23. Juni 2022

Mitglieder für Mitarbeit im Betroffenenbeirat gesucht – Bischof schreibt Brief an die Pfarreien

Mit einem Brief zum Stand der Missbrauchs-Aufarbeitung wendet sich Bischof Wolfgang in dieser Woche an die Pfarreien des Bistums. Darin ruft er auf, weiterhin aktiv die Fälle sexualisierter Gewalt in der Katholischen Kirche aufzuarbeiten „und alles zu tun, um in Zukunft sexualisierte Gewalt wie jede Form von Machtmissbrauch in der Kirche zu verhindern“. Die Kirche sei dabei in besonderem Maß auf die Erfahrungen und Einschätzungen der Betroffenen angewiesen.

Mit Blick auf die Aufarbeitungsschritte im Bistum Görlitz berichtet der Bischof von der gemeinsamen, interdiözesanen Aufarbeitungskommission mit dem Erzbistum Berlin, dem Bistum Dresden-Meißen und der Katholischen Militärseelsorge. Deren Ziel sei es, zeitnah den Prozess der unabhängigen Aufarbeitung im Bereich dieser Diözesen beginnen zu können. In dem Gremium werden externe und unabhängige Fachleute mitarbeiten, die von den Bundesländern zu benennen sind, aber auch Betroffene. Sichergestellt ist, dass die entsandten Experten und die Betroffenenvertreter die Mehrheit gegenüber den von den (Erz-)Bistümern berufenen Mitgliedern haben.

Mit dieser Maßnahme entsprechen die (Erz-)Bistümer den Vereinbarungen gemäß der Gemeinsamen Erklärung des Unabhängigen Beauftragten für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs (UBSKM) der Bundesregierung und der Deutschen Bischofskonferenz. Die von sexualisierter Gewalt in der Katholischen Kirche Betroffenen werden strukturell an der Aufarbeitung beteiligt. Der Betroffenenbeirat hat bereits mehrfach getagt. Es werden allerdings dringend weitere Mitglieder für diesen Beirat gesucht, um die unterschiedlichen Missbrauchserfahrungen besser berücksichtigen zu können.

Erneut ruft der Bischof in seinem Schreiben dazu auf, Fälle oder Verdachtsfälle sexualisierter Gewalt zu melden. Bischof Wolfgang: „Ich möchte diese Bitte heute mit Nachdruck erneuern: Bitte melden Sie bekannte oder vermutete Fälle, aktuelle und auch weit zurückliegende. Die Anzeige von Übergriffen ist die notwendige Voraussetzung, um Täter zu überführen und potentielle Opfer vor Übergriffen zu schützen. Betroffene werden gebeten, sich in solchen Fällen umgehend an eine der unabhängigen Ansprechpersonen zu wenden.

Neben Bischof Wolfgang Ipolt wenden sich auch die (Erz-)Bischöfe von Berlin und Dresden-Meißen zeitgleich in ganz ähnlicher Form an die Gläubigen ihrer Region; das Katholische Militärbischofsamt hat den Brief entsprechend auf seine Verhältnisse angepasst.

 

Der Brief des Bischofs im Wortlaut als pdf-Datei

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