9. Dezember 2017

An „wegweisende Persönlichkeit“ gedacht – zum 100. von Heinrich Theissing

An „wegweisende Persönlichkeit“ gedacht – zum 100. von Heinrich Theissing

Erinnerung an eine „wegweisende Persönlichkeit“

Katholische Kirche feiert 100. Geburtstag des früheren Bischofs Heinrich Theissing

„Bischof Heinrich Theissing ist mit unserem Bistum eng verbunden. Als junger Priester (fünf Jahre nach seiner Priesterweihe im Jahre 1940 in Breslau) wurde er im Jahre 1945 Kaplan in der damaligen Pfarrei St. Jakobus in Görlitz. Schon bald entdeckte man seine Fähigkeiten im Bereich der Jugendseelsorge und Heinrich Theissing wurde im Alter von 29 Jahren zum Diözesanjugendseelsorger des Erzbischöflichen Amtes Görlitz ernannt, das zu dieser Zeit eine Außenstelle von Breslau war, zuständig für das Gebiet des Erzbistums, welches westlich der Oder-Neiße-Linie lag“, schreibt Bischof Wolfgang Ipolt in seinem Grußwort zum 100. Geburtstag von Heinrich Theissing, dem späteren Bischof.

Schwerin. Als eine der „wegweisenden Persönlichkeiten der katholischen Kirche nach dem Zweiten Weltkrieg” hat Mecklenburg-Vorpommerns Justizministerin Katy Hoffmeister den früheren Bischof Heinrich Theissing gewürdigt. Ihm sei es gelungen, „in einer atheistischen Welt den Menschen den Glauben an seinen Gott zu erhalten”, sagte die Ministerin am Samstag vor rund 150 geladenen Gästen – darunter sechs Bischöfe und weitere geistliche Würdenträger – in der Schweriner Propsteikirche St. Anna.

Mit einer Festakademie in der Kirche und im benachbarten Bernhard-Schräder-Haus gedachten die katholischen Erzbistümer von Hamburg und Berlin des Jubiläums des Bischofs, der am 11. Dezember 100 Jahre alt geworden wäre. Heinrich Theissing leitete von 1970 bis 1988 die Geschicke der katholischen Kirche in Mecklenburg. In seine Amtszeit fiel der Bau von 18 Kirchen, darunter auch die Erweiterung der Schweriner Propsteikirche. Theissing machte sich darüber hinaus um die Ökumene verdient und setzte sich mit Nachdruck für die 1988 erfolgte Seligsprechung des Naturforschers und Bischofs Niels Stensen ein.

Der Hamburger Erzbischof Stefan Heße sprach in seinem Grußwort von der „einmaligen Berufung im Leben von Heinrich Theissing“. Dabei sei Berufung nicht nur etwas für Priester und Ordensleute, „sondern jeder Christ, jeder Mensch ist von Gott auf einzigartige Weise ins Leben gerufen und mit einer unverwechselbaren Sendung ausgestattet“, so der Erzbischof.

Vorträge hielten Prof. Dr. Jörg Seiler von der Universität Erfurt und Dr. Georg Diederich (Schwerin). Am Abend kam dann im Festgottesdienst mit dem emeritierten Erfurter Bischof Joachim Wanke noch ein Weggefährte Theissings zu Wort. Er sei dankbar, Theissing durch die Zusammenarbeit in der damaligen Berliner Bischofskonferenz persönlich näher kennengelernt zu haben, so Wanke.

Papst Paul VI. hatte Heinrich Theissing im Februar 1970 als Adjutorbischof dem damals amtierenden Bischöflichen Kommissar für Mecklenburg, Weihbischof Dr. Bernhard Schräder, zur Seite gestellt, der aus gesundheitlichen Gründen noch im selben Jahr sein Amt niederlegte. 1973 wurde Bischof Theissing zum Apostolischen Administrator mit den Rechten eines residierenden Bischofs ernannt. Theissing starb am 11. November 1988, ein Jahr nach seiner Emeritierung und nur wenige Wochen nach der Seligsprechung Niels Stensens, die er in Rom noch hatte miterleben dürfen.

Zum Jubiläum hat das Thomas-Morus-Bildungswerks eine Dokumentation mit Predigten Bischof Theissings herausgegeben, die über den Buchhandel bezogen werden kann
(ISBN 978-3-9810202-5-0).

Fotos: Marco Heinen, Erzbischöfliches Amt Schwerin

 

 

 

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