23. September 2016

Es brennt auf dem Gelände des Bischöflichen Ordinariates – und niemand ruft die Feuerwehr

Ein Brand auf dem Gelände des Bischöflichen Ordinariates Görlitz – und niemand ruft die Feuerwehr – dies ist gestern Vormittag passiert. Auf der Grünfläche hinter dem Gebäude standen Feuerlöscher aufgereiht, daneben eine Gasflasche, einige Meter davon entfernt in Edelstahl gefasst – der Brandherd. Der sollte bekämpft werden. Bevor es dazu kam, erläuterte der Brandbekämpfungsexperte Frank Stübner, wie die Löscher aufgebaut sind, welche Brände damit bekämpft werden können, wie lange die Löscher Löschmittel abgeben. Diese Zeiten liegen im Sekundenbereich, bis zu fast einer halben Minute. Die Feuerwehr sei in jedem Fall zu alarmieren, lieber einmal mehr, als dass man die Wirksamkeit des eigenen Löschens überschätzt.

Organisiert hat das „Feuerlöschtraining“ Matthias Ulbricht. Er ist für die Sicherheit zuständig.

Warum diese Übung?

In den Unterweisungen zum Brandschutz wird nur theoretisch darauf eingegangen wie Feuerlöscher anzuwenden sind. Was für Unterschiede es bei den Feuerlöschern gibt. In einem Feuerlöschtraining nimmt jeder Mitarbeiter Feuerlöscher in die Hand und unternimmt Löschversuche. Diese lebendige Erfahrung ist meiner Meinung nach deutlich mehr wert als nur eine theoretische Unterweisung in diesem Bereich.

Wie oft sollen solche Übungen durchgeführt werden?

Es gibt keine gesetzliche Vorschrift, dass solche Übungen für Mitarbeiter erfolgen muss. Alle drei bis vier Jahre solche Übungen fest einplanen, halte ich für ausreichend.

Was wird an Wissen vermittelt?

Es wird auf die verschieden Brandklassen A feste Gluten bildende Brände (Holz, Kohle …), B flüssige und flüssigwerdende brennbare Stoffe (Benzin, Diesel, Kunststoffe…), C brennbare Gase (Erdgas, Butan, Propan….), D  brennbare Metalle (kommt vorwiegend in der Industrie vor, beispielsweise Magnesium), F Fettbrände (vorwiegend in Küchen) und die dazugehörigen Feuerlöscharten eingegangen. Man sieht, wie so ein Feuerlöscher von innen aussieht und was der Unterschied zwischen einem Dauerdrucklöscher und einem Auflade-Löscher ist.

In praktischen Übungen wird ein Übungsfeuer mit einem sogenannten Übungslöscher(Wasserlöscher) gelöscht. Darüber hinaus konnten CO2 Löscher getestet werden. In zwei Übungsgruppen wurden jeweils Auflade-Löscher und Pulverlöscher vorgeführt.

Die wichtigste Erfahrung ist, dass Mitarbeiter mal so ein Feuerlöscher in der Hand gehabt haben und  probieren konnten, wie fasse ich den Löscher an, wie entsichere ich ihn, wie lösche ich damit richtig. So konnten sie erfahren, dass es etwas Kraft kostet, den dünnen Draht, der die Sicherung verplombt, zu zerreißen. Die wichtigste Erfahrung ist: Was passiert, wenn ich den Feuerlöscher entsichert habe, auf den Hebel drücke und das Löschmittel aus dem Feuerlöscher entweicht.   Inzwischen hat ein Mitarbeiter den Sicherungsring eines Löschers abgezogen, nähert sich dem Brandherd, hält mindestens einen Meter Abstand und: löscht das Feuer nach dem vierten Wasser-Stoß. Frank Stübner erklärt, worauf zu achten ist:

„Den Brand in Windrichtung angreifen! Flächenbrände vorn beginnend ablöschen! Tropf- und Fließbrände von oben nach unten löschen! Wandbrände von unten nach oben löschen! Ausreichend Feuerlöscher gleichzeitig einsetzen, nicht nacheinander! Vorsicht vor Wiederentzünden! Und, nicht zu vergessen: „Feuerlöscher nach Gebrauch nicht einfach wieder an die Wand hängen, sondern neu füllen lassen! Der beste Rat ist, es nicht erst zum Brandfall kommen zu lassen: Kerzen nur beaufsichtigt brennen lassen, wenn überhaupt.

Einer nach dem anderen übt das Löschen, mit verschiedenen Inhalten. Pulver mache nachträglich das Renovieren der Räume nahezu sicher, meint der Experte. Am Ende dankt Generalvikar Dr. Hoffmann dem Experten: „Bei mir haben sie Ängste abgebaut, denn: In Filmen sieht man: Es brennt – und man bekommt das Feuer nicht gelöscht“.

 

 

 

 

 

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