7. Juni 2017

Vier Zisterziensermönche werden ab September im brandenburgischen Neuzelle sein

Diözese Görlitz / Stift Heiligenkreuz, 06.06.2017 – Rechtzeitig zur Bistumswallfahrt am 3. September 2017 wird sich eine kleine Vorhut von Zisterziensermönchen aus dem österreichischen Stift Heiligenkreuz im katholischen Pfarrhaus von Neuzelle niederlassen.

Bischof Wolfgang Ipolt sagt: „Das erinnert mich an eine Szene aus der Heiligen Schrift. Vor dem Einzug in das gelobte Land gibt Gott dem Mose den Auftrag: ‚Schick Männer aus, die das Land Kanaan erkunden, das ich den Israeliten geben will…Habt Mut und bringt Früchte des Landes mit!‘ (Num 13,2.20). Ich freue mich, dass jetzt die ersten „Kundschafter“ in Neuzelle Wohnung nehmen und dieses Land erkunden, in dem nur wenige Menschen an Gott glauben. Sie lassen sich ganz sicher auf ein Abenteuer ein – aber eines, in dem sich ein Auftrag Gottes verbirgt. Davon bin ich überzeugt. Ich wünsche den Kundschaftern Mut und Zuversicht, sowie gute Augen, um die Früchte zu sehen, die in Neuzelle wachsen. Manches haben die Zisterzienser vor ihnen in vergangenen Jahrhunderten gesät – in der Stiftskirche, den Gebäuden und Kunstwerken weht der Geist des Glaubens, den es aber für heute zu erschließen gilt. Bei unserer diesjährigen Bistumswallfahrt werden die Gläubigen des Bistums Görlitz die ersten Mönche willkommen heißen. Das ist für unser kleines Bistum ein frohmachendes Zeichen. Denn ich bin überzeugt: Ohne Neuzelle wäre unser Bistum nur halb so viel wert!“

Mitte Mai traf Bischof Wolfgang Ipolt (Bistum Görlitz) mit Abt Maximilian Heim OCist und Mönchen des Stiftes Heiligenkreuz in dem niederösterreichischen Kloster zu Beratungen zusammen. Kloster und Diözese haben sich darauf geeinigt, dass bereits Anfang September 2017 vier Heiligenkreuzer Mönche nach Neuzelle ziehen werden. Sie sollen vor Ort die Möglichkeiten der für Herbst 2018 geplanten Errichtung eines vom Stift Heiligenkreuz abhängigen Priorats weiter prüfen und vorbereiten. Zudem wollen sich die Zisterzienser in der Gemeinde- und Wallfahrtsseelsorge und im katholischen Religionsunterricht engagieren.

Wohnen werden die Mönche bis auf weiteres im katholischen Pfarrhaus auf dem Klostergelände. Die Optionen für eine langfristige Unterbringung einer klösterlichen Gemeinschaft auf dem Areal des ehemaligen Zisterzienserklosters Neuzelle werden derzeit noch geprüft. Die Diözese Görlitz und das Stift Heiligenkreuz stehen hierzu in konstruktiven Verhandlungen mit den zuständigen Stellen, insbesondere der Staatlichen Stiftung Stift Neuzelle und dem Brandenburgischen Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur.

Abt Dr. Maximilian Heim von Heiligenkreuz betont: „Unsere Hauptinvestition sind qualifizierte Mitbrüder, die für ein solches Gründungsprojekt hervorragend geeignet sind und deren Sendung nach Neuzelle für die Zisterzienserabtei Stift Heiligenkreuz ein wahres Opfer darstellt. Wir glauben aber, dass gerade deshalb darauf Gottes Segen ruhen wird. Schließlich kann nur Gott das gute Werk gelingen lassen, das wir auf Einladung von Bischof Wolfgang Ipolt unternehmen. In seiner Bitte, die Möglichkeit einer Wiederbesiedelung von Neuzelle zu prüfen, erkennen wir den Willen Gottes und sind deshalb voller Zuversicht.“

Am 10. November 2016 hatten die Zisterziensermönche des Stiftes Heiligenkreuz durch einen Kapitelbeschluss entschieden, eine Wiederbesiedelung des 1268 vom Markgrafen Heinrich dem Erlauchten gestifteten und 1817 aufgehobenen Zisterzienserklosters Neuzelle weiter zu prüfen und vorzubereiten.

Das  Foto entstand im vorigen Jahr bei der Jugendwallfahrt: Bistumsarchivar Dr. Winfried Töpler (links), er stammt aus diesem Ort, begrüßt die Zisterzienser aus Heiligenkreuz auf dem Stiftsplatz in Neuzelle, unter ihnen Abt Dr. Maximilian Heim (rechts).

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