25. Dezember 2017

In tiefem Dunkel einer der längsten Nächte strahlt ein helles Licht – der Erlöser ist geboren!

„Gerade haben wir die längste Nacht des Jahres hinter uns gebracht – am 21. Dezember um 17.28Uhr begann der Winter auf der Nordhalbkugel der Erde – kürzester Tag und längste Nacht fallen immer zusammen.  Es sind die Tage, an denen viele Menschen zueinander sagen: „Jetzt geht es wieder aufwärts!“ – Sie meinen damit, dass mit jedem Tag die Dunkelheit abnimmt und die Länge des Tages zunimmt.“ Mit diesen Worten begann Bischof Wolfgang Ipolt seine Predigt in der Christmette am Heiligen Abend in der Kathedrale St. Jakobus.

Von Nacht und Licht, von Angst und Freude – und am Ende vom großen Glück, berichtet das Krippenspiel, das Kinder und Jugendliche in Görlitz einstudiert haben, um damit die Botschaft vom Kommen des Erlösers in der Heiligen Nacht zu verkünden. Betreute von Caritas und Maltesern konnten das Stück bereits bei ihrer Weihnachtsfeier erleben. Am gestrigen Nachmittag wurde es in der übervoll besetzten Hedwigskirche in Rauschwalde aufgeführt.

Der jüngste Hirte, Joah, hatte nur eine Aufgabe: er sollte auf nur ein Schaf aufpassen, auf das kleinste, das schneeweiße. In der Nacht schläft das Lamm bei ihm im Arm. Und am Morgen  –  ist es weg. Hirten sind arm. Den Verlust eines Lammes könnten sie schlecht verkraften. Der Kleine soll es suchen und zurück zur Herde bringen. Als Hilfsmittel erhält er eine Laterne mit vier Lichtern. Als er einem Dieb, der Nahrung für seine hungernde Familie stahl,  begegnet schenkt er ihm sein erstes Licht. Die kranke Frau erhält das zweite Licht, der Bettler das dritte. Und mit jedem der drei Lichter, die er verschenkt hat, nimmt die Dunkelheit um ihn herum zu, sinken seine Chancen, das Lamm zu finden. Das weiß der Junge, doch seine Lichter zu behalten, wäre nicht richtig gewesen. Das fühlt er. Dass die drei Beschenkten ihm, jeder auf seine Weise, den Weg zum Stall von Bethlehem gewiesen haben, wo er das Lamm und das wahre Licht in der Krippe fand, das ahnte er nicht, als er schenkte. Im festlichen Stall, sagte Maria zu Joah: „Du hast mit deiner Güte und Liebe vielen Menschen Gutes getan, hast ihnen dein Herz gezeigt und das Leben dieser Menschen erhellt. Mit dieses Liebe zum Nächsten hast du Gott gefunden!“

Unter anderem über Worte predigte der Bischof am Weihnachts-Hochfest in der Kathedrale. Worte, als  Verständigung zwischen Menschen, über  gesprochene oder geschriebene Worte – als  Wege zum  anderen, über  gute Worte, einen Festtagsgruß, als Brücke zum  anderen Menschen. „Unsere Worte sind jedoch von sehr unterschiedlicher Qualität„, sagt der Bischof in seiner Predigt, die hier im Wortlaut steht.

„Und wäre Christus tausendmal in Bethlehem geboren,
und nicht in dir: Du bliebest doch in alle Ewigkeit verloren.“

Angelus Silesius

Mit dieser Krippe, die 40 große und kleine Malteser während ihrer Vorbereitung auf das Weihnachtsfest am ersten Adventswochenende in nur drei Stunden angefertigt haben, wünschen wir Ihnen eine gesegnetes Fest der Liebe Gottes – des unauslöschlichen Lichtes, das von dem kommt, in dem alles seinen Anfang hat – und der das Ziel ist.

 

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