21. April 2017

Pilger überschreiten Grenzen – unterwegs auf dem Jakobusweg

„Grenzen überschreiten auf dem Jakobusweg“

Heute Nachmittag ging in Zittau der Pilgerweg von Jelenia Góra über Gronów und  Görlitz  zu Ende. Durch drei Bistümer und zwei Länder  waren 17 Pilger aus den Bistümern Görlitz, Dresden-Meißen und Magdeburg, unter Leitung von Generalvikar Dr. Alfred Hoffmann von Ostermontag an, unterwegs. Den etwa 130 Kilometer langen Fußweg mit Rucksäcken und möglichst ausgetretenen Schuhen bewältigten die Pilger in fünf Tagesetappen. Die Tage waren geprägt von Gemeinschaft und geistlichem Tun.

„Brannte uns nicht das Herz“, unter diesem Motto  begann der Weg am Ostermontag. „Mit der Heiligen  Messe in Jelenia Góra, in Hirschberg, haben wir den Pilgerweg begonnen und uns Gedanken darüber gemacht, wo ist es mir so ergangen, dass ich blind war für die Liebe Gottes – und für das, was er mir schenkt, weil das Herz voller Trauer war, voll von Enttäuschung oder Bitterkeit. Und dass ich gelernt habe, dass Gott mit mir geht – mich nicht verlassen hat“, sagt Dr. Hoffmann.

Rast halten, zu Gast sein – das waren die Pilger in Gronów bei der Künstlerin Wanda Dück und ihrem Mann Jürg Dück. Bei Kawa/Kaffee und Kuchen erzählten die beiden, nachdem die Pilger mit ihnen den Angelus gebetet und Lieder in verschiedenen Sprachen gesungen hatten,  über das Schloss und seine Geschichte, das Kunstatelier und Wohnhaus in einem ist. Es beherbergt unter anderem Modelle von Kirchen in Polen, die von der Künstlerin gestaltet und ausgemalt wurden und werden. Diese Arbeiten fordern das Paar so sehr, dass die am eigenen Haus teilweise unerledigt bleiben, selbst Arbeiten am Dach und Dachstuhl in einem Bereich des Schlosses. Beeindruckend ist das Gottvertrauen, das aus dem Erzählungen der Schloss-Herrin spricht. In Santiago de Compostela hatte sie vor Jahren um einen Platz in dieser Welt als ihre neue Heimat gebetet – und einige Zeit später ist ihr das damals fast verfallene Schloß „zugefallen“. Wanda Dück sieht es als Fügung des Himmels an. Erstaunlich: Erst als sie in Gronów wohnte, stellte sie fest, direkt an der Via Regia, am Pilgerweg nach Santiago de Compostela, zu wohnen. Und drückt einen Stempel mit der Pilgermuschel in 17 Pilger-Ausweise. Und Generalvikar Dr. Hoffmann schenkte dem Gastgeber-Ehepaar die Orgel-CD, mit Stücken, die Diözesankirchenmusikdirektor Thomas Seyda auf der Orgel in der Kathedrale St. Jakobus in Görlitz spielte.

Mehr dazu steht in einer der nächsten Ausgaben der Kirchenzeitung TAG DES HERRN.

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