voneinander erfahren, mit welchen Projekten jeder einzelne beschäftigt ist: unterschiedlichste Heilig-Land Pilger- und Studienreisen, biblische Exerzitien oder auch Vortragsthemen in unterschiedlichen Pfarrgemeinden wurden dabei vorgestellt. Normalerweise würde zu diesem Treffen immer auch ein Bericht aus dem Bibelwerk Stuttgart gehören, doch leider war der Verantwortliche für die Regionalgruppe kurzfristig erkrankt und ein Vertreter nicht so schnell verfügbar. Da die wichtigsten Informationen aber per Mail vorlagen, konnte auch darüber gesprochen werden. Themen waren hier der neuerschienene Band „Jesus hilft den Menschen“ aus der Reihe „Evangelium in leichter Sprache“, die Projekte für den 101. Deutschen Katholikentag und natürlich das Lectio Divina Jubiläum im Oktober. Lectio Divina, das ist eine sehr persönliche Methode um sich in Gespräch und Einzelarbeit Texte der Heiligen Schrift zu erschließen. Nach einem Blick auf die Zusammenhänge des Textes, wird danach über den Sinn des Textes für das eigene Leben nachgedacht.

Am zweiten Halbtag der Konferenz stand der Besuch beim Görlitzer Bischof Wolfgang Ipolt im Vordergrund. Zunächst stellte der Bischof sehr kurzweilig und informativ sein Bistum vor und informierte zugleich auch über die Chancen und Herausforderungen, die es mit sich bringt, wenn durch die große räumliche Nähe zu den Mitchristen in Polen immer mehr polnisch sprachige Christen in den Gemeinden im Bistum beheimatet sind. Nach diesem Blick in das Bistum ging es aber auch um die Heilige Schrift, die Bischof Ipolt als „eine der wichtigsten Quellen“ für sein Glaubensleben beschrieb. Jeden Morgen bete er wenigstens eine halbe Stunde mit der Schrift und fände darin Inspiration und Kraft für seinen Alltag. „Der Text“, so der Bischof, „bringe etwas in einem zum Klingen, was man so selber nicht gesucht hat.“ Er schloss die gemeinsame Begegnung mit einem kurzen aber richtungsweisenden Wort: „Bibel muss sein!“ Nach einem Gruppenfoto und dem „Engel des Herrn“, der täglich um 12 Uhr im Ordinariat mit allen Mitarbeitern gemeinsam gebetet wird, endete die Regionalkonferenz Ost.

Im kommenden Jahr wird die Konferenz in Magdeburg stattfinden.

„Bibel muss sein“ sagte Bischof Ipolt und hat damit auch die Grundintention des Katholischen Bibelwerks und seiner Bistumsverantwortlichen beschrieben. Pfarreien, Gemeinden und deren Gruppen und Kreise können jederzeit mit ihrem Bibelwerksverantwortlichen in Kontakt treten und diese zur Vorträgen und Bibelseminaren einladen. Die Kontaktdaten finden sich auf den Webseiten der Diözesen und auf www.bibelwerk.de.

Text: Daniel Pomm, Diakon in Jena/Apolda, Hochschulseelsorger in Jena, Beauftragter für die Bibelpastoral im Bistum Erfurt

Foto: Stephan Laube

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